Nein, so schnell wird das nichts mit dem Sommerwetter über Deutschland. So zeigen sich die kommenden Tage bis Mittwoch weiterhin unbeständig und mit weiteren Niederschlägen und Regenschauern ist zu rechnen. Die Temperaturen verbleiben dabei mit +15/+20 Grad im überwiegend mäßig warmen Bereich und können mit entsprechender Niederschlagsdauer auch darunter und mit etwas Sonnenschein auch darüber liegen. Mit Sommer hat das aber wenig gemeinsam (s. Wetter Juni 2016).

Wir wollen uns heute einmal intensiv der Frage stellen: "Wann kommt der Sommer?" Denn bereits in den letzten Tagen gab es in den Simulationen der Wettermodelle immer wieder einmal Hinweise für den Aufbau von hohem Luftdruck über Mitteleuropa, welcher sich zunehmend auch festigt, so dass diese Wetterentwicklung auch wahrscheinlich geworden ist. Nun bedeutet hoher Luftdruck nicht immer gleich schönes Wetter und warme Temperaturen. Warum? Es kommt ganz darauf an, wo dieses Hochdrucksystem sich positioniert und welche Achsausrichtung es hat.

Betrachtet man die Simulation des amerikanischen Wettermodells, so baut sich das Hochdrucksystem vom 21./23. Juni vom östlichen Europa her über Deutschland bis nach Spanien und Portugal auf. Dabei gelangt Deutschland in den Einflussbereich des Hochdruckkerns und dessen westlichen Gradienten (Hochdrucksysteme drehen sich im Uhrzeigersinn), so dass warme Luftmassen aus südlichen Richtungen herangeführt werden können. Aufgrund zur Nähe des Hochdruckkerns, sollte der Wettercharakter auch weitgehend trocken bleiben können. Im Zeitraum vom 23./30. Juni verändert das Hochdrucksystem seine Positionen über die Mittelmeerregion, Deutschland, Skandinavien und dem östlichen Europa, bleibt jedoch für Deutschland, Österreich und die Schweiz weitgehend wetterbestimmend, so dass Niederschläge (vor allem zwischen dem 24./26. Juni) nicht auszuschließen sind, jedoch gegenüber den letzten Wochen eine nachlassende Tendenz aufweist.

Das europäische Wettermodell zeigt sich hinsichtlich dieser Entwicklung zu hohem Luftdruck nicht gar so optimistisch und bestätigt, wie sehr es auf die Hochdruckposition ankommen wird. Nach diesen Berechnungen kann sich das Hoch über Osteuropa nicht nach Westen ausdehnen, so dass zwischen dem Azorenhoch und dem osteuropäischen Hoch eine Lücke entstehen kann, in welche die atlantische Frontalzone mit ihren Tiefdruckausläufern aus nordwestlichen Richtungen vordringen kann. In Folge dieser Variante würde der Wettercharakter über Deutschland, Österreich und der Schweiz vom 21./27. Juni wechselhaft und nur mäßig warm bleiben.

Welche Entwicklung ist wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe stützen mehrheitlich den Aufbau von hohem Luftdruck. Aktuell liegt der Luftdruck bei 1000-1010 hPa und steigt in den kommenden Tagen auf 1020 bis 1025 hPa an - das ist mit einem stabilen Hochdrucksystem noch nicht gleichzusetzen (da müsste der Luftdruck sich zwischen 1040-1060 hPa bewegen), es bestätigt jedoch den Trend. Das Temperaturspektrum liegt am 24. Juni zwischen +15/+31 Grad (Mittelwert: +25/+27 Grad) und am 30. Juni zwischen +16/+30 Grad (Mittelwert: +22/+23 Grad). Somit liegt der Mittelwert erst in dem für die Jahreszeit zu warmen Bereich und normalisiert sich im Trend zum Ende des Juni. Zurück zur eingangs gestellten Frage: "Wann kommt der Sommer 2016?". Die Wahrscheinlichkeiten für sommerliche Temperaturwerte stehen im letzten Juni-Drittel nicht schlecht, ob es aber für ein stabiles und damit trockenes Hochdruckwetter reicht, muss noch abgewartet werden. Gegen 17:00 Uhr erfolgt ein weiterer Wettertrend zum Wetter Juli 2016.

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