Die Temperaturen zeigen sich im Verlauf der kommenden Woche mit Werten zwischen +19/+24 Grad überwiegend mäßig warm - das ist aber keinesfalls als zu kalt zu bezeichnen, sondern entspricht in etwa dem langjährigen Mittelwert von 1961-1990. Zum kommenden Wochenende steht - zumindest nach dem amerikanischen Wettermodell - ein markanter Wetterwechsel bevor, der auch als verspätete Schafskälte bezeichnet werden kann. Wie in den vergangenen Tagen bereits erläutert, ist die Hochdruckachse des Hochdrucksystems über England entscheidend, ob sommerlich warmes, mäßig warmes oder gar kühles und wechselhaftes Wetter über Deutschland dominant sein wird. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so dreht sich die Hochdruckachse von einer Nordwest-/Südostrichtung in eine Nord-/Südrichtung und verschiebt seine Position etwas nach Westen. Für alle die sich sommerliche Temperaturen wünschen, ist das der sog. "Worst Case Fall". Denn ein Tiefdrucksystem über Skandinavien sorgt über Mitteleuropa für einen sog. Trogprozess, welcher mit strammen Nord-Südströmungen kühle Luftmassen arktischen Ursprungs nach Deutschland führen kann. In Folge daraus würden die Temperaturen bei "schauerhaften" Wetter - je nach Sonnenscheindauer - auf +13/+20 Grad absinken und in den Nächten wären dann Temperaturen zwischen +3/+8 Grad möglich. Dass es nicht zwangsläufig so kommen muss, zeigt das europäische Wettermodell. Zwar ist in dieser Simulation die Großwetterlage mit Hoch England und Tief Skandinavien ähnlich der des amerikanischen Wettermodells, jedoch kann sich hier die Nordwest-/Südostachse des Hochdrucksystems länger behaupten, so dass das mäßig warme und teils wechselhafte Wetter noch bis Samstag bestand haben kann, bevor zum Sonntag - in abgeschwächter Form - die kühlen Luftmassen Deutschland erreichen. Was hat diese ähnlich simulierte Großwetterlage mit Tief Skandinavien und Hoch über dem Atlantik für mögliche Auswirkungen auf das Wetter im letzten Juni-Drittel? Insbesondere die Gebiete nördlich der Mittelgebirge können durch die westliche bis nördliche Strömungskomponente mehr beeinflusst werden, als das im Süden der Fall sein kann. Die Kontrollläufe zeigen einheitlich normale Sommerwerte bis zum 19. Juni. Zwischen dem 19./23. Juni etwa um 3/5 Grad zu kühle Werte, bevor zum 24. Juni der Temperaturtrend wieder leicht positiv wird - im Mittel aber eine normalisierende Tendenz aufweist. So zeigt das Temperaturspektrum bspw. am 20. Juni Werte zwischen +13/+20 Grad bei einem Mittelwert von +18 Grad im Süden und +16 Grad im Norden. Am 27. Juni bewegt sich das Temperaturspektrum zwischen +14/+25 Grad bei einem Mittelwert von +20 Grad im Süden und +18 Grad im Norden. Anders ausgedrückt ist eine mäßig warme, bzw. leicht zu kühle Witterung für das letzte Juni-Drittel zum heutigen Stand wahrscheinlicher geworden. In Verhältnissen zueinander ausgedrückt: zu kalt 33 Prozent, zu warm 28 Prozent, mäßig warm 39 Prozent. Das Langfristmodell bleibt bei seiner Wetterprognose für die Sommermonate Juni, Juli und August, bei der das Wetter überwiegend normal bis leicht zu kühl ausfallen kann, bei einer leicht negativen Niederschlagswahrscheinlichkeit. Das Langfristmodell des Deutschen Wetterdienstes rechnet hingegen in seiner Wetterprognose für die Sommermonate mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent mit zu warmen, 30 Prozent normalen und mit 10 Prozent zu kalten Wetter im Sommer.

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