Als durchwachsen könnte man das Wetter bis zum kommenden Wochenende bezeichnen. So ist die Neigung zu Regenschauern mit Gewittern am Montag, Dienstag und Mittwoch noch als hoch einzustufen, während am Donnerstag, Freitag und Samstag wohl nur noch Regenschauer möglich sind. Die Temperaturen gehen von anfänglich frühlingshaften Werten bis zum Donnerstag auf frische +7/+14 Grad zurück und steigen zum Wochenende nur zögerlich an (s. Wetter April).

Der Grund für die Abkühlung liegt in der Konstellation der Großwetterlage, bei der ein Tiefdrucksystem über Skandinavien "Kontakt" zu einem Tiefdrucksystem über der Mittelmeerregion aufnimmt. Gleichzeitig wölbt sich das Azorenhoch weiter nach Norden auf, so dass auf dessen Rückseite die Tiefdrucksysteme von Nordwest nach Südost "abrutschen" können. Somit ergibt sich in Summe daraus ein meridionales Zirkulationsmuster (Süd-Nord, Nord-Süd), bei der Deutschland auf der relativ kühlen Seite liegen kann. Wenige hundert Kilometer östlich kann es mit einer Süd-Nord Strömung richtig warm werden.

Bedingt durch die westliche und nördliche Verlagerung des Azorenhochs kann sich der Trog nicht über Mitteleuropa halten und wird weiter auf den Atlantik, zwischen England, Frankreich, Portugal und Spanien "gezogen". Das Azorenhoch strebt weiter nach Norden und kann sich zum 11. April von den Azoren über Grönland/Island bis nach Skandinavien ausweiten. In Folge daraus entsteht weit westlich ein Kaltluftvorstoß nach Süden, welches beide Systeme zueinander verstärkt. So liegt das ursprünglich Azorenhoch zum 13. April bereist über Grönland, während das Tiefdrucksystem seine Position kaum verändert.

Solch eine Konstellation der Wettersysteme nicht alltäglich und die Tiefdruckrinne wird - bedingt durch das Hochdrucksystem über Grönland weit nach Süden verschoben und kann zwischen Neufundland, Azoren, England, Deutschland und Skandinavien verlaufen. Da sich Hochdrucksysteme im und Tiefdrucksysteme gegen den Uhrzeigersinn drehen, können über das europäische Nordmeer kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden geführt werden.

Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf das Wetter in Deutschland, Österreich und der Schweiz? Die kühle Temperaturperiode dauert vom 7./8. April bis zum 10./11. April an. Darüber hinaus gelangt Deutschland, Österreich und die Schweiz zunehmend auf die Vorderseite des Tiefdrucksystems, so dass im Zeitraum 11./14. April aus südlichen bis südwestlichen Richtungen milde bis warme, aber auch feuchte Luftmassen herangeführt werden können. Bis zum 15. April verlagert sich das Tiefdrucksystem weiter nach Skandinavien, so dass der Tiefdruckeinfluss über Deutschland größer wird und damit auch eine neuerliche Abkühlung nicht ausgeschlossen werden kann. Bedingt durch die südliche Verlagerung der Tiefdruckrinne ist jedoch eine anhaltend milde südwestlich orientierte Strömung zum heutigen Stand im Zeitraum 15./19. April wahrscheinlicher.

Die Kontrollläufe bestätigen im Zeitraum 11./19. April eine mäßige Niederschlagsneigung, so dass von einer stabilen Wetterlage im zweiten April-Drittel demnach weniger wahrscheinlich ist. Die Temperaturtendenz hat - wie in den letzten Tagen auch - im Zeitraum 10./11. bis zum 19. April einen leicht ansteigenden Trend. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums am 10. April zwischen +10/+13 Grad und am 19. April zwischen +15/+16 Grad und bewegt sich somit etwas über dem für die Jahreszeit-typischen Wert. Deutlicher zeigt sich das in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<+9) / normal (+10/+15) / zu warm (>+16), welche am 14. April bei 15/30/55 und am 19. April bei 20/30/50 liegen.

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