In den kommenden Tagen ist insbesondere über den südlichen Regionen mit reichlich Niederschlag zu rechnen. Betrachtet man die simulierten Niederschlagssummen bis einschließlich Sonntagabend, so sind etwa südlich der Mainlinie verbreitet 15-30 l/m² und zwischen dem Schwarzwald und Nürnberg 30-70 l/m² und über entsprechenden Staulagen auch bis 80 l/m² zu erwarten. Die Temperaturen gehen bei einem lebhaften, an der Küste in Böen auch stürmischen Wind auf +8/+13 Grad zurück, können aber über dem Süden bis zum Samstag noch auf +12/+17 Grad ansteigen.

Der Grund hierfür ist die Nähe zu einem Tiefdruckkomplex, welcher sich bis zum Sonntag über der Mitte von Skandinavien festigen kann. Deutschland gelangt somit auf die westliche bis nordwestliche Anströmung der Luftmassen, was zu den zurückgehenden Temperaturwerten führen kann. Im Detail wird es nun darauf ankommen, wie weit südlich sich dieses Tiefdrucksystem über Skandinavien positionieren kann. Liegt es weiter nördlich, so verlagert sich der Niederschlagsschwerpunkt weiter nach Norden, liegt es weiter südlich, so kommt es zu den simulieren Niederschlagssummen über dem Süden. Entsprechendes gilt auch für die Temperaturen. Anders ausgedrückt sind in der sog. Kurzfristvorhersage noch Veränderungen möglich.

Die Kontrollläufe weisen für den Samstag und Sonntag für den Süden und Osten ein deutlich erhöhtes Niederschlagspotential aus, welches über dem Norden und Westen deutlich schwächer ausfällt. Hinsichtlich der Temperaturentwicklung ist ein Rückgang der Werte am 16. April über dem Norden und Westen und zum 17. April über dem Süden und Osten sehr wahrscheinlich.

Im Zeitraum zwischen dem 18./25. April zeigt sich in den Simulationen zwei Entwicklungen, welche sich durchsetzen könnten. In beiden Varianten ist die Entwicklung eines Hochdruckkeils entscheidend. Dieser entwickelt sich in der ersten Variante zwischen dem 18./20. April von der Mittelmeerregion aus und strebt über Frankreich in Richtung Atlantik. Somit würde die Niederschlagsneigung über Deutschland, Österreich und der Schweiz nachlassen können. Gleichzeitig drückt die atlantische Frontalzone gegen den Hochdruckkeil und drängt diesen zum 20. April weiter nach Osten, so dass der Keil zwischen der Mittelmeerregion und dem westlichen Skandinavien liegen kann. Deutschland, Österreich und die Schweiz würden im Zeitraum 19./22. April auf die warme Vorderseite der Systeme gelangen können. Die Dynamik ist entsprechend hoch, so dass sich der Hochdruckkeil nicht weiter entwickeln kann. In Folge daraus würden im Zeitraum 22./26. April die Tiefdrucksysteme bei einer zurückgehenden Temperaturtendenz wieder vermehrt Einfluss auf das Wetter in Deutschland, Österreich und der Schweiz nehmen können.

In der zweiten Variante gelingt es dem Hochdruckkeil sich gegen die "anrennenden" Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik durchzusetzen. In Folge dessen könnte sich die seit Tagen beschriebene Hochdruckblockade auf dem Atlantik ergeben, welche die atlantische Frontalzone daran hindern kann, sich bis über Mitteleuropa durchzusetzen. Allerdings liegt über dem skandinavischen Raum ein kräftiger Tiefdruckwirbel, so dass im Verbund der Systeme zueinander relativ kühle Luftmassen nach Süden transportiert werden können. In dieser Variante wären Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer nicht auszuschließen.

Wie sind die Wahrscheinlichkeiten verteilt? Vieles wird davon abhängen, wie sich das Hochdrucksystem im Zeitraum 18./22. April positionieren kann. Das europäische Wettermodell berechnet die Hochdruckblockade auf dem Atlantik, während das amerikanische Wettermodell einen höheren Einfluss der atlantischen Frontalzone simuliert. Die Kontrollläufe stützen eine relativ milde Phase im Zeitraum 20./22. April bei einer nachfolgenden normalisierenden Temperaturtendenz im Zeitraum 23./27. April. Somit hat sich an den grundsätzlich apriltypischen Wettertrend für das letzte April-Drittel der letzten Tage heute wenig verändert.

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