Die Zirkulation zeigt sich im ersten April-Drittel in den Simulationen der Wettermodelle auch heute überwiegend im "gestörten Zustand". Wetterbestimmend ist dabei ein Hoch zwischen Skandinavien und England, welches mit einer nordöstlichen Grundströmung unterkühlte Temperaturen nach Deutschland führt. Die Frontalzone der Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik schafft es dabei nicht, sich bis nach Mitteleuropa durchzusetzen. Warmes Frühlingswetter ist zum aktuellen Stand im ersten April-Drittel wenig wahrscheinlich (28%). Und dennoch geht der Temperaturtrend langsam nach oben, so dass bis zum 10. April +5/+12 Grad nicht unwahrscheinlich sind. Das Langfristmodell rückt etwas von seiner milderen Variante ab und simuliert nun einen leicht zu kalten Norden, sonst überwiegend normale Temperaturverhältnisse gegenüber dem langjährigen Temperaturmittel. Aber wann wird es Frühling? Das kommt darauf an, welche Systematik sich durchsetzen wird - die Erhaltungsneigung oder das Ausgleichsverhalten. Kurze Erläuterung:
Das kalte Wetter kann durch die Erhaltungsneigung (immer die gleiche wiederkehrende Großwetterlage) über einen längeren Zeitraum hinaus verlängert werden. Andererseits kann durch das Ausgleichsverhalten die Nord-Süd Strömung in eine Süd-Nordströmung umgewandelt werden und ebenfalls lang anhaltend sein.
Setzt sich das Ausgleichsverhalten durch, so können die Temperaturen rasch ansteigen und über einen längeren Zeitraum trockenes Wetter mit sich bringen. In der Theorie ist es langsam an der Zeit für die Umstellung, da seit mehr oder minder Dezember 2012 die Erhaltungsneigung dominiert - schön wäre es, wenn sich das Wetter auch an Theorien halten würde.

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