Das Zirkulationsmuster stellt sich in den kommenden Tagen bis zum Monatsende um (s. Wettervorhersage Juni), was zunächst eine ansteigende Temperaturtendenz bis zum Monatsende zur Folge hat, jedoch bleibt der weitgehend unbeständige Wettercharakter erhalten, so dass man nicht von stabilen Wetterverhältnissen sprechen kann. Für Anfang Juli ergeben sich nach den aktuellen Simulationen durchaus Ansätze einer sich stabilisierenden Wetterlage, welche zum aktuellen Stand in der Eintreffwahrscheinlichkeit aber noch geringer eingestuft werden. Zwar zeigen die Temperaturwerte in den gängigsten Varianten der Wettermodelle für Anfang Juli mehrheitlich in den sommerlichen bis hoch sommerlichen Bereich, da jedoch ein Tiefdrucksystem auf dem Atlantik nicht weit von Mitteleuropa entfernt ist, gelingt die Einflussnahme auf das Wetter mit Hilfe von Tiefdruckausläufern, bzw. Randsystemen bis nach Deutschland. Anders ausgedrückt zeigt sich der Temperaturtrend in den kommenden Tagen langsam positiv mit durchaus sommerlichen bis hoch sommerlichen Werten zum Start in den Juli, der Grundcharakter bleibt - zum heutigen Stand - mit höherer Wahrscheinlichkeit unbeständig, so dass eine Schauer- und Gewitteraktivität in diesem Zeitraum nicht auszuschließen ist (s. Wetterprognose Juli). Nun steht im weiteren Verlauf der Siebenschläferzeitraum bevor, welcher - aus statistischer Sicht - das Zirkulationsmuster für die kommenden Wochen vorgeben kann. Die "Trefferquote" des Siebenschläferzeitraums ist mit 60-70 Prozent, teils bis 80 Prozent im Süden recht hoch, während der Norden eher von maritimen Wetter beeinflusst wird und die Auswirkungen somit geringer einzustufen sind. Was hat das mit dem Siebenschläfer auf sich - ist das nicht an einem bestimmten Tag? Umgangssprachlich ist der Siebenschläfertag auf den 7. Juli fixiert, allerdings stellt man in der Statistik fest, dass ein Tag nicht ausreichend ist, sondern eine Woche, bzw. mehrere Tage betrachtet werden sollten. Sehr häufig ergaben sich die zutreffende Erkenntnisse im Zeitraum zwischen dem 5./10. Juli. Was ist maßgeblich für die Entwicklung? Der Winter, bzw. die kühleren Temperaturen die über der Nordhalbkugel noch vorhanden sind, beeinflussen im Zusammenspiel mit den wärmer werdenden Luftmassen im Sommer die Zirkulationsdynamik, welche in den Übergangsmonaten im Frühling und Anfang Sommer noch hoch sind (Aprilwetter, Eisheilige, Schafskälte etc.), sich aber langsam und stetig anpassen, bzw. auch "einschwingen" können. Dieser "Einschwungvorgang" findet gemäß der Siebenschläferregel Anfang Juli statt, bei der sich der Jetstream auf eine Position "festlegen" kann. Liegt er nördlich, so ergeben sich höhere Wahrscheinlichkeiten für hohen Luftdruck über Mitteleuropa, da Tiefdrucksysteme "rechtzeitig" vor Mitteleuropa abgelenkt werden können. Liegt der Jetstream südlicher, so können die Tiefdrucksysteme mit ihren Ausläufern vermehrt das Wetter über Mitteleuropa beeinflussen. Und wie ist nun die Entwicklung des Jetstreams? Aktuell verläuft der Jetstream sehr weit nach Süden verlagert über die nördlichen Azoren bis über das Mittelmeer, was über Deutschland den aktuell kühlen und wechselhaften Wettercharakter zur Folge hat. Bis Anfang Juli verändert sich jedoch die Position und verlagert sich in Richtung Portugal, England Skandinavien weiter nach Norden und in der weiteren Simulation des Jetstreams zeigt sich im "kritischen" Siebenschläferzeitraum eine Verlagerung von Neufundland über die Azoren bis nach Skandinavien reichend. Somit ist der Jetstream eher meridional (Nord-Süd, Süd-Nord) ausgerichtet, was über Mitteleuropa für ein Hochdrucksystem durchaus unterstützend sein kann. Anders ausgedrückt neigt sich das aktuell zu kühle Temperaturmuster seinem Ende zu und wie sich der Jetstream im Siebenschläferzeitraum positionieren wird, bleibt noch abzuwarten - "schlecht" sind die simulierten Aussichten zum heutigen Stand jedoch nicht. Das Langfristmodell simuliert in seiner Wetterprognose für das Sommerwetter mit -0,5/+0,5 Grad keine sonderlichen Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Juli und August. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich im Juli ein leicht negativer und im August ein leicht positiver Trend. Geht es nach dem Langfristmodell des Deutschen Wetterdienstes, so liegt die Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Sommer bei 52 Prozent, für einen normalen Sommer bei 30 Prozent und für einen zu kühlen Sommer bei 18 Prozent.

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