Wechselhaft und unbeständig - so lassen sich die kommenden Tage am besten beschreiben. Betrachtet man die Niederschlagssummen bis einschließlich Mittwoch, so erkennt man entlang des Alpenrandes mit 10-70 l/m² den Schwerpunkt der Niederschläge. Der zweite Schwerpunkt liegt mit 8-20 l/m² etwa nördlich der Linie Köln - Dresden, während dazwischen mit 1-8 l/m² deutlich weniger an Niederschlag zu erwarten ist. Die Temperaturen bewegen sich meist im Bereich zwischen +17/+23 Grad, können aber zeitweilig über dem Osten und Süden auf bis +28 Grad ansteigen, während über dem Norden und Nordwesten es mit bis +15 Grad auch mal kühler sein kann (S. Wettervorhersage Juli 2016).

Ob dieses Auf und Ab ein baldiges Ende findet? Zunächst einmal der Blick auf die Großwetterlage. Die zeigt sich am 5./7. Juli mit einer imposanten Tiefdruckkonstellation zwischen England und Skandinavien, welche bis über das östliche Russland reichen kann. Nicht all zu oft gelingt der atlantischen Frontalzone ein Vorstoß so weit nach Osten und hat - wie Sie es sich sicherlich schon denken können - über Mitteleuropa einen unbeständigen Wettercharakter zur Folge.

Geht es nach der Berechnung des amerikanischen Wettermodells, so festigt sich das Zentraltief mit seinem Kern über dem östlichen Skandinavien und führt mit seiner nachfolgenden Tiefdruckrinne immer wieder Tiefdrucksysteme nach, deren südliche Gradienten auch das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz beeinflussen können. So ist demnach im Zeitraum vom 7./15. Juli mit einem unbeständigen Wettercharakter zu rechnen, bei dem die Temperaturwerte Vorderseitig mal wärmer und Rückseitig wieder kühler ausfallen können. Mit anderen Worten hält das Auf und Ab nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells voraussichtlich bis Mitte Juli weiter an.

Das europäische Wettermodell berechnet eine ganz ähnliche Variante, wenngleich das Tiefdrucksystem über dem skandinavischen Raum nicht so stark berechnet wird, wie nach dem amerikanischen Wettermodell. Nichtsdestotrotz sorgen viele kleinräumige Störungen für einen ebenfalls unbeständigen Wettercharakter und für ein Auf und Ab der Temperaturen, welche über dem Süden tendenziell wärmer als über dem Norden ausfallen können.

Die Kontrollläufe bestätigen eine leicht bis mäßig erhöhte Niederschlagsneigung im Zeitraum vom 7./14. Juli. Das Temperaturspektrum liegt am 9. Juli zwischen +15/+27 Grad (Mittelwert: +20 Grad über dem Süden und Osten und +18/+19 Grad über dem Westen und Norden) und am 15. Juli zwischen +15/+28 Grad bei einem wenig veränderten Mittelwert. Somit liegt der Mittelwert über dem Norden und Westen mit einer Differenz von 1-4 Grad unter und über dem Süden mit +/-1 Grad um den vieljährigen Mittelwert im durchaus Jahreszeit-typischen Bereich. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der kommende Zeitraum diejenigen unter Ihnen "enttäuschen" wird, welche sich eine stabile Sommerwetterlage herbei sehnen. Gibt es denn derzeit keine Signale, welche auf eine Sommerwetterlage hindeuten? Beim Wetter ist grundsätzlich immer alles möglich und auch die Ausbildung eines stabilen Hochdrucksystems ist somit nicht auszuschließen. Der wahrscheinlichere Zeitraum wäre hierfür im Bereich zwischen dem 13./16. Juli anzunehmen. Zunächst einmal muss sich die Frontalzone "austoben" und das braucht eben seine Zeit.

Deutlicher zeigt sich das anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+19) / normal (+20/+25) / zu warm (>+25), welche im Vergleich zu gestern am 10. Juli bei 55/35/10 (gestern: 45/45/10) und am 15. Juli bei 45/45/10 (gestern: 25/50/25) liegen. Das zeigt zugleich, wie zum heutigen Stand die Chancen auf richtig warmes und stabiles Sommerwetter einzuschätzen sind.

Das Langfristmodell bleibt seiner Linie treu und berechnet die Temperaturabweichung mit -0,5/+0,5 Grad im Juli und August gegenüber dem langjährigen Mittelwert im weitgehend normalen Bereich. Eine Korrektur ergibt sich im Juli beim Niederschlagsverhalten - dieser könnte nach der aktuellen Wetterprognose des Langfristmodells auch negativ und somit zu trocken ausfallen. Ein Indiz auf ein Hochdrucksystem im zweiten Juli-Drittel? Abwarten und Geduld ist angesagt…

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