Blickt man auf den bisherigen Wetterverlauf im Mai, so liegt die Temperaturabweichung vom langjährigen Mittelwert bei +0,5 Grad im weitgehend normalen Bereich. Schaut man etwas genauer hin, so sind die Temperaturabweichungen im Norden leicht negativ und im Süden positiv. In den kommenden Tagen sind verhältnismäßig kühle Temperaturen zu erwarten, so dass der Mai im Temperaturverhalten insgesamt normal und über den nördlichen Regionen auch leicht zu kühl ausfallen kann. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich - aufgrund der zahlreichen Niederschläge - im Südosten eine positive Niederschlagsentwicklung im Mai, welche sonst leicht negativ und im Nordwesten normal verläuft. In Summe wurde das Niederschlagssoll im Mai erst zu 62 Prozent erfüllt - aber auch das kann sich in den kommenden Tagen mit einer erhöhten Niederschlagserwartung noch normalisieren. Die Wetterprognose Juni zeigt nach den aktuellen Simulationen der Wettermodelle eine langsame Umstrukturierung des Zirkulationsmusters von West/Nordwest/Nord auf West-Südwest-Süd, so dass bei einem weiterhin unbeständigen Wettercharakter zumindest die Temperaturen sommerliche(ähnliche) Werte annehmen könnten. Darüber hinaus tendieren die Wettermodelle mit höherer Wahrscheinlichkeit zu einer Hochdruckdominanz über Mitteleuropa. Warum? Das amerikanische Wettermodell zeigt eine Option für hohen Luftdruck über dem skandinavischen Raum, was die Frontalzone mit dem unbeständigen Wetter zunächst einmal auf dem Atlantik blockieren sollte. Das europäische Wettermodell simuliert im Zeitraum 1./4. Juni den Aufbau einer Hochdruckbrücke zwischen dem Azoren- und Skandinavienhoch, so dass demnach die atlantische Frontalzone nachhaltiger blockiert werden kann. Das Ergebnis ist bei beiden Wettermodellen das gleiche: mit höherer Wahrscheinlichkeit sommerähnliche, bzw. sommerliche Temperaturwerte noch im ersten Juni-Drittel. Ob der Grundcharakter sich stabilisieren kann, hängt im Wesentlichen von der Hochdruckstruktur ab. Bspw. kann ein autarkes Hochdrucksystem über Skandinavien auf seiner Südwestseite unterwandert werden, was wiederum einen wechselhaften Wettercharakter über Deutschland zur Folge hat. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+16) / normal (+17/+23) / zu warm (>+23), liegen am 3. Juni bei 15/30/55 und am 8. Juni bei 10/45/45 und bestätigen zum heutigen Stand den positiven Temperaturtrend im ersten Juni-Drittel.

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