Geht das durchwachsene und feucht-warme Wetter im Sommer so weiter - wann kommt eine stabilere Wetterlage? Betrachtet man die aktuelle Simulation der Wettermodelle, so lassen sich daraus keine Rückschlüsse ableiten, dass das Wetter im ersten Juli Drittel stabiler wird. Entscheidend ist jedoch, dass sich über Skandinavien Hochdruck aufbauen kann, was die bisherige Zugbahn der Tiefdrucksysteme von Grönland - Island - England - Skandinavien verändern kann. Trotzdem ändert sich dadurch das Wetter in Deutschland wenig, es bleibt bei dem feucht-warmen Wetter mit täglichen Schauern und Gewittern - dafür bekommt der Nordwesten mit bis zu 24 Grad annähernd sommerliche Temperaturen, was bisher selten der Fall war. Bis zum 5. Juli sind sich die Wettermodelle mit dem wechselhaften Wetter weitestgehend einig - anschließend simuliert das amerikanische Wettermodell den Abzug des Tiefdrucksystems in Richtung Skandinavien und lässt es dort stationär gegen das Hochdrucksystem "verhungern". Demnach verbleibt Deutschland im Zustrom feucht-warmer Luftmassen. Anders hingegen die Simulation des europäischen Wettermodells. Hier zieht das Tiefdrucksystem ungehindert seine Bahn über Frankreich nach Deutschland hinweg bis nach Skandinavien - ohne dass das dortige Hoch etwas entgegensetzen kann, dies würde wechselhaftes Wetter mit etwas niedrigeren Temperaturen für Deutschland bedeuten. Die Kontrollläufe zeigen ebenfalls keine Anzeichen für stabiles Hochdruckwetter über Mitteleuropa, somit ist eine Hochdruckbrücke zwischen dem Azoren- und Skandinavienhoch zum heutigen Stand eher unwahrscheinlich geworden (letzten Endes muss jedoch abwartet werdem, welche Zugbahn das Tief einschlägt). Das Langfristmodell sieht das Wetter im Juli und August in Deutschland weiterhin normal bis leicht zu warm und auch in der Niederschlagsprognose sind keine Auffälligkeiten zu erkennen. Der Blick auf Europa zeigt, dass der skandinavische Raum im Juli zu kühl und zu nass simuliert wird, der östliche Mittelmeerraum hingegen zu warm und zu trocken. Das unterstützt die oben andeutete und überwiegend wetterbestimmende West- bis Südwestwetterlage im Juli. Anders dagegen der August, hier wird der Mittelmeerraum zu nass, während der nördliche und östliche Teil von Europa trockener simuliert wird. Hieraus lassen sich zwei Wetterlagen ableiten - zum einen Trogwetterlage über Westeuropa und zum anderen eine südlich gelagerte Westwetterlage mit vermehrten Vb-Lagen (Mittelmeertief). Zusammenfassend: Das Wetter im Sommer 2012 bleibt zum heutigen Stand überwiegend warm und wechselhaft.

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