Der unbeständige Wettercharakter bleibt auch im Wochenverlauf erhalten und schwächt sich voraussichtlich zum kommenden Wochenende weiter ab. Die Temperaturen steigen wieder etwas an und erreichen bis zum kommenden Samstag meist Werte, welche zwischen +14/+19 Grad, örtlich bis +23 Grad liegen können (s. Wetter Mai). Die Frage nach "wann wird es wärmer" kann zum heutige Stand mit Mittwoch beantwortet werden.

Ob der "Warmluftschub" am kommenden Wochenende tatsächlich so eintreten wird, bleibt zum heutigen Stand aber noch abzuwarten. Warum? Die atlantische Frontalzone sorgt mit klassischem Vorderseitenwetter für die Advehierung der milden bis warmen Luftmassen und sollte diese sich etwas verschieben, so ist statt Sonnenschein und milden Temperaturen mit Dauerregen und kühlen Temperaturwerten zu rechnen. Die Tendenz geht heute aber in Richtung Vorderseiten dominiertes Wetter.

Das amerikanische Wettermodell simuliert die Frontalzone am kommenden Wochenende im Bereich zwischen Island, England und Skandinavien, bei der Deutschland, Österreich und die Schweiz in den warmen Vorderseitenstrom des Tiefdrucksystems gelangen kann. Ob es gänzlich trocken bleiben kann, wird maßgeblich von der detaillierten Zugbahn des Tiefdrucksystems abhängen. Etwas anders zeigt sich die Simulation des europäischen Wettermodells, bei dessen Berechnungen zwar auch milde Luftmassen herangeführt werden können, jedoch der Tiefdruckeinfluss höher zu bewerten ist und somit mit einem unbeständigen Wettercharakter gerechnet werden kann.

Im Zeitraum vom 22./31. Mai zeigt sich nach den aktuellen Berechnungen erneut eine höhere Wahrscheinlichkeit für den Aufbau von hohem Luftdruck im letzten Mai-Drittel im Bereich zwischen England, Skandinavien und Deutschland, bei der im wesentlichen drei Wetterentwicklungen zustande kommen können.

Die kühlste Variante würde einer Hochdruckposition über England entsprechen, bei der Deutschland, Österreich und die Schweiz auf die östliche Gradientenseite des Hochdrucksystems und somit in eine nördliche Strömungskomponente gelangen kann. Die Niederschlagsneigung selbst wäre jedoch im Zeitraum 22./31. Mai als gering einzustufen.

In der zweiten Variante liegt der hohe Luftdruck im Bereich zwischen dem Mittelmeer, Deutschland und Skandinavien, so dass im Verbund mit dem Tiefdrucksystemen über dem Atlantik teils heiße Luftmassen nach Norden über die Alpen geführt werden können. Dabei kann die Schauer- und Gewitterneigung ansteigen.

In der dritten Variante baut sich der Hochdruckkern über dem skandinavischen Raum auf und könnte von den Tiefdrucksystemen vom Atlantik her kommend "unterwandert" werden. In Folge dieser Variante wäre der Wettercharakter als unbeständig, die Temperaturwerte aber als mild bis warm zu bezeichnen.

Was ist wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe stützen im Zeitraum vom 19./25. Mai einen unbeständigen Wettercharakter, welcher darüber hinaus nur eine langsam abnehmende Tendenz aufweist. Das spräche für einen Durchzug der Frontalzone mit warmen Vorderseitenwetter bis zum 23. Mai und nachfolgend setzt sich langsam hoher Luftdruck durch. Blickt man auf das Temperaturspektrum, so liegen die Werte am 22. Mai zwischen +13/+26 Grad (Mittelwert: +20 Grad über dem Osten und Süden und +18 Grad über dem Westen und Norden) und am 31. Mai zwischen +14/+27 Grad (Mittelwert: +20/+22 Grad). Sollte sich der hohe Luftdruck bis Ende Mai im Bereich zwischen Deutschland und Skandinavien durchsetzen können, so wäre auch mit einem entsprechend warmen und trockenen Start in den Sommer zu rechnen.

Betrachtet man das Langfristmodell und dessen aktuelle Wetterprognose für den Sommer 2016, so liegt die Abweichung der Temperaturen im Juni, Juli und August gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit -0,5/+0,5 Grad im weitgehend normalen Bereich und auch im Niederschlagsverhalten zeigt sich keine sonderliche Abweichung gegenüber dem Sollwert. Anders formuliert wird heute erneut die Tendenz zu einem normalen Sommer berechnet.

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