In den kommenden Tagen bleibt bis einschließlich Dienstag der unbeständige Wettercharakter mit einer hohen Neigung zu Schauern und Gewittern erhalten und verlagert sich am Sonntag und Montag weiter nach Südwesten, bevor zum Dienstag sich die Schauer und Gewitter erneut nach Osten und Nordosten ausdehnen können - örtliches Unwetterpotential ist bei dieser Wetterlage in den kommenden grundsätzlich nicht auszuschließen. Die Temperaturen bleiben verbreitet mit +20/+25 Grad im warmen Bereich und z.T. können die Temperaturen auch als unangenehm schwül-warm empfunden werden (s. Wetter Juni).

Wann kommt denn endlich der Sommer? Viele Fragen dieser Art erreichen uns in den letzten Tagen häufiger - auch hinsichtlich der bevorstehenden Urlaubssaison. Bereits in den letzten Tagen zeigte sich in den Simulationen der Wettermodelle im Zeitraum von 7./11. Juni der Aufbau eines Hochdruckkeils von der Mittelmeerregion über Deutschland bis über das südliche Skandinavien. Das sollte die bis dahin angespannte Niederschlagsneigung entspannen. Zwar sind weiterhin Schauer und Gewitter zu erwarten, jedoch sind diese meist regional und nicht mehr flächendeckend zu erwarten. Auch das Unwetterpotential sollte bei dieser Wetterentwicklung weiter abnehmen können. Die Temperaturen bleiben im weitgehend warmen Bereich.

Westlich der Hochdruckkeils positioniert sich in diesem Zeitraum ein Tiefdrucksystem zwischen Grönland und den Azoren und verlagert sich zum 10. Juni in Richtung Island, so dass die atlantische Frontalzone an Dynamik gewinnen kann. In Folge daraus ergeben sich drei wesentliche Wetterentwicklungen für den Zeitraum vom 10./17. Juni.

In der ersten Variante kann sich die atlantische Frontalzone bis über Skandinavien durchsetzen, wird jedoch von einem Hochdruckkeil des Azorenhochs weit nach Norden abgedrängt. In Folge daraus gelangt Deutschland, Österreich und die Schweiz in eine warme Südwestströmung, bei der die Niederschlagsneigung über dem Nordwesten höher einzustufen ist, als über dem Südosten. Die Temperaturen liegen bei dieser Variante zumeist zwischen +22/+27 Grad.

In der zweiten Variante gelingt der atlantischen Frontalzone ebenfalls der Durchbruch nach Skandinavien, jedoch kann sich der Hochdruckkeil des Azorenhochs nicht bis nach Deutschland ausweiten, so dass das Tiefdrucksystem über Skandinavien seinen Einfluss auf das Wetter über Deutschland erhöhen kann. In Folge daraus gelangt Deutschland in der Folgezeit in ein westliches und unbeständiges Strömungsmuster, bei der die Temperaturen sich etwas abkühlen können. Wie kühl? +15/+20 Grad - das entspräche auch der in dieser Zeit häufig auftretenden Wettersingularität der sog. Schafskälte, wenngleich in abgemilderter Form.

In der dritten Variante baut sich über dem östlichen Europa ein Hochdrucksystem auf, so dass nach einer kurzen unbeständigen Wetterphase im Zeitraum 10./12. Juni darauffolgend die Tiefdruckachse vor Mitteleuropa nach Süden "abtropft" und sich im Bereich zwischen Skandinavien, England, Portugal und den Azoren positionieren kann. Deutschland, Österreich und die Schweiz würden in dieser Variante auf die warme, teils auch heiße Vorderseitenanströmung des Tiefdrucksystems aus südlichen Richtungen gelangen. Es wäre also erneut nur eine Frage der Zeit, bis die Schauer- und Gewitterneigung wieder zunehmen kann.

Die Gemeinsamkeiten der Varianten liegen in einem unbeständigen Wettercharakter bei weitgehend Jahreszeit-typischen Temperaturen. Insofern ändert sich an der Antwort zu der Frage wann der Sommer mit einer stabilen Wetterlage und Temperaturen jenseits der +25 Grad Marke kommt gegenüber den letzten Tagen nichts: mit höherer Wahrscheinlichkeit nicht bis zum 15./17. Juni.

Die Kontrollläufe bestätigen im Zeitraum 10./17. Juni mehrheitlich einen für die Jahreszeit leicht zu warmen bis zu warmen Temperaturverlauf. So liegt das Temperaturspektrum am 10. Juni zwischen +15/+28 Grad (Mittelwert: +21/+22 Grad) und am 17. Juni zwischen +13/+29 Grad (Mittelwert: +21/+22 Grad). Im Niederschlagsverhalten zeigt sich nach den Kontrollläufen über dem Süden und Osten eine mäßige bis hohe Niederschlagserwartung, während diese über dem Westen und Norden schwach bis mäßig ausfallen kann.

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wetterprognose Sommer für den Juni eine leicht positive Niederschlagserwartung (zu nass), welche im Juli und August sich weitgehend am Sollwert orientieren kann, mit der Tendenz auch leicht negativ auszufallen (zu trocken). Im Temperaturverhalten zeigt sich der Juni leicht zu warm, während der Juli und August weitgehend normal berechnet wird.

Anzeige

 

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!