Ob das mit dem Frühling, bzw. frühlingshaften Temperaturen so schnell was wird, darf auch nach den heutigen Simulationen in Frage gestellt werden. So bleibt die Vb-Tiefdruckentwicklung am Montag intakt und könnte vor allem über den südlichen Landesteilen oberhalb etwa 400-700 Meter noch einmal für eine ordentliche Neuschneedecke sorgen (s. Wettervorhersage Februar | Schneeprognose), bevor in den ersten März-Tagen die Grundströmung auf nordwestliche Richtungen dreht und weiterhin Tiefdrucksysteme der atlantischen Frontalzone über Deutschland, Österreich und die Schweiz hin wegführen kann. Die Folge daraus ist ein Fortbestand der weitgehend nasskalten Witterung mit Schneeoptionen ab den mittleren Lagen (400-800 Meter) (s. Wettervorhersage März).

Die dazugehörige Großwetterlage zeigt sich der Form, als dass das Azorenhoch sich relativ weit nach Norden erstreckt und auf seiner östlichen Seite die Tiefdrucksysteme nach Süden abtropfen lässt. Durch unentwegt nachrückende Tiefdrucksysteme bleibt die Wetterlage weitgehend "stabil", wenngleich dies auch bedeutet, dass der Zeitraum vom 1./5. März niederschlagsreich ausfallen kann. Erfahrungsgemäß sind bei Nordwestwetterlagen über dem Westen und Süden mehr Niederschläge als über dem Norden und Osten zu erwarten - insbesondere über den Staulagen der Mittelgebirge und der Alpen kann so einiges an Niederschlag zusammenkommen.

Im Zeitraum zwischen dem 5./13. März bleibt nach den aktuellen Simulationen des amerikanischen Wettermodells die Großwetterlage weitgehend erhalten, wenngleich zum 9./10. März das Azorenhoch sich in Keilform noch weiter nach Norden in Richtung Grönland ausdehnen kann, was über Mitteleuropa die Trogneigung eher noch erhöht, da die atlantische Frontalzone in solch einem Fall komplett blockiert werden könnte. Wäre nun Januar, so hätte das eine "Einwinterung" zur Folge - im März sind hingegen mit höherem Sonnenstand Temperaturen zwischen +1/+7 Grad, teils bis +9 Grad zu erwarten.

Anders formuliert bestätigen sich heute die Simulationen der letzten Tage erneut und es ergibt sich daraus eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen nasskalten Temperaturtrend im ersten März-Drittel, welcher zudem auch noch Teile des zweiten März-Drittels mit beeinflussen kann. Der Mittelwert der Temperaturen liegt im Zeitraum 5./13. März zumeist im Bereich zwischen +4/+6 Grad und entspricht durchaus dem für die Jahreszeit typischen Wert.

Das kräftige Minor-Warming bleibt mit Potential zum Major-Warming in Stratosphärenhöhe intakt und löst eine weitere - voraussichtlich auch Finale - Instabilität des Polarwirbels auf, bevor dieser sich auch der fortgeschrittenen Jahreszeit anpassen wird. Allerdings passt diese Entwicklung ganz gut zu dem länger andauernden Trogansatz über Mitteleuropa. Der AO-Index bleibt negativ, der NAO-Index allenfalls neutral simuliert - auch das sind Indizien für einen Trogansatz - wäre der NAO-Index komplett negativ, so wäre ein Trog Mitteleuropa sehr wahrscheinlich und hätte wohl auch für längere Zeit Bestand.

Das Langfristmodell simuliert für den März eine Abweichung der Mitteltemperatur gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu milden Bereich, während der April und Mai mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad weitgehend normal ausfallen können. In der Niederschlagserwartung zeigt sich der März normal, der April und Mai leicht zu nass gegenüber dem Sollwert. Nach milden Wintern ist eine normale bis leicht unterkühlte Frühlingsvariante aber nichts ungewöhnliches und kann sich unter Umständen bis zum Anfang des Sommers durchziehen (einer Erhaltungsneigung folgt oftmals das Ausgleichsverhalten).

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