Wer sich stabiles Sommerwetter wünscht wird in den kommenden Tagen wohl ebenso enttäuscht werden, wie all diejenigen die sich flächendeckenden Landregen wünschen. Deutschland liegt in der aktuellen Wettervorhersage in den kommenden Tagen im Einflussbereich kühlerer Luftmassenschichten, welche in den kommenden Stunden aus nördlichen Richtungen zugeführt werden. Diese Luftmassen gelangen am Dienstag und Mittwoch unter den Einflussbereich eines schwachen Hochdruckkeils, so dass der Grundcharakter daraus mäßig warm und weitgehend trocken sein kann. Zum kommenden Wochenende positioniert sich über Skandinavien ein neuerliches Tiefdrucksystem, so dass in Folge daraus der Hochdruckkeil sich wieder nach Westen zurückziehen kann. Mäßig milde Temperaturwerte bei einer leicht ansteigenden Niederschlagswahrscheinlichkeit sind nach dem amerikanischen Wettermodell von Freitag bis Sonntag wahrscheinlicher als andere Varianten. Aber auch das europäische Wettermodell tendiert in seiner Simulation zu einer ähnlichen Variante, so dass zum heutigen Stand die Eintreffwahrscheinlichkeit hierfür als hoch einzustufen ist. Da der Tiefdruckeinfluss im Verbund mit dem Hoch aus nördlichen Richtungen zustande kommt ist zwar mit Niederschlägen zu rechnen, die Niederschlagssummen sind aber nicht all zu hoch. Wie geht es weiter - kommt der Niederschlag oder stellt sich stabiles Sommerwetter ein? Sowohl das amerikanische als auch europäische Wettermodell simulieren ein grundsätzlich mäandrierendes Grundmuster (schwachgradientig), welches nach dem europäischen Wettermodell ein bis zum 24. Juni meridionalisierendes und nach dem amerikanischen Wettermodell ein südwestlich orientiertes Zirkulationsmuster ausweist. So schwankt das Entwicklungsspektrum im Zeitraum 22./24. Juni zwischen wechselhaft und leicht zu kühl, bzw. wechselhaft bei Jahreszeit-typischen Temperaturen. Die Kontrollläufe stützen diese Variationen mehrheitlich mit einer schwachen Niederschlagserwartung im Zeitraum 15./22. Juni, welche darüber hinaus bis zum 27. Juni eine gemäßigte Entwicklung erfährt. Im Temperaturverhalten zeigt sich ein - gegenüber dem langjährigen Mittelwert - im Zeitraum 17./22. Juni leicht negativer Verlauf, welcher darüber hinaus bis zum 27. Juni eine normalisierende Tendenz aufweist. So liegt das Temperaturspektrum am 19. Juni zwischen +12/+22 Grad (Mittelwert: +17 Grad im Süden, sonst +15 Grad) und am 24. Juni zwischen +15/+27 Grad (Mittelwert: +19/+20 Grad). Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+16) / normal (+17/+23) / zu warm (>+23), liegen am 22. Juni bei 50/45/5 (gestern: 35/35/30) und am 27. Juni bei 20/55/25 (20/45/35). Eine Erklärung in den dem immer wiederkehrenden meridionalen - und somit leicht kühlem und instabilen Zirkulationsmuster - liegt im möglichen El Niño Phänomen, welcher hierüber eine entscheidende Rolle spielen kann. Vereinfacht ausgedrückt kommt es bei einem El Niño mit höherer Wahrscheinlichkeit über der nördlichen Hemisphäre Troglagen häufiger zu Trogwetterlagen (meridionale Struktur). Nun bedeutet aber eine Trogwetterlage über Europa, bzw. dem nördlichen Europa nicht zwangsläufig auch kühle Temperaturen über Deutschland - auch hier ist die Lage der möglichen Kaltluftadvektion (Trog) für einen warmen, bzw. zu kalten Temperaturverlauf entscheidend. Wie liegen die Wahrscheinlichkeiten für ein El Niño Phänomen? Aussagekräftig ist hierzu der sog. ENSO-Bericht, welcher sich gegenüber der letzten Zusammenfassung nicht verändert hat:
There is an approximately 90% chance that El Niño conditions will continue through Northern Hemisphere summer 2015, and a greater than 80% chance it will last through 2015.
. Das Langfristmodell simuliert die Temperaturerwartung im Juli und August mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert als überwiegend normal bei einer leicht negativen Niederschlagsentwicklung.

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