Nur sehr zögerlich steigen im Wochenverlauf die Temperaturen in Richtung der +20 Grad Marke an und verbleiben vielfach noch darunter. Zudem bleibt der Wettercharakter insgesamt unbeständig, so dass mit einer regen Schauer-, teils auch Gewitterneigung zu rechnen ist (s. Wetter Mai).

Der positive Temperaturverlauf hält bis zum 19. Mai an und orientiert sich in seinem Mittelwert an den Jahreszeit-typischen Werten. Betrachtet man die Großwetterlage, so baut sich der hohe Luftdruck auf dem Atlantik ab, was das meridionale Nord-Süd Strömungsmuster - und damit die Zufuhr kühler Luftmassen - beendet. Allerdings kann sich die atlantische Frontalzone zum 19./20. Mai im Bereich zwischen England und Skandinavien positionieren und somit das Wetter über Deutschland mit beeinflussen, was zum unbeständigen, aber durchaus milden Wettercharakter führen kann.

Setzt sich die Frontalzone über Skandinavien fest? Betrachtet man die Simulation der Wettermodelle, so ist der weitere Verlauf - für alle welche sich früh sommerliche Temperaturwerte und stabile Wetterverhältnisse wünschen - gelinde gesagt nicht ganz optimal. Das Azorenhoch flacht sich über den Azoren ab und ermöglicht der Frontalzone mit ihrer dazugehörigen Tiefdruckrinne eine südlichere Zugbahn, so dass das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz bis zum 25. Mai damit beeinflusst werden kann. In Folge daraus bleibt der Wettercharakter im Zeitraum 20./25 Mai wechselhaft mit teils kräftigen Regenfällen und die Temperaturen könnten sich auf Werte zwischen +15/+17 Grad einpendeln. Das ist nicht unbedingt kalt, aber eben auch nicht warm.

Wie wahrscheinlich ist dieser Wetterverlauf? Die Kontrollläufe stützen diese Variante mehrheitlich - jedoch ist das Entwicklungsspektrum im Zeitraum vom 19./29. Mai noch als hoch einzustufen. So liegen die Differenzen der Höhentemperaturen (ca. 1.500 Meter) z.T. bei 15 Grad. Zum Vergleich: um eine halbwegs gesicherte Wettervorhersage oder Wetterprognose zu erstellen, sollte die Differenz nicht mehr als 2/4 Grad betragen. Da ist also noch Spielraum vorhanden - sowohl in die eine, wie auch in die andere Richtung. Es wird maßgeblich davon abhängen, wie die Tiefdruckrinne verlaufen wird. Im ungünstigsten Fall entsteht daraus im letzten Mai-Drittel eine kühle Nordwestwetterlage und im günstigsten Fall eine milde Südwestwetterlage - läuft alles wie simuliert, dann ist das Resultat eine Westwetterlage.

Und wie wird das Wetter Sommer 2016? Betrachtet man das Niederschlagsverhalten gemäß der aktuellen Simulation des Langfristmodells für die Sommermonate Juni, Juli und August, so sind gegenüber den Sollwerten keine sonderlichen Abweichungen zu erkennen. Betrachtet man die Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert, so liegen diese mit -0,5/+0,5 Grad im weitgehend normalen Bereich. Anders formuliert berechnet das Langfristmodell bereits seit Wochen im Schnitt ein "normales" Wetter Sommer. Allerdings - und das muss an dieser Stelle auch erwähnt sein - simulierte das Langfristmodell für den Sommer 2015 ebenfalls einen normalen Verlauf, welcher sich später als deutlich zu warm zeigte. Ob das im Sommer 2016 wieder der Fall sein wird, bleibt abzuwarten, unwahrscheinlich ist dies nicht, denn in Zeiten des Klimawandels werden die Temperaturen im Sommer immer wärmer (s. Zeitreihe der Mitteltemperatur Deutschland).

Anzeige

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!