Betrachtet man die aktuelle Wettervorhersage, so bleibt der Zeitraum bis zum 7. Juli weitgehend hoch sommerlich bei einer zunehmenden Schauer- und Gewitteraktivität. Ab Mittwoch kommender Woche zeigt sich insbesondere in der Simulation des amerikanischen Wettermodells ein markanter Wetterumschwung, bei dem in weiterer Abfolge die Temperaturen um bis zu 20 Grad zurückgehen können - vom Hochsommer in den Herbst - Was ist da dran, bzw. wie wahrscheinlich ist der Wetterumschwung? Der Grund für den Ansatz des veränderten Zirkulationsmusters ist das voranschreitende Tiefdrucksystem auf dem Atlantik, welches sich in weiterer Abfolge über Skandinavien positionieren möchte. Gelingt dies im gradientenstarken Umfeld (Intensität des Tiefdrucksystems), so gelangt Deutschland bis an die Alpen hinunter in den Einflussbereich des Tiefdrucksystems und mit frischen Wind aus westlichen Richtungen können kühle Luftmassen nach Deutschland geführt werden. Wie kühl? Das amerikanische Wettermodell simuliert bspw. für den Zeitraum 10./11. Juli Tageshöchstwerte zwischen +14/+19 Grad bei einem durchaus wechselhaften Wettercharakter. Ist das Tiefdrucksystem hingegen gradientenschwach, so bleibt der Einfluss des Tiefs auf Skandinavien und in Teilen auf die nördlichen Regionen von Deutschland beschränkt. Gleichzeitig kann ein Hochdruckkeil des Azorenhochs in Richtung Mitteleuropa streben und von Süden her vermehrt das Wetter über Deutschland beeinflussen. Zwar wäre demnach auch in dieser Variante der Wettercharakter in Form von Schauern und Gewittern als instabil zu bezeichnen, die Temperaturen würden jedoch im sommerlichen bis hoch sommerlichen Bereich verbleiben können. Anders formuliert kommt es erneut darauf an, wie sich das Hoch- und Tiefdrucksystemen zueinander positionieren, jedoch ist es zum heutigen Stand als wahrscheinlich anzusehen, als dass im Zeitraum 8./9. Juli die Temperaturen etwas erfrischender werden können. Und wie würde es weitergehen? Blickt man auf die Kontrollläufe und die gängigsten Varianten der Wettermodelle, so wäre eine mögliche kühle Wetterphase nur von relativ kurzer Dauer, da die Tiefdrucksysteme entlang der Tiefdruckrinne zwischen Neufundland, Island/England und Skandinavien sich zunehmend nördlicher bewegen können, so dass in Folge daraus der Hochdruckkeil des Azorenhochs für eine weitgehend warme und teils wechselhafte Südwestwetterlage sorgen kann. Blickt man auf die Kontrollläufe, so bestätigt sich im Zeitraum 9./12. Juli die "Abkühlung" mehrheitlich. So erreicht das das Temperaturspektrum am 10. Juli mit +13/+25 Grad (Mittelwert: +15 Grad im Norden, +16/+17 Grad im Westen und Osten und +19 Grad im Süden) seinen voraussichtlichen Tiefpunkt und kann bis zum 17. Juli mit +17/+30 Grad (Mittelwert: +22 Grad im Norden, sonst +24/+25 Grad) wieder auf Jahreszeit-typische Werte ansteigen. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+17) / normal (+18/+24) / zu warm (>+24), liegen am 12. Juli bei 35/45/20 und am 19. Juli bei 35/40/25 und bestätigen noch ein breites Spektrum an Entwicklungsmöglichkeiten im zweiten Juli-Drittel.

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