Mit dem 1. März endet der meteorologische Winter und der Frühling beginnt. Wie aber wird das Wetter im Frühling 2015 werden, nachdem der Winter erneut mild ausgefallen ist? Dazu zwei theoretische Ansätze mit statistischer Betrachtungsweise. Grundlegend strebt das Wetter über Mitteleuropa ein Ausgleichsverhalten an - so folgt z.B. nach einem nassen und kalten Abschnitt ein trockener und warmer Abschnitt nach. Betrachtet man den Frühlingsverlauf in 2014, so war das nur bedingt der Fall. Nach einen deutlich zu warmen März und April konnte lediglich der Mai als weitgehend normal "Verbucht" werden. Im Schnitt war der Frühling um etwa +2,4 Grad zu warm und mit 147 l/m² Niederschlag auch zu trocken. Der sog. Erhaltungsneigung folgte nicht das Ausgleichsverhalten, sondern die Erhaltungsneigung war äußerst ausgeprägt und lange andauernd. Das lag insbesondere an dem nicht mehr aufhören wollenden Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland, was das Zirkulationsmuster über Monate hinweg geprägt hatte. Im Winter 2014/15 war das anders, zwar gab es auch hier eine dominante Anzahl an Tagen, bei der die Tiefdruckproduktion bei Neufundland dominant war, jedoch konnten sich die Wettersysteme teils anders positionieren, so dass von jedem Zirkulationsmuster etwas dabei war. Spielt man die Großwetterlagen durch, so fällt die Hochdruckdominanz im Februar auf, welche zum heutigen Stand wohl noch bis zum 20. Februar das Wetter über Mitteleuropa dominieren soll. Erst in weiterer Abfolge setzt sich mit höherer Wahrscheinlichkeit im letzten Februar-Drittel die atlantische Frontalzone mit einer sog. Westwindzirkulation durch, bei der in rascher Abfolge Tiefdrucksysteme von West nach Ost über Deutschland hinwegziehen können. Winterliche Verhältnisse in tieferen Lagen sind somit wenig wahrscheinlich, in mittleren und höheren Lagen nicht unwahrscheinlich, da auf der jeweiligen Rückseite noch entsprechend kühle Luftmassen nach Deutschland advehiert werden können. Aus statistischer Sicht folgt nach einer aktiven Wetterphase eine ruhige Wetterphase nach, welche durchaus in das erste März-Drittel fallen kann. Fraglich ist zum heutigen Stand noch das Temperaturgefüge: warm oder kalt; Märzwinter oder Frühling? Blickt man auf die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (-1/+5) / zu warm (>+5), so liegen diese bspw. am 2. März bei 10/40/50, was einen Märzwinter zum heutigen Stand wenig wahrscheinlich macht. Das Langfristmodell simuliert den Temperaturverlauf der Frühlingsmonate März, April und Mai gegenüber dem langjährigen Mittelwert als überwiegend normal, in der Tendenz auch leicht zu mild. Das Niederschlagsverhalten ist über den Frühling hinweg neutral ausgeprägt, wobei bei genauerer Betrachtung der März als deutlich zu trocken und der Mai etwas zu nass simuliert wird. Geht es nach dem Langfristmodell des Deutschen Wetterdienstes, so liegt das Entwicklungspotential des Frühlings bei 27 Prozent zu kalt, 30 Prozent normal und 43 Prozent zu warm. Bemüht man die Statistik, so verwundert der Trend des Deutschen Wetterdienstes nicht, so tendierten seit den 1990 er Jahren die Frühlingsmonate besonders auffällig in Richtung mild/warm und zu trocken.

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