Gegensätzlicher könnten die Simulationen der Wettermodelle zur Monatsmitte nicht sein. Zwar herrscht bis zum 14. August mit mäßig warmen Temperaturen und wechselhaften Wetter weitestgehend Übereinstimmung, darüber hinaus sind die Wettersysteme über Mitteleuropa unterschiedlich verteilt. So simuliert das amerikanische Wettermodell ab dem 15. August zunächst eine warme Südwestwetterlage, die im weiteren Verlauf zum 18. August in eine sehr heiße Südwetterlage mit teils autarkem Hochdrucksystem über Mitteleuropa übergeht. Das europäische Wettermodell bleibt dagegen bei seinen Simulationen der letzten Tage - mit einen kräftigen Tiefdruckkomplex über Skandinavien stellt sich über Deutschland eine Nordwestwetterlage ein. Wechselhaftes und nur mäßig warmes Wetter ist die Folge davon. Was ist wahrscheinlicher? Beide Wetterlagen sind nicht unwahrscheinlich, wobei in Zahlen ausgedrückt die Hochdruckwetterlage mit 38 Prozent gegenüber der Nordwestwetterlage mit 33 Prozent wahrscheinlicher ist. Die Kontrollläufe sehen ebenfalls ab dem 15. August einen positiven Wettertrend, so zeigt das Temperaturspektrum zum 17. August Werte zwischen +17/+28 Grad, wobei der Mittelwert +24 Grad liegt.

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Die häufigsten Fragen erreichen uns in den letzten Tagen per E-Mail meist mit der gleichen Frage - wie lange wird die Schlechtwetterperiode andauern? Zunächst einmal handelt es sich dabei nicht um eine Schlechtwetterperiode - das wäre bei Dauerregen mit kräftigen, westlichen Winden und Temperaturen um +15/+20 Grad der Fall. Vielmehr ist das Wetter in den kommenden Tagen das ganz normale Wetter in Deutschland, wie es im August üblicherweise anzutreffen ist. Die heiße Phase der letzten Tage ist eher das Wetter, was in Deutschland ungewöhnlich ist. Zum 14. August hin ist ein Tiefdruckkomplex zwischen England und Skandinavien aktiv und steuert im wesentlichen das Wetter in Mitteleuropa. Sehr häufig gestaltet sich dabei das Wetter in Mitteleuropa geteilt - zeitweise Tiefdruckeinfluss im Norden, während im Süden das Azorenhoch mit einem Hochdruckkeil dominierend ist. Als Folge daraus sind die Temperaturen mit +20/+27 Grad im Süden höher, als mit +19/+24 Grad im Norden, der Grundcharakter bleibt dabei wechselhaft, wobei im Norden etwas mehr Niederschlag als im Süden zu erwarten ist. Erst zum 18./21. August hin zeigt sich eine deutliche Tendenz zu einer erneuten möglichen Hitzewelle - das ist dann der Fall, wenn aus dem Hochdruckkeil des Azorenhochs sich ein autarkes Mitteleuropahoch bilden kann. Das amerikanische Wettermodell simuliert dieses bereits seit Tagen, so dass eine erneute hoch sommerliche Wetterphase im letzten August-Drittel nicht unwahrscheinlich ist (37 Prozent). Das europäische Wettermodell tendiert eher zu normalen Temperaturen und gemäßigten Niederschlagsprognose, bei der sich kein Mitteleuropäisches Hochdrucksystem ausbilden kann. Die Kontrollläufe bestätigen auch heute den eindeutig positiven Wettertrend zum 16./18. August - so liegt das Temperaturspektrum bspw. am 17. August zwischen +17/+30 Grad, wobei der Mittelwert bei +24 Grad liegt. Das Langfristmodell bleibt bei seiner Wettervorhersage der letzten Tage - normales Wetter im August - sowohl bei den Temperaturen, als auch beim Niederschlag.
