Zwar kann es Anfang Juli über dem Süden und Osten mit vermehrten Sonnenschein wieder wärmer werden, jedoch ist das noch nicht mit einem sommerlichen Grundcharakter gleichzusetzen. Denn die Zufuhr wärmer Luftmassen kommt durch ein Tiefdrucksystem zwischen Island, England und Skandinavien zustande, welches sich bis zum 4. Juli weiter nach Osten in Richtung Skandinavien verlagern und insbesondere über dem Nordwesten und Norden für einen unbeständigen Wettercharakter sorgen kann. Nichtsdestotrotz könnten die Temperaturen über dem Süden und Osten am 4. Juli auf +20/+25 Grad, örtlich auch auf bis +26/+29 Grad ansteigen, während es über dem Norden mit +17/+23 Grad kühler bleiben kann (s. Wettervorhersage Juni | Wetterprognose Juli).

Im darauf folgenden Zeitraum simuliert das amerikanische Wettermodell eine Verlagerung der atlantischen Frontalzone über Skandinavien, was es dem Sommer über Mitteleuropa wohl schwerer machen dürfte, sich durchzusetzen. Warum? Mit einer westlichen Grundströmung können sowohl Tiefdrucksysteme, als auch kühlere Luftmassen im Zeitraum 5./12. Juli nach Deutschland, Österreich und der Schweiz geführt werden, was den Entwicklungstrend der letzten Tage bestätigt.

Das europäische Wettermodell hält noch eine weitere Variante für möglich. So gelingt es der atlantischen Frontalzone sich auch in dieser Berechnung bis über Skandinavien durchzusetzen, jedoch deutlich nördlicher, so dass es einem Hochdruckkeil des Azorenhochs gelingen mag, sich bis über Mitteleuropa auszuweiten. In Folge daraus kann ein Hoch über dem östlichen Europa, bzw. Mitteleuropa Unterstützung finden, so dass der Tiefdruckeinfluss geringer ausfallen und mit einer eher südlichen Grundströmung die Temperaturen im Zeitraum 5./7. Juli entsprechend wärmer ausfallen können.

Es wird im Detail - wie auch in den vergangenen Tagen - darauf ankommen, ob sich der Hochdruckkeil oder die Tiefdruckausläufer über Mitteleuropa durchsetzen und damit das Wetter maßgeblich beeinflussen können. Was ist wahrscheinlicher? Die sog. Kontrollläufe stützen mehrheitlich einen normalen bis leicht zu kühlen Temperaturtrend im Zeitraum 5./12. Juli. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums am 5. Juli zwischen +20/+21 Grad über dem Westen und Norden und +23/+24 Grad über dem Süden und Osten und am 12. Juli bei einheitlichen +20/+21 Grad. Deutlich zeigt sich dieser Trend anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+19) / normal (+20/+25) / zu warm (>+25), welche am 7. Juli bei 55/40/5 und am 12. Juli bei 45/40/15 liegen und nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit auf zu warme Temperaturverhältnisse ausweisen.

Das Langfristmodell weicht in seiner heutigen Wettervorhersage Sommer 2016 kaum von der der letzten Wochen ab. So liegt die Abweichung der Temperaturen im Juli und August gegenüber dem langjährigen Mittelwert bei -0,5/+0,5 im normalen Bereich und in der Niederschlagserwartung zeigt sich keine sonderliche Abweichung gegenüber dem Sollwert.

Für alle diejenigen, welche uns in den letzten Tagen vermehrte E-Mails mit der Frage "Wann kommt der Sommer?" schreiben, sei gesagt, dass die aktuell "negativen" Aussichten nicht unbedingt so eintreten müssen. Zwar spricht vieles für eine kühlere und auch wechselhaftere Wetterphase im Zeitraum zwischen dem 5./12. Juli, jedoch könnte eine nördlichere Zugbahn der Tiefdrucksysteme rasch ein Hochdrucksystem über dem mitteleuropäischen Raum entstehen lassen, was relativ zügig zu einer sommerlichen Wetterlage führen kann.

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