Die in Ansätzen simulierte Hochdruckbrücke über Mitteleuropa der letzten Tage ist in den heutigen Simulationen für den Start in den Sommer 2015 zum 1. Juni weniger wahrscheinlich geworden. Stattdessen bleibt im Zeitraum 26./28. Mai der Wettercharakter leicht unbeständig und das Temperaturniveau kann sich zwischen kühl bis mäßig mild bewegen. In der Entwicklung der Großwetterlage zeigt sich bei beiden Wettermodellen ein ähnliches Muster, nachdem das bisherige mäßig milde bis milde Zirkulationsverhalten verändert werden kann. Bereits Ende Mai verlagert sich das Azorenhoch weiter nach Westen und weitet sich in Richtung Neufundland aus. Ein kräftiger Tiefdruckwirbel wird zum 29./31. Mai bei Island/England blockiert und "tropft" weiter nach Süden ab. In Folge daraus ergibt sich sowohl nach dem amerikanischen, als auch europäischen Wettermodell eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine warme, teils sommerlich warme Südwest-, bis Südwetterlage über Mitteleuropa, da das Tiefdrucksystem auf seiner Vorderseite viel warme - aber auch feuchte - Luftmassen nach Mitteleuropa transportieren kann. Anders ausgedrückt: passend zum meteorologischen Sommerbeginn am 1. Juni zeigen die Wettermodelle eine höhere Wahrscheinlichkeit für entsprechend sommerliches Wetter, wenngleich - zum heutigen Stand - in den feucht-warmen Luftmassen ein gewisses Schauer- und Gewitterrisiko nicht auszuschließen ist. Wie sich der Trend so langsam in Richtung normal/zu warm verschiebt, zeigt sich in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<+16) / normal (+17/+23) / zu warm (>+23), welche am 1. Juni bei 30/30/40 (gestern: 25/45/30) und am 5. Juni bei 30/15/55 (gestern: 25/35/45) liegen. Wie nachhaltig kann so eine Wetterentwicklung sein? Ganz klar, wo es eine Vorderseite gibt, gibt es auch eine entsprechende Rückseite. Die Frage wird sein wie lange das mögliche Tiefdrucksystem bei Island/England "auf Position" gehalten werden kann, oder ob es im weiteren Verlauf über Mitteleuropa "hinweg rauscht" und im Anschluss für kühleres Rückseitenwetter zu sorgen. Deutlich wird der Ansatz der kühlen Rückseitenvariante in den Verhältnissen der Kontrollläufe, welche mit einem Anteil von je 30 Prozent eine kühlere Variante im Zeitraum 1./5.Juni für möglich halten. Die sommerliche Gegenvariante wäre ein sich aufbauendes Hochdrucksystem Mitteleuropa , welches sowohl nach dem amerikanischen als auch europäischen Wettermodell eine durchaus wahrscheinliche Variante darstellt. Sollte sich im Verbund zwischen Tief im Westen und Hoch Mitteleuropa die daraus resultierende Südwetterlage einstellen, wäre auch eine hochsommerliche Wetterlage mit Temperaturen jenseits der +30 Grad Marke nicht auszuschließen.

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