Die Luftmassen über Deutschland sind mit einem Tiefdrucksystem, welches von Polen über Deutschland nach Westen hinwegzieht als feucht-warm, bzw. auch als schwül-warm zu bezeichnen. So kommt es aufgrund dieser Luftmassen in den kommenden Tagen wieder zu einer erhöhten Neigung zu Schauern und Gewittern, welche sich über das Wochenende mehr und mehr über den Süden verlagern können, während es über dem Norden allmählich trockener werden kann (s. Wetter Juni).

Im Zeitraum vom 7./9. Juni simulieren die Wettermodelle kaum Veränderungen. Der Grund hierfür ist die Konstellation der Wettersysteme zueinander. So liegt über dem Atlantik zwischen Neufundland, Grönland und den Azoren ein kräftiges Tiefdrucksystem, welches den hohen Luftdruck zwischen Grönland, Island und der Mittelmeerregion langsam abbaut. Vorderseitig gelingt aber nochmals der Transport von feucht-warmen Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz, was zu der hohen Schauer- und Gewitterneigung führen kann. Wie warm kann es werden? Die Simulationen berechnen Temperaturwerte, welche im Bereich zwischen +20/+25 Grad, örtlich bis +28 Grad liegen können.

Interessant ist jedoch die Positionierung eines Tiefdrucksystems zwischen dem nördlichen Skandinavien und der Barentssee. Denn im Verbund mit dem Hochdrucksystem können kühlere Luftmassen nach Süden geführt werden, so dass diese im Zeitraum vom 9./11. Juni auf die feucht-warmen Luftmassen treffen können. In Folge dessen können direkt über Skandinavien, bzw. auch über Mitteleuropa Tiefdrucksysteme initialisiert werden, welche Rückseitig die kühlen Luftmassen bis nach Deutschland führen können.

Eine kühlere Temperaturentwicklung Anfang des zweiten Juni-Drittels ist aber nur eine mögliche Option. Eine andere Variante wäre die, dass das Hochdrucksystem, bzw. die Hochdruckbrücke zwischen Grönland, Island und der Mittelmeerregion sich länger halten kann, so dass das warme, teils auch schon heiße "Vorderseitenwetter" über Deutschland, Österreich und der Schweiz sich noch länger anhalten kann.

Kühl oder warm, was ist wahrscheinlicher? Passend zum zweiten Juni-Drittel wäre die Wettersingularität der sog. Schafskälte und auch die Kontrollläufe halten sich diese Option zu einer Abkühlung noch offen. So liegt das Temperaturspektrum am 10. Juni zwischen +15/+27 Grad (Mittelwert: +21/+22 Grad) und am 16. Juni zwischen +14/+25 Grad (Mittelwert: +17/+18 Grad). Somit bestätigt sich heute die Tendenz der letzten Tage von einem langsamen Temperaturrückgang im Verlauf des zweiten Juni-Drittels. Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+17) / normal (+18/+24) / zu warm (>+24), so liegen diese am 11. Juni bei 30/50/20 und am 14. Juni bei 35/45/20 und weisen eine höhere Wahrscheinlichkeit für Jahreszeit-typische Temperaturen mit einem Trend zu einer leicht zu kühlen Witterungsphase im zweiten Juni-Drittel aus. Anders formuliert findet sich hinsichtlich der Frage "Wann kommt der Sommer" noch keine befriedigende Antwort. Warum? Beide Konstellationen würden auch zu unbeständigen Wetter führen, so dass klassisch stabiles Sommerwetter mit strahlend blauem Himmel und Temperaturen jenseits der +25 Grad Marke zum heutigen Stand im zweiten Juni-Drittel weniger wahrscheinlich sind.

Nichtsdestotrotz simuliert das Langfristmodell für den Juni eine Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit +0,5/+1 Grad im leicht zu warmen Bereich - örtlich kann die Abweichung auch bis +2 Grad betragen. Mit anderen Worten wird der Juni vom Langfristmodell als zu warm berechnet, während der Juli und August mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad weitgehend normal verlaufen kann. Im Niederschlagsverhalten zeigen sich gegenüber dem Sollwert kaum Abweichungen. Im Trend könnte der Juni leicht zu nass und der Juli zu trocken ausfallen.

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