Der Wettercharakter wird von Sonntag bis einschließlich Dienstag kommender Woche zunehmend wechselhafter und unbeständiger, wobei die Temperaturen sich meist auf Werte zwischen +15/+20 Grad einpendeln können. Klassisches Sommerwetter mit blauem Himmel und Temperaturen über +25 Grad sieht definitiv anders aus (Details s. Wettervorhersage Juni).

In den gestrigen Simulationen ergab sich so etwas wie eine Chance auf wärmere Temperaturen im Zeitraum nach dem 15./16. Juni, sofern das Tiefdrucksystem zwischen Island und England nicht weiter nach Osten vorankommt und auf seiner Vorderseite entsprechend warme Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Deutschland führen kann.

Es wird im Detail also darauf ankommen, wie weit die atlantische Frontalzone mit ihren Tiefdrucksystemen nach Osten vorankommen wird. Betrachtet man die heutige Simulation des amerikanischen Wettermodells, so liegt das Tiefdrucksystem 15./16. Juni über England, bleibt dort aber nicht stationär, sondern verlagert sich zum 17./18. Juni über das südliche Skandinavien und beeinflusst damit maßgeblich das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz, so dass mit einen weiterhin unbeständigen Wettercharakter zu rechnen ist. Zwar können die Temperaturen im Zeitraum 15./17. Juni kurzweilig ansteigen, jedoch sinken diese mit größerem Einfluss des Tiefdruckgebietes nachfolgend wieder ab. Wie lange hält der unbeständige Wettercharakter nach dieser Simulation an? Für alle, die sich den Sommer herbeisehnen, ist eine Tiefdruckposition über dem südlichen Skandinavien eine denkbar schlechte Ausgangssituation. Warum? Tiefdrucksysteme drehen sich gegen den Uhrzeigersinn, so dass das Deutschland, Österreich und die Schweiz in eine westliche bis nordwestliche Grundströmung geraten, in der weitere Niederschlagsgebiete eingebettet sein können. Anders formuliert bleibt es nach diesen Berechnungen im Zeitraum vom 17./24. Juni unbeständig und nur mäßig mild bis mäßig warm.

Die Berechnungen des europäischen Wettermodells sind recht ähnlich der des amerikanischen, jedoch ist die Tiefdruckposition weiter nach Norden verschoben, so dass die Niederschlagserwartung etwas geringer ausfallen kann, jedoch ändert das kaum etwas an dem unbeständigen Wettercharakter bei wenig sommerlichen Temperaturen.

Gibt es noch andere Varianten und wie stehen die Wahrscheinlichkeiten zueinander? Die anderen Varianten, welche auch Sommerwetter zulassen könnten, gibt es weiterhin und die Chancen hierfür stehen gar nicht einmal so schlecht. Entscheidend wird sein - wie eingangs bereits erwähnt - wie sich das Tiefdrucksystem positionieren wird. Und hier gibt es auch heute noch viel Spielraum für Entwicklungen.

Die Kontrollläufe bestätigen mehrheitlich - sogar recht deutlich - eine hohe Niederschlagserwartung im Zeitraum vom 15./20. Juni. Das Tiefdrucksystem wird also zum heutigen Stand mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit das Wetter in diesem Zeitraum über Deutschland, Österreich und der Schweiz beeinflussen können, erst im darauffolgenden Zeitraum schwächt sich die Niederschlagsneigung etwas ab, bleibt aber bestehen. Das Temperaturspektrum liegt am 17. Juni zwischen +15/+30 Grad (Mittelwert: +20/+21 Grad) und am 24. Juni zwischen +15/+29 Grad (Mittelwert: +22/+23 Grad). Die Temperaturtendenz ist demnach im letzten Juni-Drittel ansteigend und bestätigt somit den Trend von gestern. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+17) / normal (+18/+24) / zu warm (>+24), liegen am 19. Juni bei 40/50/10 und am 24. Juni bei 15/40/45 und bestätigen ebenfalls den positiven Temperaturtrend.

Das Langfristmodell korrigiert seine Wettervorhersage Sommer 2016 für den Juni etwas und berechnet heute den Süden mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert als normal, während über den Gebieten nördlich der Mittelegebirge die Abweichung mit +0,5/+1 Grad, örtlich bis +2 Grad im leicht zu warmen bis zu warmen Bereich liegen kann. Für den Juli und August bleibt mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad alles wie gehabt - hier also keine Veränderungen. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich nach dieser Prognose der Juni als zu nass, der Juli und August hingegen leicht zu trocken. Anders ausgedrückt zeigt sich nach der Wetterprognose des Langfristmodells weiterhin ein "ganz normaler" Sommer. Was ist normal? Die Sommer sind in Deutschland nur mäßig warm und die Tageswerte liegen häufig zwischen +22/+27 Grad und seltener über der +30 Grad Marke. Hinzu kommt ein steter Wechsel zwischen Hochdruck- und Tiefdrucksystemen.

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