Betrachtet man die simulierten Niederschlagssummen bis kommenden Samstag, so sind entlang der Alpen und der Küste 10-20 l/m² an Niederschlag zu erwarten, während sonst verbreitet 2-10 l/m² und über dem Osten bis 8-15 l/m² berechnet werden. Es bleibt also wechselhaft und unbeständig, wenngleich die Temperaturen - mit Ausnahme vom Mittwoch - mit +18/+24 Grad wieder eine ansteigende Tendenz aufweisen können (Details s. Wetter Juli 2016).

Das amerikanische Wettermodell berechnet im Wochenverlauf eine Tiefdruckrinne, welche von Neufundland über Island/England bis nach Skandinavien verlaufen kann, während zeitgleich ein Hochdruckkeil des Azorenhochs sich bis über das östliche Mittelmeer erstrecken und zeitweilig die Schweiz, Österreich und den Süden von Deutschland mit beeinflussen kann. Da Deutschland zwischen den Fronten liegt, bleibt der Wettercharakter entsprechend unbeständig und mit einer westlichen Grundströmung zeitweilig auch windig. Im Zeitraum zwischen dem 9./11. Juli verlagert sich die Tiefdruckrinne mit einem Kerntief über Skandinavien, so dass weitere Tiefdruckausläufer auf dem südlichen Tiefdruckgradienten das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz beeinflussen können. So steigt im Zeitraum vom 9./15. Juli die Niederschlagserwartung wieder an und mit einer teils westlichen bis nordwestlichen Grundströmung können kühlere Luftmassen herangeführt werden. Eine sommerliche Großwetterlage sieht definitiv anders aus und ist nach dieser Berechnung bis zum 15. Juli weniger wahrscheinlich. Interessant ist jedoch die Zugbahn, welche das Tiefdrucksystem nimmt. Denn dieses "tropft" im Zeitraum 13./16. Juli von England über Frankreich und Deutschland über die Mittelmeerregion ab und ermöglicht ein meridionales Strömungsmuster. Das wiederum "nutzt" das Azorenhoch aus, um einen Hochdruckkeil westlich des Tiefdrucksystems über England bis nach Skandinavien aufzubauen, welches durchaus Potential für ein eigenständiges - autarkes - Hochdrucksystem haben kann. Das wäre als ein wesentlicher Schritt in Richtung stabiles Sommerwetter zu bewerten.

Das europäische Wettermodell berechnet im Zeitraum 10./14. Juli eine andere Entwicklung der Großwetterlage. Der Hochdruckkeil des Azorenhochs liegt nach diesen Berechnungen etwas nördlicher und erstreckt sich am 10. Juli von den Azoren über Frankreich und Deutschland bis über das östliche Europa, so dass der Zeitraum vom 10./12. Juli weitgehend trocken und sommerlich warm werden kann. Der Hochdruckkeil kann sich jedoch nicht lange halten und wird zwischen dem 12./14. Juli von einem herannahenden Tiefdrucksystem nach Osten abgedrängt. In Folge daraus können sich zum 12./13. Juli unwetterartige Wetterereignisse ergeben, welche nachfolgend wieder einen unbeständigen und kühleren Wettercharakter abgelöst werden können.

Zusammenfassend berechnen die Wettermodelle bis zum 15. Juli einen mehr oder minder unbeständigen Wettercharakter. Ob warm oder kühl wird davon abhängen, wir groß tatsächlich der Einfluss von tiefen, bzw. hohen Luftdruck sein wird. Die Kontrollläufe bestätigen mehrheitlich einen ansteigenden Temperaturtrend bis zum 11. Juli. Im Zeitraum vom 11./15. Juli zeigt sich im Trend wieder ein sich gegenüber dem vieljährigen Mittelwert normalisierender Temperaturtrend, wenngleich die Unsicherheiten deutlich zu erkennen sind und die oben beschriebenen Varianten durchaus stützen. So liegt das Temperaturspektrum am 11. Juli zwischen +15/+31 Grad (Mittelwert: +18 Grad über dem Norden, +21 Grad über dem Westen und +23/+24 Grad über dem Süden und Osten), am 15. Juli zwischen +13/+28 Grad (Mittelwert: +20 Grad über dem Osten, sonst zwischen +18/+19 Grad) und am 19. Juli zwischen +15/+30 Grad (Mittelwert: +21/+22 Grad über dem Norden und Westen und +23/+24 Grad über dem Sünden und Osten). So bestätigt das Temperaturspektrum einen vorsichtig ansteigenden Temperaturtrend. Etwas deutlicher zeigt sich das anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+19) / normal (+20/+25) / zu warm (>+25), welche am 14. Juli bei 55/30/15 und am 19. Juli bei 30/45/25 liegen.

Das Langfristmodell simuliert in seiner aktuellen Wetterprognose Sommer 2016 eine im Juli eine negative Niederschlagserwartung (zu trocken), so dass eine Hochdruckdominanz ab dem 15. Juli letztlich nicht ausgeschlossen werden kann, allerdings liegt die Temperaturabweichung mit -0,5/-1 Grad über weite Teile von Deutschland unter dem langjährigen Mittelwert im normalen bis leicht zu kühlen Bereich. Für August wird sowohl die Abweichung der Temperaturen mit -0,5/+0,5 Grad, als auch die Niederschlagserwartung im weitgehend normalen Bereich simuliert.

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