Wie man in der aktuellen Wettervorhersage unschwer erkennen kann, neigt sich die stabile und hoch sommerliche "Hitzewelle" nun ihrem Ende zu und frischere Luft vom Atlantik kommend wird das Wetter in den kommenden Tagen dominieren können. Typisch für solche Umstellungsphasen sind abwechslungsreiche Tage, welche durchaus zwischen warm, heiß und kühl in enger Reihenfolge aufeinander einhergehen können. Das amerikanische Wettermodell simuliert bspw. zum kommenden Wochenende einen Temperaturanstieg auf sommerliche Werte, welche jedoch zum Sonntag bereits mit dem nächsten Tief wieder eine deutliche Abkühlung erfahren können. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so könnte sich die Wärme auch noch am Sonntag größtenteils behaupten, bevor auch in dieser Simulation zum Montag der wechselhafte und kühlere Wettercharakter wieder zunehmen kann. Anders ausgedrückt ist eine stabile sommerliche Wetterlage im Zeitraum 8./14. Juli weniger wahrscheinlich. Wie geht es weiter? Das amerikanische Wettermodell zeigt mit seiner heutigen Simulation zwei wesentliche Ansätze, wie sich das Wetter im Zeitraum 15./22. Juli entwickeln könnte. In der einen Variante zeigt sich ein Tiefdrucksystem über dem skandinavischen Raum als dominierendes Wettersystem. Gleichzeitig gelingt es dem Azorenhoch auf dem Atlantik, sich gen Norden in Richtung Grönland zu erstrecken. Somit fehlt die blockierende Wirkung des hohen Luftdruck über der Mittelmeerregion, was das Tief mit der Ausweitung seiner Gradienten nach Süden ausnützen kann. Im Zusammenspiel beider Systeme entsteht ein meridionales Zirkulationsmuster (Nord-Süd, Süd-Nord) über Mitteleuropa, bei der Deutschland - zum heutigen Stand - im Kernbereich der kühleren Anströmung liegt (Trog). Welche Temperaturen wären demnach zu erwarten? Bei einem Eintreffen dieser Variante zeigen die Simulationen Werte zwischen +15/+20 Grad als durchaus wahrscheinlich. Eine weitere Variante wäre ein konstantes Zentraltief über dem skandinavischen Raum, welches im weiteren Verlauf Tiefdrucksysteme in einem westlich orientieren Zirkulationsmuster ermöglichen könnte (wechselhaft und mäßig warm). Das europäische Wettermodell zeigt in seiner Simulation eine dritte Variante, bei der sich im Zeitraum 13./17. Juli mit einer von Neufundland, England und Skandinavien verlaufenden Tiefdruckrinne ein überwiegend südwestlich orientiertes Zirkulationsmuster einstellen kann, bei dem es grundsätzlich im Nordwesten kühler und wechselhafter als im Südosten sein kann. Welche der Varianten ist am wahrscheinlichsten? Die Kontrollläufe bestätigen den "Temperatursturz" von bis 20 Grad in dieser Woche und zum Wochenende einen erneuten Anstieg der Temperaturen, welche kurz darauf wieder in den leicht zu kühlen Bereich abfallen und sich im weiteren Verlauf bei einer erhöhten Niederschlagserwartung gegenüber dem langjährigen Mittelwert sich normalisieren können. So liegt das Temperaturspektrum am 12. Juli zwischen +15/+26 Grad (Mittelwert: +21 Grad im Osten, sonst +19/+20 Grad) und am 17. Juli zwischen +13/+30 Grad (Mittelwert: +20 Grad im Norden und Westen und +21/+22 Grad im Süden und Osten). Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+17) / normal (+18/+24) / zu warm (>+24), liegen am 18. Juli bei 45/50/5 und am 22. Juli bei 40/50/10 und zeigt - gegenüber den vergangenen Tagen - nun eine deutlichere Tendenz in Richtung normale bis leicht zu kühle Temperaturen auf. Das Langfristmodell bleibt seiner Wetterprognose treu und simuliert den Juli mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad (im Norden +0,5/+1 Grad) gegenüber dem langjährigen Mittelwert als deutlich zu warm und verbreitet zu trocken. In der Wetterprognose für August simuliert das amerikanische Wettermodell gegenüber dem vieljährigen Mittelwert keine sonderlichen Abweichungen bei einer leicht negativen Niederschlagstendenz.

Anzeige

 

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!