Wann kommt der Frühling? - derzeit eine häufig per E-Mail gestellte Frage. Mit dem 1. März beginnt morgen der meteorologische Frühling, der kalendarische Frühling beginnt am 20. März 23:45 MEZ. Frühlingshafte Temperaturen definiert man mit beginnenden Werten zwischen +15 bis +17 Grad, welche im März durchaus vorkommen können, jedoch eher noch Seltenheitswert haben. So muss man sich - aus statistischer Sicht - wohl noch etwas gedulden. Die aktuellen Simulationen der Wettermodelle berechnen für Anfang März eine dynamisch-aktive Wetterentwicklung, welche mit wechselhaften Wetter und Wind einhergeht - örtlich sind auch Starkwindereignisse nicht auszuschließen. Anstatt die Temperaturen steigen, sinken diese bis zum 5. März wieder in den nasskalten Bereich ab, so dass die Schneefallgrenze um die mittleren Lagen herum schwanken kann (400-800 Meter). Im Zeitraum 5./10. März simuliert das amerikanische Wettermodell eine wieder auflebende Wetterdynamik auf dem Atlantik, bei der über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland Kaltluftmassen transportiert werden. In Folge daraus hat das sich bis zum 5. März nach Norden aufwölbende Azorenhoch nur eine kurze Zeitspanne und die atlantische Frontalzone zu blockieren und zieht sich bis zum 10. März wieder nach Süden zurück. Nach einer kurzen Wetterberuhigung im Zeitraum 5./7. März wäre bis zum 10. März wieder mit einer auflebenden Westwindzirkulation zu rechnen. Das Temperaturspektrum bewegt sich nach dieser Simulation überwiegend im Bereich zwischen nasskalt und mäßig mild. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so ist auch hier eine auflebende Wetteraktivität auf dem Atlantik zu beobachten. Allerdings zieht sich das Azorenhoch nicht nach Süden zurück, sondern "kippt" nach Osten weg und kann im Zeitraum 5./9. März Kontakt zum Kontinentalhoch über dem westl. Russland aufnehmen, so dass über Mitteleuropa eine Hochdruckbrücke entstehen kann. Statt einer Westwindzirkulation gelangt Deutschland nach dem europäischen Wettermodell in eine gradientenschwache Zirkulationsstruktur. Die Folge hieraus wäre teils neblig-trübes, teils sonniges Wetter bei einer schwachen Niederschlagswahrscheinlichkeit. Die Kontrollläufe sind sich bis zum 7. März weitgehend einig: wechselhaft, teils windig und zunehmend nasskalt. Darüber hinaus zeigt das Temperaturspektrum eine ansteigende Tendenz bei einer nachlassenden Niederschlagserwartung. Das Spektrum an Möglichkeiten ist jedoch breit gestreut, geschuldet ist das aber im Wesentlichen an der noch unsicheren Hochdruckposition. So liegt das Temperaturspektrum am 5. März zwischen +0/+6 Grad (Mittelwert: +2/+3 Grad im Süden und Osten und +4/+5 Grad im Westen und Norden) und am 10. März zwischen -1/+15 Grad (Mittelwert: +8/+9 Grad). Zusammenfassend: nach einem kühlen/nasskalten Start zeigt sich im Trend bis zum 10. März eine ansteigende Temperaturtendenz wenngleich - zum heutigen Stand - noch nicht frühlingshaft. Das Langfristmodell simuliert die Temperaturentwicklung im März gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit einer Abweichung zwischen +0,5/+2 Grad als leicht bis deutlich zu mild, den April mit -0,5/+1 Grad als normal bis leicht zu warm und den Mai mit -0,5/+0,5 Grad als normal. In der Niederschlagswahrscheinlichkeit zeigt sich der März negativ, der April normal und der Mai leicht erhöht. In Summe haben die Frühlingsmonate zum heutigen Stand - sowohl bei den Temperaturen als auch im Niederschlagsverhalten - eine normale bis leicht positive Tendenz.

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