So langsam lassen die Schauer, welche teils bis in tiefere Lagen als Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer niedergehen können, im Verlauf der kommenden Woche nach und die Sonne kommt bei +1/+7 Grad mehr und mehr zum Vorschein. Insofern ändert sich an den "unterkühlten" Temperaturen wenig, so dass das Temperaturmittel über Deutschland in einem für die Jahreszeit zu kühlem Niveau verbleiben kann - aktuell sind die Temperaturen für die Jahreszeit etwa um -1,5 Grad zu kalt.

Im Zeitraum zwischen dem 11./14. März simulieren beide Wettermodelle zwischenzeitlich einheitlich die Verlagerung des Hochdruckkeils vom Azorenhoch in Richtung Mitteleuropa, so dass die bisherige Troglage (Nord-Süd) abgeschnürt und eine West- bis Südwestwetterlage nachfolgen kann. In Folge daraus nimmt die Niederschlagsneigung im Zeitraum 11./14. März ab und die Temperaturen steigen weiter an und können zum 13. März Werte zwischen +9/+14 Grad erreichen.

Im Zeitraum zwischen dem 13./15. März differenzieren die Wettermodelle zueinander. Das amerikanische Wettermodell simuliert einen aufstrebenden Hochdruckkeil vom westlichen Mittelmeer / Atlantik über England nach Norden, so dass im Verbund mit einem Tiefdrucksystem über dem östlichen Europa sehr kalte Luftmassen arktischen Ursprungs bis zum 20. März nach Süden in Richtung Mitteleuropa geführt werden können. Die Simulation ist dabei sowohl in ihrer Art, als auch mit ihren Werten als extrem zu bezeichnen und muss sicherlich in den kommenden Tagen sich erst noch bewahrheiten - sollte sie sich jedoch durchsetzen können, so wäre demnach im Zeitraum 16./20. März vielerorts mit Dauerfrost und Schneefall (!!!) zu rechnen.

Das europäische Wettermodell verfolgt einen ganz ähnlichen Ansatz, welcher in der Zeit jedoch nach dem 15. März nach hinten verschoben und in seiner Intensität nicht so extrem ausgebildet ist (allenfalls nasskalt).

Folgt noch im zweiten März-Drittel ein Wintereinbruch? Die Kontrollläufe bestätigen, dass die Simulation des amerikanischen Wettermodells sicherlich noch Potential zu Veränderungen aufweist, denn die Mehrheit der Kontrollläufe stützt diese Variante nicht. Stattdessen zeigt sich eine hohe Übereinstimmung für Jahreszeit-typische Werte. So liegt das Temperaturspektrum am 14. März zwischen +3/+14 Grad (Mittelwert: +7 Grad über dem Osten, sonst zwischen +8/+9 Grad) und am 19. März zwischen -1/+16 Grad (Mittelwert: +6 Grad über dem Osten, sonst +8 Grad). Zusammenfassend können im Zeitraum 11./15. März mancherorts frühlingshafte Temperaturen erreicht werden, wobei sich die Großwetterlage noch nicht auf Frühling umstellt und nachfolgen mit höherer Wahrscheinlichkeit wieder kühlere Temperaturen zu erwarten sind.

Was ist denn der Grund für den Kaltluftausbruch? Der Grund für die doch extreme Variante des amerikanischen Wettermodells ist die kräftige Störung des Polarwirbels, bei dem der Hochdruckkeil zwischen den Azoren über Skandinavien bis zu dem Hochdrucksystem über Sibirien einen Kaltluftkörper "abgetrennt" werden kann. Mit einer nördlichen bis nordöstlichen Grundströmung können somit die Kaltluftmassen nach Mitteleuropa geführt werden. Ungewöhnlich ist solche eine Variante sicherlich nicht, kommt jedoch zu dieser fortgeschrittenen Jahreszeit nicht allzu häufig vor.

Viele E-mails erreichten uns in den letzten Tagen mit der Frage, wie denn das Wetter im Sommer 2016 wird. Wer möchte, kann unseren Gedanken zu einer möglichen Wetterentwicklung in einem allerersten Witterungstrend zum Wetter Sommer 2016 gegen 17:00 Uhr folgen.

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