Das kühlere und wechselhafte Wetter wird in den kommenden Tagen hauptsächlich den Norden beeinflussen, während der Süden noch bis zum 13. August in dem "Genuss" eines Hochdruckkeils des Azorenhochs kommt. Zwischen dem 13./15. August können sich zum heutigen Stand aber auch im Süden die kühleren Luftmassen durchsetzen. Der Grund hierfür liegt in einem Tiefdruckkomplex, welches das tiefe Geopotential bis an die Alpen drückt - die Höhenwinde drehen dabei auf westliche bis nordwestliche Richtungen. Dauerregen ist aber weiterhin kein Thema, so dass diese kühlere Wetterperiode nicht einmal als "schlechtes Wetter" beschrieben werden kann, sondern vielmehr als "Verschnaufpause". Denn blickt man auf die Simulationen des amerikanischen Wettermodells, so kann sich zwischen dem 14./17. August über Mitteleuropa ein erneutes Hochdrucksystem etablieren, wobei erneute Temperaturen jenseits der +30 Grad Marke möglich sind. Deutlich verhaltener hingegen sind die Simulationen des europäischen Wettermodells. Zwar kann sich auch hier zwischen dem 14./17. August eine Hochdruckbrücke über Mitteleuropa aufbauen (Südwestwetterlage), im weiteren Verlauf bricht die Hochdruckbrücke aber in sich zusammen, so dass die Tiefausläufer immer wieder bis an die Alpen vordringen können. Die Kontrollläufe stützen mehrheitlich einen leicht positive Wettertrend ab dem 15. August - das Temperaturspektrum liegt bspw. Am 17. August zwischen +16/+30 Grad und der Mittelwert liegt bei +24 Grad. Zusammenfassend bleibt das zweite August-Drittel mit hoher Wahrscheinlichkeit (58 Prozent) im normalen Bereich, hin und wieder sind bei Temperaturen zwischen +20/+27 - meist kurze - Regenfälle möglich
Das Azorenhoch weitet seinen Einflussbereich bereits am Wochenende wieder nach Deutschland aus, so dass zumindest die Temperaturen wieder in den sommerlichen Bereich zurückkehren. In der kommenden Woche bleibt der Keil des Azorenhochs zumindest in den südlichen Landesteilen wetterbestimmend, während im Norden Zeit- und Phasenweise Ausläufer eines Tiefdrucksystems zwischen England und Skandinavien durchziehen können. Im Detail hat das im Süden Temperaturen zwischen +22/+26 Grad zur Folge, während im Norden mit +19/+23 Grad etwas kühlere Temperaturen zu erwarten sind - dazu ziehen insbesondere in Küstennähe immer wieder dichtere Wolkenfelder mit geringfügigem Regen durch. Ab dem 15. August gehen die Simulationen der Wettermodelle wieder auseinander. Das amerikanische Wettermodell sieht die Rückkehr des Mitteleuropahochs mit stärkerer Dominanz im Süden, wobei im weiteren Verlauf daraus eine Südwestwetterlage entstehen kann. Das europäische Wettermodell zieht den Einfluss des Azorenhochs gänzlich zurück, so dass ein Tiefdruckkomplex bei England wetterbestimmend wird. Regen, Schauer, Wolken und kühle Temperaturen wären die Folge daraus. Was ist wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe zeigen nach dem wechselhaften und leicht kühlen Wettertrend der kommenden Tage einen vorsichtig positiven Trend ab dem 15. August. Das Temperaturspektrum liegt bspw. am 13. August zwischen +17/+21 Grad (Mittelwert +19 Grad) und am 17. August zwischen +17/+25 Grad (Mittelwert +23 Grad). Die extrem heißen Wetterphasen der letzten Tage spielen - zumindest zum heutigen Stand - im zweiten August-Drittel kaum mehr eine Rolle.
Das wechselhafte Wetter mit Gewittern und örtlichen Unwettern zur Wochenmitte bringt in den Folgetagen mit +19/+25 Grad auch kühlere Temperaturen nach Deutschland. Doch bereits zum Wochenende hin kann sich in den südlichen Landesteilen ein Hochdruckkeil des Azorenhochs durchsetzen, während der Norden zeitweise von Tiefdruckausläufern beeinflusst werden kann. Die Temperaturen stiegen im Süden auf +24/+29 Grad, während es im Norden mit +20/+25 Grad etwas kühler bleiben wird. In der kommenden Woche bleibt das tiefe Geopotential in Reichweite - anders ausgedrückt bleibt die Wahrscheinlichkeit für wechselhaftes und kühleres Wetter im Norden höher als im Süden. Ab Mittwoch, den 14. August, könnte es auch im Süden mit 20/+25 Grad etwas kühler werden. Der wechselhafte Grundcharakter bleibt tendenziell erhalten. Die Kontrollläufe stützen im Süden zwischen dem 7./10. August die nasse Wetterphase, während es vom 10./14. August mit dem Azorenhochdruckkeil relativ trocken bleiben sollte - ab dem 15. August nimmt auch im Süden die Niederschlagstendenz wieder zu. Im Norden bleibt die Niederschlagsprognose zwar schwach, aber bis zum 15. August stetig ausgeprägt (leichte Niederschlagsneigung tagsüber). Das Langfristmodell bleibt bei seiner Wettervorhersage für das überwiegend normale Wetter im August gegenüber den langjährigen Temperatur- und Niederschlagswerten.