Im Grunde könnte man das Wetter in der kommenden Woche schon als vorgezogenes Aprilwetter bezeichnen. Denn geht es nach den aktuellen Simulationen der Wettermodelle, so bleibt die kalte Luft bei Skandinavien erhalten und kann Phasenweise das Wetter im Norden beeinflussen. Die atlantische Frontalzone schafft es dabei nicht, sich gänzlich durchzusetzen, was in Deutschland in der kommenden Woche überwiegend nasskaltes und wechselhaftes Wetter zur Folge hat. Dabei steigen die Temperaturen tagsüber im Norden auf 0/+4 Grad und im Süden auf +4/+8 Grad, wobei mit Föhneinwirkung am Alpenrand am Mittwoch auch bis +12 Grad erreicht werden können. In den Nächten sinken die Temperaturwerte auf +1/-4 Grad ab. So kann es sein, dass es in den Nächten schneit (auch Eisregen ist möglich) und tagsüber regnet. Die Schneefallgrenze liegt nördlich der Mittelgebirge etwa zwischen 200-500 Meter und im Süden zwischen 600-1.000 Meter. Wie geht es weiter? Wer auf den Frühling wartet, muss sich weiter gedulden, denn neben dem nasskalten Szenario ab dem 17. März nimmt die Wahrscheinlichkeit für eine teils winterliche Variante wieder zu. Warum? Ganz einfach, die kalte Luft bei Skandinavien ist und bleibt im nördlichen Europa dominierend. Dabei spielt Hochdruck bei Grönland eine wichtige Rolle, denn im Zusammenspiel mit dem steuernden Tiefdrucksystem über dem östlichen Skandinavien bedarf es nicht viel und die arktischen Luftmassen überfluten erneut Mitteleuropa. Dabei könnte die Zugbahn der Tiefdrucksysteme erneut zu einer markanten Luftmassengrenze über Deutschland mit viel Niederschlag führen. Das dieses Szenario nicht unwahrscheinlich ist, zeigt heute das amerikanische Wettermodell. Das Tief vom Sonntag zieht in Richtung Nordosten ab und führt zusammen mit dem Hochdruckgebiet über Grönland zunehmend kalte Luftmassen nach Deutschland, so dass eine erneut winterliche Grenzwetterlage zum nächsten Wochenende nicht auszuschließen ist. Und auch nach dem europäischen Wettermodell ist solch ein Szenario nicht auszuschließen, so dass der Wettertrend im letzten März-Drittel bis zum 23. März nasskalt und ab dem 23./25. März nochmals winterlich/nasskalt sein kann. Gibt es auch mildere Varianten? Ja, die gibt es und wenn man auf die Kontrollläufe blickt, so sind diese derzeit in der Überzahl. Das mittlere Temperaturspektrum liegt zum 26. März zwischen +3/+8 Grad, wobei die Extremwerte zwischen -4/+15 Grad liegen. Diese Temperaturspanne zeigt sehr deutlich, welch großer Unsicherheitsfaktor da über Skandinavien in Form von kalter Luft liegt. Das Langfristmodell zeigt den April leicht zu kalt bis normal, den Mai normal bis etwas zu mild. Vieles deutet derzeit auf einen ganz normalen Frühlingsverlauf in Deutschland hin - mit all seinen Kapriolen.

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