Typisch April: am heutigen Montag können noch örtlich Schneeflocken rieseln und bereits zum Donnerstag können die Temperaturen mit über +15 Grad bereits frühlingshafte Temperaturwerte erreichen, welche am Freitag unter Umständen auch die +20 Grad Marke überspringen können. Der Grund hierfür ist ein Hochdrucksystem, welches sich sehr langsam nach Osten bewegt. Deutschland liegt zunächst noch am kühlen östlichen Gradienten des Hochs, gelangt aber im Wochenverlauf mehr und mehr in den warmen Südgradienten. Bleibt das so - kommt jetzt der Frühling? Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so erhalten die positiven Aussichten der letzten Tage einen leichten "Dämpfer". Warum? Der Grund für die östliche Verlagerung des Hochdrucksystems ist ein Kaltluftausbruch zwischen dem östlichen Kanada/Grönland in Richtung Neufundland, was die "Wetterküche" im Zeitraum 8./11. April auf dem Atlantik erneut in Schwung versetzen kann. In Folge daraus gibt es im Zeitraum 11./15. April zwei wesentliche Wetterentwicklungen für Mitteleuropa. In der einen Variante tropfen die Tiefdrucksysteme westlich von Europa in Richtung Azoren ab und das Hoch kann sich über Mitteleuropa stabilisieren. In Folge stellt sich über Deutschland eine milde bis warme und im Westen und Südwesten auch wechselhafte Wetterlage ein. In der zweiten Variante kommt es zu keiner, bzw. nur zu einer schwachen Trogausbildung in Richtung Azoren, so dass die Tiefdrucksysteme am westlichen Gradienten des Hochdrucksystem sich rasch über Skandinavien positionieren können. Solche stark komprimierten Gradientenvorgänge sind immer ein Indiz für sog. Schnellläufersysteme. Zwar kann sich auch hier eine überwiegend milde Südwestwetterlage durchsetzen, jedoch nimmt die atlantische Frontalzone mit ihren Tiefdruckausläufern vermehr Einfluss auf das Wetter in Deutschland und mit entsprechenden Randtiefentwicklungen sind auch Starkwindereignisse nicht auszuschließen - in einigen Varianten werden auch Extremwindereignisse nicht für unmöglich gehalten. Das amerikanische Wettermodell simuliert bereits zum 11./12. April eine größere Einflussnahme der atlantischen Frontalzone, so dass zum heutigen Stand die zweite - dynamische - Variante favorisiert wird. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so wird die erste - ruhigere - Variante als wahrscheinlicher eingestuft. Ob ruhiges oder erneut turbulentes Wetter sich im Zeitraum 11./15. April einstellen wird, bleibt zum heutigen Stand im Detail noch abzuwarten - die Gemeinsamkeiten beider Wettermodelle für das zweite April-Drittel liegt in der positiven Temperaturentwicklung. So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 15. April zwischen +3/+21 Grad bei einem Mittelwert von +14/+16 Grad. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+7) / normal (+7/+14) / zu warm (>+14) liegen am 13. April bei 25/15/60 und am 19. April bei 20/40/40. Zusammenfassend gibt es zum heutigen Stand für das zweite April-Drittel eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine frühlingshafte Temperaturentwicklung - ob der dazugehörige Wettercharakter trocken ist bleibt noch abzuwarten, wobei die Wahrscheinlichkeiten für eine längere trockene Phase eher schwinden. Das Langfristmodell simuliert für einen April in der Temperaturentwicklung eine Abweichung von +0,5/-1 Grad gegenüber dem langjährigen Temperaturmittelwert bei einer weitgehend normalen Niederschlagsaktivität. Für den Mai liegt die Abweichung zwischen +0,5/-0,5 Grad überwiegend im normalen Bereich und auch in der Niederschlagserwartung zeigt sich zum heutigen Stand keine wesentliche Abweichung vom Soll.

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