Kalt zeigt sich das Temperaturniveau in den kommenden Tagen und wird Anfang Mai nur zögerlich wärmer. Viele Medien berichten auch von einem Wintereinbruch in der kommenden Woche, was bei Tageswerten zwischen +2/+8 Grad doch etwas überspitzt ist, dennoch können die Schauer durchaus - und insbesondere in den Nächten - bis in tiefere Lagen als Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer niedergehen. Mancherorts wird in der kommenden Woche vielleicht auch mehr Schnee zu sehen sein, als in den Wintermonaten Dezember 2015 und Februar 2016 – „schaun mer mal“ (Details s. Wetter April | Wetterprognose Mai).

Der Grund für die Zufuhr kalter Luftmassen arktischen Ursprungs ist die Positionierung der Wettersysteme zueinander. So liegt auf dem Atlantik ein Hochdrucksystem zwischen Grönland und den Azoren und blockiert das aktive Westwindwetter. Gleichzeitig stabilisiert ein Tiefdrucksystem seine Position im Bereich zwischen Skandinavien und Deutschland, so dass im Verbund der Systeme das Strömungsmuster meridionalisiert (Nord-Süd, Süd-Nord). Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen auf der kalten Nord-Süd Strömung, während östlich von Moskau sehr warme Luftmassen nach Norden geführt werden können (+20/+25 Grad).

Ist das meridionale Muster von kurzer Dauer, so ist es meist nicht weiter erwähnenswert - das Wetter wird dann zumeist 2-3 Tage kühler, anschließend wieder wärmer. Das ist bei dieser Entwicklung - nach den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle - etwas anders. Das meridionale Muster kann sich behaupten und somit das normale West-Ost Zirkulationsmuster nachhaltig stören. So zieht bspw. das Tief der kommenden Woche von Skandinavien weiter nach Westen in Richtung Island/England. Und genau zu diesem Zeitpunkt, welcher nach den aktuellen Berechnungen wohl am 1./3. Mai sein wird, wird sich entscheiden, ob es zu einer Wiederholungsneigung oder einen spürbaren Wetterbesserung kommen wird. Warum? Das Tiefdrucksystem liegt westlich von Deutschland und könnte zum 5. Mai auf seiner Vorderseite mildere Luftmassen nach Deutschland führen. Nimmt die Dynamik des Tiefdrucksystems weiter zu, so baut sich die Hochdruckblockade auf dem Atlantik mit höherer Wahrscheinlichkeit wieder auf, so dass erneut kühle Luftmassen über das anstehende verlängerte Wochenende nach Süden und somit über Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden können. Baut sich hingegen der hohe Luftdruck auf dem Atlantik ab, so ergeben sich weitere Möglichkeiten der Wetterentwicklung.

Die Kontrollläufe simulieren heute mehrheitlich ein weitgehend normales Temperaturniveau im Zeitraum vom 3./9. Mai, welches im Trend leicht unter dem langjährigen Mittelwert liegen kann. Was für Temperaturen wären demnach möglich? Je nach Sonnenscheindauer +12/+15 Grad, teils bis +16 Grad. Und wie sieht die Niederschlagserwartung aus? Eine stabile Wetterlage ist zum heutigen Stand nicht in Sicht, so bleibt die Neigung zu Niederschlägen mäßig hoch und ist über dem Süden und Osten höher ausgeprägt als über dem Norden und Westen.

Das Langfristmodell simuliert in seiner heutigen Wetterprognose für den Mai eine Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+0,5 Grad im weitgehend normalen Bereich, wenngleich der Süden und Osten mit einer Abweichung von -1/-0,5 Grad auch leicht zu kühl ausfallen könnte. Im Niederschlagsverhalten zeigen sich gegenüber dem Sollwert keine sonderlichen Abweichungen.

Anzeige

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!