Nachdem der Winter 2015/16 erneut fast ein "Totalausfall" war (Dezember, Januar und Februar gegenüber dem langjährigen Mittelwert teils deutlich zu warm), mehren sich die Anfragen in den letzten Tagen, wann denn der Frühling kommt, denn scheinbar kann so niemand etwas mit der sich wohl im letzten Februar-Drittel einstellenden nasskalten Witterung anfreunden (s. Wettervorhersage Winter).

Zwar beginnt der meteorologische Frühling am 1. März, gemäß Kalender aber erst zum 20. März 2016. Mit steigendem Sonnenstand nehmen die Turbulenzen in den höheren Luftschichten wieder zu, da sich die Landmassen schneller und stärker als die Wassermassen erwärmen können und wo es Temperaturunterschiede gibt, entsteht ein höheres Potential für stärkere Tiefdrucksysteme. Das ist im Übrigen auch der wesentliche Grund, warum der Winter 2015/16 erneut zu warm ausfallen wird. Der stetige Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland, hat die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik in raschen Abständen entstehen und im weiter Abfolge nach Mitteleuropa ziehen lassen. Somit war eine Unterbrechung des überwiegend westlich orientierten Zirkulationsmusters kaum möglich. Man spricht bei einer solch "eingefahrenen" Wetterentwicklung von einer ausgeprägten Erhaltungsneigung, dem irgendwann ein Ausgleichsverhalten nachfolgt. Was ist ein Ausgleichsverhalten? Das Wetter ist bestrebt gewisse Wetterlagen auszugleichen. So folgt bspw. einer längeren trockenen und milden Wetterphase eine kühle und nasse Wetterlage nach.

Gut war das nach den letzten beiden Winter zu beobachten, welche ebenfalls deutlich zu warm waren. War der März und April noch zu warm/normal, war der Mai hingegen normal/zu kalt und zu nass.

Was ist für das Wetter im Frühling 2016 zu erwarten? Das Langfristmodell, welches rückblickend für den Winter 2015/16 bereits im September 2015 eine gute Wetterprognose ablieferte, simuliert den März mit einer Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1/+2 Grad zu mild/zu warm, den April mit -0,5/+0,5 Grad normal und den Mai mit -1/+0,5 Grad leicht zu kalt. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich der März leicht positiv (zu nass), der April positiv (deutlich zu nass) und der Mai neutral. Das passt soweit also ganz gut in das Schema des Ausgleichsverhaltens. Geht es nach dem Langfristmodell des Deutschen Wetterdienstes, so liegt die Wahrscheinlichkeit für einen zu kalten Frühling bei 22 Prozent, für einen normalen Frühling bei 35 Prozent und für einen zu warmen Frühling bei 43 Prozent. In den kommenden Tagen erfolgen an dieser Stelle regelmäßiger Wettervorhersagen, Wetterprognosen und Wettertrends für das Wetter Frühling 2016.

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