Nach einer kühleren Wetterphase am Donnerstag und Freitag steigen die Temperaturen am Wochenende wieder etwas an und zum Start in die neue Woche sind mit +15/+20 Grad wieder verbreitet frühlingshafte Werte möglich - örtlich sind auch bis +23 Grad nicht auszuschließen (Wetter April).

Der Grund hierfür ist die seit Tagen beschriebene Entwicklung der Großwetterlage, welche sich auch in den heutigen Simulationen der Wettermodelle erneut bestätigt. So liegt über dem Atlantik in blockierender Position ein Hochdrucksystem, welches sich westlich der Azoren bis nach Grönland erstrecken kann. Östlich des Hochdrucksystems positioniert sich ein Tiefdrucksystem im Bereich zwischen England, Spanien, Portugal und den Azoren. Die Konstellation der Wettersysteme zueinander ermöglicht den Zustrom kalter Luftmassen vom europäischen Nordmeer über Island, Schottland bis zu den Azoren hinunter. Das Zirkulationsmuster ist demnach meridional ausgerichtet und wo es auf der einen Seite kühler wird, wird es auf der anderen Seite wärmer.

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen im Zeitraum vom 10./17. April nach den Berechnungen der Wettermodelle auf der warmen Vorderseite des Tiefdrucksystems, jedoch gelingt es dem Tief sich zeitweilig nach Osten auszuweiten und somit das Wetter über Deutschland mit zu beeinflussen. Anders formuliert - es wird frühlingshaft warm, der Grundcharakter bleibt voraussichtlich wechselhaft und mit Regenschauern ist zu rechnen.

Der Kaltluftzustrom auf dem Atlantik in Richtung Süden endet nach den Berechnungen des amerikanischen und europäischen Wettermodells im Zeitraum 16./18. April. Die blockierende Haltung des Hochdrucksystems löst sich auf und in Folge dessen können sich zwei unterschiedliche Wettervarianten im Zeitraum 16./23. April ergeben.

In der ersten Variante zieht sich das Hochdrucksystem in flacher Achsausrichtung über die Azoren zurück und ermöglicht der atlantischen Frontalzone und der dazugehörigen Tiefdruckrinne mehr Spielraum sich nach Osten auszuweiten. Nicht selten kommt es dabei vor, dass sich vom Azorenhoch ein Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa erstreckt, so dass eine mäßig milde und wechselhafte Westwetterlage oder eine milde bis warme aber unbeständige Südwestwetterlage sich daraus ergeben kann.

In der zweiten Variante bleibt das Hochdrucksystem mit einer nördlichen Position ein "Unsicherheitsfaktor". Warum unsicher? Hochdrucksysteme, welche nördlich der Azoren anzutreffen sind, sind in der Regel Garanten für eine komplexe Wetterentwicklung, bei der wenige hundert Kilometer Positionsunterschied entscheidend sein können. Liegt das Hoch weiter westlich, so zwischen Island/England, gelangt Deutschland mit einer nördlichen Anströmung der Luftmassen auf die kühle Ostseite des Hochs, liegt das Hoch im Bereich zwischen Nord- und Ostsee, so ist mit relativ trockenem Wetter und milden Temperaturen zu rechnen. Liegt es weiter östlich, so gelangt Deutschland nicht selten in eine warme Südanströmung der Luftmassen.

Was ist wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe sind klar strukturiert. So sind im Zeitraum zwischen dem 10./17. April mit hoher Wahrscheinlichkeit frühlingshafte Temperaturwerte möglich. Im Zeitraum zwischen dem 17./21. April zeigt sich gegenüber dem Jahreszeit-typischen Wert aber eine Tendenz zu sich normalisierenden Temperaturwerten. So liegt das Temperaturspektrum am 16. April zwischen +5/+26 Grad (Mittelwert: +17/+18 Grad über dem Osten und Süden und +16/+17 Grad über dem Norden und Westen) und am 22. April zwischen +5/+20 Grad (Mittelwert: +13/+15 Grad). Zusammenfassend zeigt sich das Wetter zum heutigen Stand im zweiten April-Drittel weitgehend frühlingshaft bei einem unbeständigen Wettercharakter - Ideal also für die Wachstumsphase der Natur.

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