Es zeigt sich in den aktuellen Simulationen der Wettermodelle eine zunehmende Wahrscheinlichkeit für eine westliche Verlagerung des Hochdrucksystems Anfang Juni in den Bereich zwischen Grönland, Island und England, welches sich Ende Mai über Skandinavien aufbauen kann. Somit werden stabile sommerliche Wetterlagen Anfang Juni weniger wahrscheinlich, wobei das Temperaturniveau langsam auf ein Jahreszeit-typisches Niveau absinken und sogar die Tendenz dazu haben kann, leicht zu kühl auszufallen (s. Wetter Juni).

Die Frage die uns die letzte Tage wieder häufiger gestellt wird: Wann kommt der Sommer? Wir definieren an dieser Stelle den "Sommer" mit einer stabilen Großwetterlage, welche zu wenig Niederschlägen neigt und die Temperaturen auf über +25 Grad ansteigen lassen kann.

Betrachtet man die Simulation des amerikanischen Wettermodells, so ist solche eine sommerliche Wetterlage nicht gänzlich auszuschließen, jedoch mit einem Hoch im Bereich zwischen Grönland/Island und einem Tiefdrucksystem über dem europäischen Nordmeer weniger wahrscheinlich. Warum? Hochdrucksysteme drehen sich im und Tiefdrucksysteme gegen den Uhrzeigesinn. In Folge dessen ist ein zunehmend meridionales Nord-Süd Strömungsmuster im ersten Juni-Drittel wahrscheinlicher als andere Varianten. Somit liegt das Temperaturniveau mit höherer Wahrscheinlichkeit im normalen Spektrum mit der Tendenz auch zu kühl auszufallen.

Deutlicher zeigt sich ein möglicher Temperaturrückgang im ersten Juni-Drittel anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+17) / normal (+18/+24) / zu warm (>+24), welche am 4. Juni bei 15/45/40 und am 9. Juni bei 50/30/20 liegen können.

Gibt es denn auch noch andere Varianten? Ja, die gibt es, auch welche die noch für sommerliche Temperaturen verantwortlich sein könnten. Das wäre aber nur dann der Fall, wenn sich das Hochdrucksystem über Grönland zurückzieht und es der Tiefdruckrinne der atlantischen Frontalzone ermöglicht, sich bis zwischen Island, den Azoren und England zu positionieren. In Folge dessen kann ein Hochdruckkeil des Mittelmeerhochs dazu angeregt werden, sich gen Norden aufzuwölben und das Hoch über Skandinavien zu "unterstützen" und im Verbund der Systeme den Transport der wärmeren Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz aufrecht zu erhalten - aber auch diese Variante erscheint zum heutigen Stand wenig nachhaltig (unbeständig).

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wettervorhersage für das Wetter Sommer für die Monate Juni und Juli eine negative Niederschlagserwartung (zu trocken), welche sich im August dem Sollwert annähern kann. Die Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert liegt im Juni, Juli und August mit -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich und hat über dem äußersten Süden und Westen auch einen leicht zu warmen Trend.

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