Welche Wetterlage das erste August-Drittel dominieren kann, bleibt weiterhin offen. Insbesondere die derzeitige Sturmtiefphase zeigt in der aktuellen Wettervorhersage, dass die atlantische Frontalzone wieder vermehrt Einfluss auf das Wetter über Deutschland nehmen möchte. Die Frage die sich daraus stellt ist - für wie lange bleibt eine mögliche Westwindzirkulation bestehen? In den heutigen Simulationen der Wettermodelle wurde in der erweiterten Wetterprognose bis zum 5. August eine Hochdruckdominanz über Mitteleuropa mit weniger Wahrscheinlichkeit berechnet als andere Varianten. Im Detail wird es darauf ankommen, inwieweit das "Anrennen" der atlantischen Frontalzone - auch in seiner Nachhaltigkeit - Erfolg hat. Denn es gibt auch noch einige Varianten mit anderen Lösungen. Welche wären das? Setzt sich das Tiefdruckzentrum zwischen Island und Skandinavien durch, so bleibt die Westwindzirkulation aktiv und auch über den 5. August hinaus mit höherer Wahrscheinlichkeit bestehen. Kippt allerdings die Tiefdruckachse auf dem Atlantik in Richtung Azoren, so kann auf der Trogvorderseite eine Warmluftadvehierung aus südlichen bis südwestlichen Richtungen stattfinden. Eine ähnliche unbeständige aber warme bis heiße Wetterlage gab es bereits im ersten Juli-Drittel. Tropft der Trog noch etwas weiter westlich ab, gelangt Mitteleuropa auf die heiße Seite zwischen tiefen Luftdruck über dem Westen und hohen Luftdruck über dem östlichen Europa. Wölbt sich hingegen das Azorenhoch gen Norden in Richtung Island/Grönland auf, so tropfen die Tiefdrucksysteme über Mitteleuropa nach Süden ab, was einen kühlen und wechselhaften Wettercharakter zur Folge haben kann. Welche der Varianten ist wahrscheinlicher? Der sog. Jetstream weist bspw. zum 7. August mit einer Wahrscheinlichkeit von 55/45 ein in den Kontrollläufen westliches bis nordwestliches Strömungsmuster höher aus, als ein südwestlich bis südlich orientiertes Zirkulationsmuster - östliche Strömungsvarianten werden zum aktuellen Stand nicht mehr berechnet. Im Verhältnis der Kontrollläufe von zu kalt (<+17) / normal (+18/+24) / zu warm (>+24), zeigt sich die Differenzierung mit einem breiten und unsicheren Entwicklungsspektrum am 6. August mit 40/40/20 und am 9. August mit 30/40/30 noch etwas deutlicher.

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