Der Winter 2013/2014 war geprägt durch ein lange Erhaltungsneigung bei der unentwegt kalte Luftmassen über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland strömten und somit den Wettermotor auf dem Atlantik immer wieder mit Energie versorgten. In Folge daraus gab es ein kräftiges Tiefdrucksystem nach dem anderen, welches in Richtung Mitteleuropa zog. Gleichzeitig blockierte ein osteuropäisches Hochdrucksystem die atlantische Frontalzone, so dass sich die zu milde und leicht zu trockene Großwetterlage eingependelt hat (Erhaltungsneigung der Systeme zueinander). Das Gegenteil der Erhaltungsneigung ist das sog. Ausgleichsverhalten, bei dem- statistisch gesehen - nach längeren trockenen und warmen Phasen kühlere und feuchtere Phasen und nach feuchten und warmen Phasen trockene und kühlere Phasen folgen. Die Frage die sich daraus ergibt - kommt das Ausgleichsverhalten (wie im letzten Jahr) und wenn ja, wann und wie könnte es sich gestalten? Die Beantwortung der Frage bleibt zum heutigen Stand offen. Der Winter war bislang deutlich zu mild und etwas zu trocken. Im Umkehrschluss ergäbe sich in der Theorie eine höhere Wahrscheinlichkeit zu einem zu kühlen und niederschlagsreichen Frühling. Damit das Ausgleichsverhalten aber überhaupt eintreten kann, muss sich die Großwetterlage verändern. Hin und wieder gibt es in den Simulationen der Wettermodelle Ansätze dazu, jedoch bleibt der "Erhaltungsdrang" so groß, dass schon im Ansatz eine veränderte Großwetterlage "zunichte" gemacht wird. Was zeigen die Wettermodelle? Anfang März wird ein Versuch zur Umstellung gezeigt, jedoch wird der Trog rasch nach Osten abgedrängt. Nachfolgend gehen die Simulationen wieder auseinander, wobei der grundsätzliche Ansatz der gleiche ist. Demnach baut im Zeitraum zwischen dem 3./6. März das Azorenhoch eine - je nach Simulation - mehr oder minder starke Hochdruckbrücke zu einen skandinavischen, bzw. russischen Hoch auf, welche relativ weit nach Norden verschoben ist. Das hätte überwiegend trockenes, teils sonniges und weiterhin mildes Wetter im ersten März-Drittel zu Folge. Die zweite Schlussfolgerung daraus ist, dass ein "März-Winter" im ersten Drittel sehr unwahrscheinlich geworden ist. Aber solch ein Hoch ist oder kann der erste Baustein sein, der für eine Umstellung der Großwetterlage benötigt wird. Das Langfristmodell - welches im übrigen den zu milden Winterverlauf gut im "Griff" hatte - zeigt einen zu warmen Wetterverlauf mit einer leicht erhöhten Niederschlagsneigung im März. Das Wetter im April und Mai soll aber mit einer weiterhin leicht erhöhten Niederschlagstendenz normal bis leicht zu kühl ausfallen. Das Langfristmodell des Deutschen Wetterdienstes geht mit einer Wahrscheinlichkeit von 45 Prozent von einem zu warmen, mit 32 Prozent einem normalen und mit 23 Prozent einem zu kalten Wetterverlauf im Frühling aus. Also genau gegenteilige Aussagen zueinander.

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