Bis einschließlich Sonntag bleibt die Schauer- und Gewitterneigung mit teils kräftigen Regenfällen mit örtlichem Potential für Unwetter hoch. Erst von Montag bis zur Wochenmitte lässt die Neigung zu Schauern und Gewittern von Norden her nach und verlagert sich über die südlichen Landesteile. Deutlicher zeigt sich das in der Simulation der zu erwartenden Niederschlagssummen bis einschließlich Mittwoch. So ist über den Gebieten nördlich einer Linie Köln - Dresden mit 2-15 l/m² (örtlich bis 25 l/m²) weniger an Niederschlags zu erwarten als mit 15-40 l/m² (örtlich bis 80 l/m² und mehr) über den südlichen Regionen. Die Temperaturen bleiben aber mit +20/+25 Grad zumeist im warmen Bereich und können im Verlauf der kommenden Woche sogar etwas ansteigen (s. Wetter Juni).

Die Wetterentwicklung im Zeitraum vom 9./17. Juni bleibt als komplex zu bezeichnen. So simuliert das amerikanische Wettermodell im Zeitraum bis zum 10. Juni den Aufbau einer Hochdruckbrücke über Mitteleuropa, welche sich von der Mittelmeerregion bis über das südliche Skandinavien erstrecken kann, was im Übrigen zu der nachlassenden Schauer- und Gewitteraktivität in der kommenden Woche führen kann. Zeitgleich tropft am östlichen Hochdruckgradienten ein Tiefdrucksystem von Skandinavien über das östliche Europa nach Süden ab und positioniert sich zum 13. Juni über Weißrussland/Ukraine. Somit "kippt" die Hochdruckbrücke nach Nordosten weg und entscheidend wird sein, wie sich ein Hochdruckkeil des Azorenhochs ausbilden kann. Gelingt der Brückenschlag zum Hochdrucksystem über dem westlichen Russland, östlichen Skandinavien, so ist mit einer relativ warmen und weitgehend trockenen Südwestwetterlage zu rechnen. Gelingt dies nicht, so kann die atlantische Frontalzone mit ihren Tiefdrucksystemen zunehmend das Wetter über Deutschland im Zeitraum vom 14./18. Juni mit beeinflussen. In der aktuellen Simulation des amerikanischen Wettermodells gelingt der "Brückenschlag" nicht und die Temperaturtendenz zeigt sich im Verlauf des zweiten Juni-Drittels rückläufig.

Das europäische Wettermodell simuliert eine ganz ähnliche Variante, wenngleich der "Taktgeber" auf dem Atlantik zu finden ist. Das Azorenhoch strebt nach diesen Berechnungen im Zeitraum 9./13. Juni nicht in Richtung Mitteleuropa, sondern formiert sich in "kugelrunder" Position über den Azoren. Das gibt der atlantischen Frontalzone mehr Spielraum um ein kühleres und unbeständigeres westlich bis nordwestlich orientiertes Zirkulationsmuster herbeizuführen.

Eine kühlere Temperaturphase im zweiten Juni-Drittel ist statistisch betrachtet nichts außergewöhnliches und wird umgangssprachlich als Schafskälte definiert, doch wie hoch liegen die Wahrscheinlichkeiten für eine Abkühlung?

Die Kontrollläufe stützen heute mehrheitlich eine erhöhte Niederschlagsneigung im Zeitraum vom 11./17. Juni, welche über dem Süden, Osten und Westen höher ausgeprägt ist, als über dem Norden. In der Temperaturentwicklung zeigt sich der Mittelwert knapp über dem langjährigen Mittelwert, es gibt jedoch auch Varianten, welche knapp darunter liegen. Anders formuliert entwickelt sich das Temperaturniveau im zweiten Juni-Drittel durchaus Jahreszeiten-typisch. So liegt das Temperaturspektrum am 11. Juni zwischen +18/+28 Grad (Mittelwert: +23/+24 Grad) und am 17. Juni zwischen +13/+27 Grad (Mittelwert: +18/+20 Grad).

Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+17) / normal (+18/+24) / zu warm (>+24), so liegen diese am 13. Juni bei 25/65/10 und am 18. Juni bei 30/60/10. Auch hier zeigt sich eine Bestätigung des Trends der letzten Tage, als dass Jahreszeit-typische Temperaturen im zweiten Juni-Drittel wahrscheinlicher als hoch sommerliche Werte sind, wenngleich die Möglichkeiten der Schafskälte (Abkühlung) noch nicht "vom Tisch" sind.

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wettervorhersage für den Sommer eine Temperaturabweichung im Juni gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +0,5/+1 Grad im leicht zu warmen und mit bis zu +2 Grad über dem Norden im zu warmen Bereich. Für den Juli und August wird eine Abweichung von -0,5/+0,5 Grad im weitgehend normalen Bereich simuliert. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich der Juni positiv (zu nass), während der Juli und August kaum Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert zu beobachten sind - der Trend ist sogar leicht negativ (zu trocken).

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