Kurz vor Ostern lebt die atlantische Frontalzone wieder auf und positioniert sich mit einem Tiefdrucksystem über Ostern zwischen Island, England und Skandinavien und beeinflusst das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz von West nach Ost. Das Hochdrucksystem, welches aktuell noch für die kühlere Nordströmung verantwortlich ist, verlagert sich von den Azoren über die Mittelmeerregion bis über das östliche Europa. Im Verbund beider Wettersysteme dreht das Zirkulationsmuster bereits am Gründonnerstag von Nord auf Südwest und sorgt nachfolgend für die Zufuhr deutlich milderer Luftmassen nach Deutschland. Im Detail wird es darauf ankommen, wie sich das Tiefdrucksystem positioniert und damit auch das Wetter mit beeinflussen kann - zum heutigen Stand wird der Wettercharakter über Ostern wohl eher unbeständig aber mild sein (s. aktuelle Wettervorhersage Ostern).

Darüber hinaus simulieren die Wettermodelle im Zeitraum vom 29. März / 5. April die Ausbildung von hohem Luftdruck im Bereich zwischen Skandinavien und dem westlichen Russland, sowie über den Azoren mit Keilform in Richtung Island. Zwischen beiden Hochdrucksystemen entsteht eine Lücke, in welche die Tiefdrucksysteme vordringen können.

Geht es nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells, so baut sich das Hochdrucksystem in einer lang gezogenen Achse von Nordwest nach Südost verlaufend über Skandinavien auf. Die Tiefdruckrinne verläuft somit von Neufundland über Island und England über Deutschland bis über die Mittelmeerregion hinunter. Das Strömungsmuster ist entsprechend stark ausgeprägt, so dass in der Höhe sehr milde Luftmassen aus südöstlichen Richtungen advehiert werden können. Wie warm? Simuliert werden bspw. am 5. April Tageswerte, welche zwischen +15/+20 Grad liegen können. Da die Tiefdruckrinne aber über Deutschland, Österreich und der Schweiz verlaufen kann, bleibt die Wahrscheinlichkeit demnach für einen unbeständigen Wettercharakter hoch (von West nach Ost abnehmend).

Das europäische Wettermodell lässt das Zirkulationmuster mehr und mehr meridionalisieren (Nord-Süd, Süd-Nord Ausrichtung). Dabei blockiert ein Hochdrucksystem zwischen Skandinavien und dem westlichen Russland die atlantische Frontalzone im Bereich zwischen Island und England, so dass diese nach Süden ausweichen muss und damit die Meridionalisierung initialisieren kann. Da dass jedoch westlich von Deutschland passiert, verbleibt Deutschland, Österreich und die Schweiz noch weitgehend im Bereich der Vorderseite des Tiefdrucksystems, so dass die Temperaturen mäßig mild bis mild ausfallen können. Wie mild? Berechnet werden am 31. März Werte, welche im Bereich zwischen +8/+13 Grad, teils auch bis +15 Grad liegen können.

Der Temperaturtrend der kommenden Tage ist zusammenfassend als positiv zu bezeichnen - nur wie weit die Temperaturen ansteigen können, bleibt zum heutigen Stand noch offen und hängt maßgeblich von der Tiefdruckposition ab. So liegt das Temperaturspektrum der Kontrollläufe am 30. März zwischen +8/+20 Grad (Mittelwert: +13/+14 Grad) und am 5. April zwischen +8/+23 Grad (Mittelwert: +15/+17 Grad). Der Trend zu frühlingshaften Temperaturen bestätigt sich also auch in den Kontrollläufen mehrheitlich. Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+7) / normal (+8/+13) / zu warm (>+14), so liegen diese am 30. März bei 5/30/65 und am 5. April bei 5/20/75. Zieht man die Varianten heraus, welche die +20 Grad Marke erreichen, bzw. auch überschreiten können, so liegt die Wahrscheinlichkeit am 30. März bei 30 Prozent und am 5. April bei 50 Prozent zum heutigen Stand relativ hoch. Kommt zu den warmen Luftmassen noch Tiefdruckeinfluss hinzu, so sind die ersten schwül-warmen Gewitterlagen Anfang April wohl nicht auszuschließen.

Das Langfristmodell simuliert in seiner heutigen Wetterprognose für den Frühling eine Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert im April von +0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich und im Mai mit -0,5/+0,5 im weitgehend normalen Bereich, wenngleich mit -0,5/-1 Grad es über dem Süden auch eine Tendenz für leicht zu kalte Temperaturen gibt. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich im April über den Regionen südlich der Mittelgebirge eine leicht erhöhte und über dem Norden eine weitgehende normale Aktivität. Im Mai gibt es gegenüber dem Sollwert zum heutigen Stand keine sonderlichen Abweichungen zu beobachten.

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