Am Sonntag startet auch für Deutschland die Fußball Europameisterschaft und nicht wenige Fragen erreichen uns derzeit, wie das Wetter am Sonntag im Detail werden wird, da scheinbar viele den Grill auspacken und anschließend das Spiel der deutschen Mannschaft im Freien sehen möchten. Die Chancen auf relativ trockenes Wetter sind etwa nördlich einer Linie Köln - Dresden hoch und die Niederschlagswahrscheinlichkeit steigt nach Süden hin an, wobei die Niederschlagsintensität entlang der Mittelgebirge nach den aktuellen Berechnungen am höchsten sein kann. Wer also seine EM-Party im Freien plant, sollte in den kommenden Stunden die jeweiligen Wettervorhersagen genauer betrachten. Was aber weitgehend gesichert ist, sind die zurückgehenden Temperaturwerte, welche am Sonntagabend - "passend zum Grillen" - über dem Süden zwischen +13/+18 Grad und über dem Norden zwischen +17/+22 Grad liegen können. Etwas frischer zeigen sich die Temperaturen mit +12/+18 Grad gegen 21:00 Uhr zum EM-Spiel der deutschen Mannschaft. Darüber hinaus bleibt es bis zur Wochenmitte wechselhaft und auch die Temperaturen zeigen sich mit Werten zwischen +14/+18 Grad - örtlich mit etwas Sonnenschein auch bis +22 Grad - nicht gerade sommerlich (Details s. Wettervorhersage Juni).

Der Grund für die unbeständige Wetterlage ist die atlantische Frontalzone, welche sich im Zeitraum von Sonntag bis Mittwoch im Bereich zwischen England und Skandinavien festigt. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen dabei auf der südwestlichen Vorderseitenströmung des Tiefdrucksystems, was die Temperaturen absinken und den Wettercharakter unbeständiger machen können. So werden über Deutschland bis einschließlich Mittwoch etwa südlich der Linie Köln - Dresden Niederschlagssummen zwischen 20-40 l/m², örtlich bis 40-70 l/m² berechnet, während nördlich der Linie mit 10-20 l/m² weniger an Niederschlag simuliert wird.

Der große "Nachteil" einer atlantischen Frontalzone, welche im Bereich zwischen England und Skandinavien liegt, ist der, dass die nachfolgenden Tiefdrucksysteme eine ähnliche Zugbahn haben und die sog. Tiefdruckrinne zwischen Neufundland, England und dem südlichen Skandinavien verlaufen kann. Anders formuliert zeigt sich auch für das nächste Europameisterschaftsspiel der deutschen Fußballmannschaft am Donnerstag eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen unbeständigen Wettercharakter bei mäßig warmen Temperaturen.

Betrachtet man die Simulation des amerikanischen Wettermodells, so zeigt sich auch im Zeitraum darüber hinaus vom 16./25. Juni kaum eine Veränderung der Großwetterlage. So liegt das Azorenhoch in "runder" Position über den Azoren und fällt kurz vor Mitteleuropa ab. Gleichzeitig fehlt es an einem Hoch über dem östlichen Europa, welches die Tiefdrucksysteme vom Atlantik her kommend blockieren könnte. So können die Tiefdrucksysteme am östlichen Rand des Azorenhochs von Nordwest nach Südost über Deutschland, Österreich und der Schweiz hinwegziehen, was den Wettercharakter weiterhin unbeständig gestalten und die Temperaturen im mäßig warmen Bereich belassen kann.

Gibt es noch andere Varianten - denn die Schwankungsbreite der letzten Tage war doch sehr hoch? Die gibt es zumeist in der Form, als dass das Tiefdrucksystem zum kommenden Wochenende und zum Start in die neue Woche kräftiger ausfällt und sich mit seinem Kerngebiet auf England konzentriert. Dadurch hätte ein Hochdruckkeil vom östlichen Mittelmeerraum über das östliche Europa mehr Spielraum sich nach Norden auszuweiten und sich zu stabilisieren um das Tiefdrucksystem zu blockieren. In Folge dessen wäre die südliche Anströmung der Luftmassen über Deutschland, Österreich und der Schweiz kräftiger, was die Wahrscheinlichkeit auf wärmere Temperaturen erhöhen könnte.

Blickt man auf die Kontrollläufe, so zeigt sich im Zeitraum vom 12./25. Juni eine mäßig hohe bis hohe Niederschlagserwartung, welche im Zeitraum vom 16./18. Juni noch eine ansteigende Tendenz aufweist. Das Temperaturspektrum liegt am 18. Juni zwischen +15/+27 Grad (Mittelwert: +20/+22 Grad) und am 25. Juni mit +15/+26 Grad (Mittelwert: +20/+22 Grad) in dem für die Jahreszeit durchaus noch typischen Bereich. Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+17) / normal (+18/+24) / zu warm (>+24), so liegen diese am 20. Juni bei 35/60/5 und am 25. Juni bei 35/50/15 und schwächen den positiven Temperaturtrend im letzten Juni-Drittel gegenüber gestern ab.

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wettervorhersage Sommer 2016 im Juni eine erhöhte Niederschlagsneigung, welche sich im Juli und August gegenüber dem Sollwert auch leicht zu trocken ausfallen kann. Im Temperaturverhalten zeigt sich gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Juni, Juli und August eine Abweichung von -0,5/+0,5 Grad im weitgehend normalen Bereich, wenngleich der Juni über dem Norden mit bis +1 Grad auch leicht zu warm ausfallen kann. Längere Zeit über wurde der Juni vom Langfristmodell als zu warm berechnet (+0,5/+2 Grad), der Normalisierungstrend der letzten Tage zeigt jedoch wie nachhaltig die Tiefdruckstruktur mit kühleren Temperaturen im Zeitraum vom 12./25. Juni sein könnte.

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