Ein Tiefdrucksystem zwischen den Azoren und England verlagert seinen Schwerpunkt bis zum Wochenende nach Skandinavien und beeinflusst dabei zunehmend das Wetter über Deutschland. Die Grundströmung kommt aus südwestlichen Richtungen und führt milde aber auch feuchte Luftmassen mit sich, so dass bis einschließlich Samstag mit kräftigen Regenschauern - welche teils länger anhalten sein und mit Gewittern einhergehen können - zu rechnen ist. Die Temperaturen bleiben mit +12/+18 Grad weitgehend im Jahreszeit-typischen Bereich und können mit entsprechender Niederschlagsdauer auch darunter liegen. Blickt man auf die simulierte Niederschlagsprognose bis Samstagabend, so sind mit 20-60 l/m² die meisten Niederschläge etwa südlich der Mainlinie zu erwarten, während es über dem Nordwesten noch 15-25 l/m² und sonst 7-17 l/m² sein können (s. Wetter April).

So bestätigt sich der wechselhafte Trend der letzten Tage, fraglich war jedoch, ob es im Zeitraum vom 17./26. April auch kühler werden kann? Entscheidend wird sein, wie sich ein Tiefdrucksystem und ein Hochdrucksystem zueinander positionieren werden. Geht es nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells, so bleibt die südwestlich orientierte Zirkulationsstruktur im Zeitraum 17./18. April noch erhalten, bevor sich zum 18./19. April ein Hochdrucksystem über England ausbilden kann und Deutschland, Österreich und die Schweiz in den Einflussbereich der nordwestlich orientierten Grundströmung gelangen könnte. Durch die Nähe zum Hochdrucksystem lässt die Niederschlagsneigung nach, jedoch können die Temperaturen vom 18./24. April weiter zurückgehen - über dem Norden etwas schneller, als über dem Süden, der noch von den Warmluftmassen über der Mittelmeerregion "profitieren" kann. Wie kühl kann es werden? Simuliert werden am 20. April Werte, welche über dem Norden zwischen +7/+12 Grad und über dem Süden zwischen +13/+18 Grad liegen können.

Das europäische Wettermodell simuliert eine ganz ähnliche Entwicklung der Großwetterlage - zuerst wechselhaft, mild und südwestlich orientiert, und zwischen dem 18./21. April wechselhaft, kühler und nordwestlich orientiert.

Im Zeitraum zwischen dem 21./26. April liegt nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells das Hochdrucksystem westlich von Mitteleuropa, während über Skandinavien ein kräftiges Tiefdrucksystem sich positionieren kann. Im Verbund beider Systeme kann somit die Zuführung kühlerer Luftmassen gelingen, welche in diesem Zeitraum für "apriltypisches" Wetter verantwortlich sein können - unter Umständen auch mit Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer.

Im Grunde bestätigt sich damit auch heute die Tendenz der letzten Tage. Die Kontrollläufe stützen diesen sich langsam normalisierenden und später auch leicht zu kühlen Temperaturtrend mehrheitlich. So liegt das Temperaturspektrum am 20. April zwischen +7/+25 Grad (Mittelwert: +14/+16 Grad) und am 26. April zwischen +4/+20 Grad (Mittelwert: +11/+12 Grad). Deutlicher zeigt sich der leicht negative Temperaturtrend im letzten April-Drittel anhand der Kontrollläufe von zu kalt (<+10) / normal (+11/+16) / zu warm (>+17), welche am 20. April bei 30/45/25 und am 27. April bei 75/10/15 liegen. Varianten, welche für Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer mit dazugehörigen Nachtfrost sorgen können, liegen zum heutigen Stand bei rund 20 Prozent.

Das Langfristmodell simuliert im April über den Gebieten nördlich der Mittelgebirge eine Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +0,5/+1 Grad im leicht zu milden und über den Gebieten südlich der Mittelgebirge mit +1/+2 Grad einen leicht zu warmen Temperaturverlauf. Für den Mai liegt die simulierte Abweichung mit -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich. Im Niederschlagsverhalten gibt es keine besonderen Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert (allenfalls eine leicht positive Tendenz - etwas zu nass).

Anzeige

 

Erzählen Sie es Ihren Freunden, wenn Ihnen unsere Wetterprognosen gefallen