Bist zum Start in die neue Woche verlagert sich das Tiefdrucksystem, welches aktuell im Bereich zwischen England, Deutschland und Skandinavien liegt über den skandinavischen Raum. Dabei kommt es am heutigen Donnerstag und am Freitagvormittag zu einer kleinräumigen Intensivierung über Deutschland, so dass insbesondere über den östlichen und nordöstlichen Landesteilen mit unwetterartigen Wetterereignissen zu rechnen ist. In den darauffolgenden Tagen lässt die Niederschlagsintensität weiter nach, jedoch bleibt der unbeständige Wettercharakter mit mäßig warmen Temperaturen erhalten (s. Wetter Juni 2016).

Wann kommt der Sommer, bzw. was ist der Grund für den aktuell so unbeständigen Wettercharakter? Es ist nicht untypisch, dass im zweiten Juni-Drittel der Wettercharakter wechselhaft und auch kühler werden kann. Das kommt nach der statistischen Betrachtung häufiger vor und passt umgangssprachlich zur Wettersingularität der sog. Schafskälte. Etwas ungewöhnlich dabei ist die Phase vor der Schafskälte, welche ebenfalls unbeständig und nur mäßig warm war und besonders durch ihre Niederschlagsintensität auffiel. Betrachtet man die aktuellen Durchschnittswerte für die bereits vergangenen 15 Juni Tage, so liegt der Temperaturdurchschnittswert mit +1,17 Grad etwas über dem langjährigen Mittelwert, wobei der Norden deutlich wärmer als der Süden war. Anders formuliert waren die ersten 15 Juni Tage - über Deutschland gemittelt - leicht zu warm. Betrachtet man die Niederschlagssumme, so wurden im Flächenmittel bereits knapp 63 Prozent des Solls erfüllt und mancherorts ist das Soll mit 100-150 Prozent bereits übererfüllt. Die Sonnenstunden liegen mit knapp 41 Prozent noch unter dem Sollwert, wobei es auch hier ein deutliches Nord-Süd Gefälle zu beobachten gibt. Zusammenfassend war die erste Juni-Hälfte etwas zu warm, etwas zu nass bei einer geringeren Sonnenscheindauer als üblich. Ob sich die Werte maßgeblich "normalisieren" können, wird davon abhängen, wie das letzte Juni-Drittel verlaufen kann.

Betrachtet man die aktuelle Simulation des amerikanischen Wettermodells, so kann sich im Zeitraum vom 19./23. Juni eine schwache Hochdruckbrücke vom Azorenhoch über Deutschland in Richtung östliches Europa aufbauen, welche jedoch nicht stark genug ist, um die Tiefdruckausläufern vom Atlantik her kommend zu blockieren. So bleibt in diesem Zeitraum die Neigung zu Niederschlägen hoch und ist über dem Osten und Süden höher einzustufen als über dem Westen und Norden. Im Zeitraum vom 23./30. Juni zeigt sich eine weiterer Versuch eine einigermaßen stabile Hochdruckverbindung über Mitteleuropa aufzubauen. Gelingt das, so wäre mit einem sommerlichen Wettercharakter zu rechnen, gelingt es nicht, bleibt der Wettercharakter unbeständig bei mäßig warmen Temperaturwerten. Aktuell berechnet das amerikanische Wettermodell den Aufbau von hohem Luftdruck im Bereich zwischen England, Deutschland und Skandinavien, so dass im Zeitraum 23./30. Juni mit ansteigenden Temperaturwerten bei einer nachlassenden Niederschlagsneigung zu rechnen ist.

Das europäische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 21./26. Juni den Aufbau von hohem Luftdruck nachhaltiger, so dass Deutschland, Österreich und die Schweiz in den Einflussbereich von sommerlichen Temperaturwerten gelangen könnte, jedoch zeigen sich auch in diesen Berechnungen eingelagerte Störungen, so dass in diesem Zeitraum mit einer erhöhten Schauer- und Gewitterneigung zu rechnen ist.

Die Kontrollläufe stützen im Zeitraum vom 21./30. Juni eine über dem Süden und Osten höhere Niederschlagserwartung als über dem Westen und Norden. Das Temperaturspektrum liegt am 22. Juni zwischen +17/+30 Grad (Mittelwert: +20 Grad über dem Süden, +25 Grad über dem Osten und +22 Grad über dem Norden und Westen) und am 30. Juni zwischen +15/+30 Grad (Mittelwert: +21/+22 Grad) - das deutet nicht gerade auf eine hoch-sommerliche Temperaturphase hin. Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+17) / normal (+18/+24) / zu warm (>+24), so liegen diese am 24. Juni bei 10/55/35 und am 30. Juni bei 25/50/25 und weist weiterhin eine höhere Wahrscheinlichkeit für normale Temperaturwerte in den letzten Juni-Tagen aus.

Nun könnte man ja annehmen, dass nach einer längeren niederschlagsreichen Wetterperiode eine Phase folgt, bei der es auch längere Zeit trocken bleiben kann (Erhaltungsneigung & Ausgleichsverhalten). Betrachtet man die Berechnungen des Langfristmodells mit seiner heutigen Wettervorhersage Sommer 2016 für die Monate Juli und August, so weisen die Mittelwerte der Temperaturen mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad eine normale Temperaturentwicklung gegenüber dem langjährigen Mittelwert aus. Betrachtet man den Niederschlagstrend des Langfristmodells, so könnte der Juli normal bis leicht zu trocken und der August leicht bis mäßig zu trocken ausfallen. Die Wahrscheinlichkeiten für eine längere Hochdruckphase im Juli oder August sind demnach also vorhanden. Schaut man noch etwas weiter in die Zukunft, so werden aktuell der November und Dezember mit einer Abweichung von +1/+2 Grad als deutlich zu warm simuliert - das ist aber eine andere Geschichte, die es an einem anderen Ort der Seite und zu einer anderen Zeit zu Diskutieren gilt.

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