Zwar bleiben die Temperaturen in den kommenden Tagen im mäßig warmen und über dem Süden und Osten teils auch warmen Bereich, jedoch zeigt sich der Wettercharakter weiterhin unbeständig, so dass von Sommer mit einer stabilen Wetterlage und Temperaturen jenseits der +25 Grad Marke im eigentlichen Sinne nicht die Rede sein kann (s. Wetter Juli 2016).

Im Zeitraum zwischen dem 4./5. Juli kann sich nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells über Mitteleuropa eine schwache Hochdruckbrücke aufbauen, was die meist leichten Niederschläge nachlassen und die Temperaturen weiter ansteigen lassen kann. Allerdings gelingt es der Hochdruckbrücke sich nicht weiter zu stabilisieren und weicht den Tiefdruckausläufern aus nordwestlichen Richtungen kommend nach Südosten aus. In Folge dessen nimmt im Zeitraum zwischen dem 6./14. Juli die Niederschlagsneigung von Nordwest nach Südost wieder zu und Sonne, Wolken und Regen wechseln sich im steten Rhythmus ab. Dabei dominiert bis zum 13. Juli eine westliche Grundströmung mit kühleren Luftmassen das Temperaturniveau, so dass die Tageswerte meist im Bereich zwischen +17/+23 Grad liegen und damit gegenüber dem langjährigen Mittelwert sich im leicht zu kühlen Bereich bewegen können. Erst ab dem 13. Juli zeigt sich der nächste "zaghafte" Versuch vom Aufbau eines Hochdrucksystems über Mitteleuropa.

Die Berechnungen des europäischen Wettermodells sind recht ähnlich der des amerikanischen Modells, jedoch bleibt hier der Hochdruckkeil des Azorenhochs stärker ausgeprägt, was eine deutlich wechselhaftere Wetterperiode auf den 7./9. Juli beschränken könnte. Die Temperaturen liegen mit +19/+25 Grad etwas höher, könnten aber zwischen dem 7./9. Juli im Bereich zwischen +15/+20 Grad etwas kühler sein.

Die Kontrollläufe stützen die wechselhafte Wetterperiode im Zeitraum vom 6./14. Juli mehrheitlich, wobei über dem Norden und Osten die Niederschlagserwartung höher ausgeprägt sein kann, als über dem Westen und Süden (Nähe zum Hochdruckkeil). Das Temperaturspektrum liegt am 9. Juli zwischen +14/+25 Grad (Mittelwert: +17/+18 Grad über dem Norden und Westen und +19/+20 Grad über dem Süden und Osten) und am 14. Juli zwischen +15/+29 Grad (Mittelwert: +20 Grad über dem Westen und Norden und +22/+23 Grad über dem Osten und Süden).

Der Sommer 2016 kommt also weiterhin nicht in "Schwung" und viele Fragen erreichen uns derzeit per E-Mail, ob das denn hinsichtlich der in vielen Bundesländern beginnenden Sommerferien weiterhin so anhalten wird, oder ob sich der Sommer bald durchsetzen kann. Grundsätzlich ist beim Wetter nichts auszuschließen - auch nicht eine sog. Erhaltungsneigung, welche über 3-4 Monate hinweg anhaltend sein kann (siehe die zuletzt drei zu warmen Winter). Betrachtet man aber die Statistik, so folgte einem durchwachsenen Frühjahr (März-Mai) häufig der Juni noch mit einem unbeständigen Wettercharakter nach, bevor sich bis Mitte Juli das Wetter besserte und das Blatt zugunsten eines zu warmen Sommers noch wendete (insbesondere über den südlicheren Regionen). Das sich das Wetter aber nicht immer an die Statistik hält, dürfte hinlänglich bekannt sein.

Das Strömungsmuster, welches das amerikanische Wettermodell heute aufzeigt, besteht aus einen sich immer wieder erneuernden Tiefdruckzustrom aus westlichen Richtungen, welcher seinen Ursprung bei Neufundland hat. Wer hier regelmäßig mit liest, dem wird das sicherlich aus den Winterprognosen bekannt vorkommen, als die Tiefdruckrinne sich zwischen Neufundland, Island, England und Skandinavien immer wieder erneuert hat und für den zu milden Winter verantwortlich war. Nun bedeutet das im Sommer aber keineswegs auch einen zu milden/warmen Temperaturverlauf, vielmehr führt eine solche westliche Grundströmung zu mäßig warmen Temperaturen, welche sich im Bereich der Jahreszeit-typischen Temperaturen bewegen können.

Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+19) / normal (+20/+25) / zu warm (>+25), so liegen diese am 10. Juli bei 45/45/10 und am 15. Juli bei 25/50/25 und bestätigen den durchwachsenen und im Trend leicht zu kühlen Wetterverlauf im ersten Juli-Drittel, wenngleich die Tendenz für das zweite Juli-Drittel noch in alle Richtungen offen bleibt.

Ob der Sommer 2016 mit stabilen Wetterverhältnissen und Temperaturen jenseits der +25 Grad Marke noch kommt, könnte sich also im zweiten Juli-Drittel entscheiden. Das Langfristmodell bleibt aber seinen Wettervorhersagen der letzten Wochen treu und berechnet die Abweichungen der Temperaturen im Juli und August mit -0,5/+0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im normalen Bereich und in der Niederschlagsberechnung zeigt sich keine sonderliche Abweichung gegenüber dem Sollwert. Es spricht also derzeit vieles dafür, dass ein normaler Sommer 2016 in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu erwarten ist.

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