Weihnachtsprognose: Wetterumschwung vor dem Fest - Weiße Weihnachten möglich
Wetterwechsel noch vor Weihnachten. Das ruhige, teils neblige, teils sonnige Wetter erhält sich noch in dieser Woche. Doch passend zum 4. Advent kippt die Wetterlage. Die Temperaturen gehen zurück, die Schneefallgrenze sinkt ab. Reicht das noch für weiße Weihnachten?
Mit Winterwetter und Schneefall ist bis zum 4. Advent nicht zu rechnen. Deutschland liegt aktuell noch voll im Einflussbereich einer südlichen Anströmung vergleichsweise warmer Luftmassen, was die Temperaturen am 16. Dezember über dem Westen auf bis +14 Grad ansteigen lassen kann. Regional können sich die nächtlichen Nebelfelder als zäh erweisen und den Sonnenschein eintrüben. Ist das der Fall, verweilen die Temperaturen unter der +5 Grad-Marke.
Wetterumschwung zum 4. Advent
In der zweiten Wochenhälfte erreichen die Ausläufer der atlantischen Frontalzone Deutschland. Die Bewölkung verdichtet sich von Westen und ab Freitag nimmt die Niederschlags- und Windaktivität zu. Die Temperaturen bleiben zunächst noch mit +6 bis +10 Grad - und in den sonnigen Momenten mit bis +12 Grad - für die Jahreszeit zu hoch und gehen zum 4. Advent auf +4 bis +8 Grad zurück. Über den Regionen mit Dauernebel sind +0 bis +4 Grad zu erwarten. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Dezember.

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Blocking Europa
In unserer Wetteranalyse von gestern hatten wir ausführlich über den QBO-Ost und die bevorstehenden Veränderungen im Setup der Großwetterlagen berichtet. Auffällig war dabei die Clusteranalyse, welche mit einer Wahrscheinlichkeit von 88 Prozent ein Blocking über Europa simuliert hatte. In den allermeisten Fällen findet das Blocking über Skandinavien statt, bei der Deutschland, Österreich und die Schweiz in eine östliche Strömungskomponente gelangen.
Die vollständig gestörte Zirkulation
Mit einem Hoch über Skandinavien hat die Frontalzone auf dem Atlantik kaum mehr Möglichkeiten, Mitteleuropa zu erreichen. Der Wind kommt nicht mehr aus West oder Südwest, sondern aus Ost bis Nordost. Man spricht von einer vollständig gestörten Zirkulation. Und exakt dieses Setup berechnet heute das europäische Wettermodell.
In der Vorweihnachtszeit trogt vom 21. bis 23. Dezember ein Tief auf dem Atlantik nach Süden aus und wird durch eine sich nach Norden ausdehnende Hochdruckzone abgeschnürt und zum 22. Dezember in ein Kaltlufttropfen umgewandelt. Das Hoch dreht sich im Uhrzeigersinn und schiebt den Kaltlufttropfen bis zum 23. Dezember von England und Frankreich weiter nach Westen - raus auf den Atlantik (normalerweise kommen die Tiefdrucksysteme von dort). Das Hoch selbst positioniert sich zum 23. Dezember zwischen Island und Skandinavien.
Die Weihnachtsprognose
Das Hoch dehnt sich von Heiligabend (24. Dezember) bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag (26. Dezember) im Bereich zwischen Island, Skandinavien, England und Deutschland aus. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen am südlichen Hochdruckgradienten, was eine Ostanströmung der Luftmassen zur Folge hat. Erreichen die Temperaturen am 24. Dezember noch +3 bis +6 Grad, so sind am 26. Dezember -3 bis +4 Grad möglich. Insbesondere über den östlichen Landesteilen ist Dauerfrost möglich.
Weiße Weihnachten - kommt Schnee? Eher nein. Die Hochdruckdominanz bringt nur wenig Niederschlag. Und wenn sich dann doch Niederschlag ergeben kann, so ist dieser in Richtung der Alpen - dann aber meist in Form von Schnee zu erwarten, was weiße Weihnachten ab den tieferen mittleren Lagen möglich machen kann. Das ist jedoch eine Momentaufnahme. Erst wenn klar ist, wie sich das Hoch tatsächlich positioniert, wird die Schneeprognose für Weihnachten präziser. Die Wetterlage hat jedoch Winterpotential, das zeigt sich, wenn man in Richtung Silvester blickt.
Winterwetter
Das Hoch verlagert sich nach den Weihnachtsfeiertagen nach Skandinavien zurück, was die Ostanströmung über Mitteleuropa intensiviert. Die Temperaturen sinken bis zum 30. Dezember auf -5 bis +2 Grad ab, die Niederschlagstätigkeit nimmt zu und kann mancherorts zur Ausbildung einer Schneedecke beitragen. In den Nächten sind Tiefstwerte von -8 bis -1 Grad. Bei Aufklaren und über Schnee können die Temperaturen unter die -10 Grad-Marke absinken.

Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: Wetter kippt bis Weihnachten
Die erste Wetterumstellung vollzieht sich nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells bereits in der Vorweihnachtszeit. Die Frontalzone auf dem Atlantik wird kräftiger und dehnt sich weiter in Richtung Mitteleuropa aus. Die Bewölkung nimmt zu, der Wind frischt auf und es wird etwas Niederschlag geben können. Die Temperaturen gehen zwar mit +4 bis +8 Grad in den nasskalten Bereich zurück, bleiben jedoch für die Jahreszeit zunächst noch auf einem zu hohen Niveau.
Stramme Ostwetterlage mit Temperatursturz und Dauerfrost zum Weihnachtsfest
Die Weihnachtsprognose des amerikanischen Wettermodells ist ähnlich wie die der Europäer aufgebaut, jedoch verläuft die Hochdruckzone etwas weiter südlich, während sich - pünktlich zu Weihnachten - ein Kaltlufttropfen über dem westlichen Russland auf dem Weg nach Deutschland macht.
Die Gradienten verdichten sich zueinander und lassen den Wind über die Weihnachtsfeiertage mit kräftigen Böen aus östlichen Richtungen über Deutschland hinwegziehen. Stürmische Windböen lassen sich mit diesem Setup nicht ausschließen. Erreichen die Temperaturen an Heiligabend noch +3 bis +6 Grad, so sind am zweiten Weihnachtsfeiertag nur noch Höchstwerte von -4 bis +1 Grad und über den östlichen Landesteilen von -8 Grad möglich. In den Nächten gehen die Temperaturen auf -4 bis -8 Grad und bei Aufklaren und über Schnee auf bis -14 Grad zurück.
Kommt Schnee zum Fest?
Auch nach dieser Prognose gilt es zunächst die exakte Hochdruckposition abzuwarten. Vor diesem Hintergrund ist die weihnachtliche Schneeprognose mit einem gesunden Maß an Skepsis zu bewerten. Aber ja, der Kaltlufttropfen erreicht Deutschland zum 25. Dezember und kann bis zum Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages über dem Norden und Süden für etwas Schneefall und die Ausbildung einer Schneedecke sorgen. Frostige Weihnachten ja, weiße Weihnachten vielleicht.

Auf den Punkt gebracht: Unschärfe nimmt vor Weihnachten zu
Das ist so und das bleibt auch nach 120 Stunden so. Der Wetterumschwung wird zum 4. Advent eingeleitet und nach den aktuellen Wettervorhersagen der Prognose-Modelle stellt sich über Weihnachten ein Blocking über Europa ein. Details sind im Moment weniger von Relevant.
Der Fokus liegt auf der aufgestellten These eines weiterhin instabilen Polarwirbels und der anhaltend gestörten Zirkulation. Beides wird heute von den Vorhersage-Modellen bestätigt, was die Grundlagen für Winterwetter - pünktlich zu Weihnachten - deutlich verbessert.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Gleich vorweg, die Wetterprognosen des amerikanischen und europäischen Wettermodells gehören im Vergleich zum Mittelwert aller Kontrollläufe zu den kältesten Varianten. Der Hinweis auf das gesunde Maß an Skepsis ist absolut angebracht. Doch geht es ja nicht um die Details, sondern um den Wettertrend und der wird von den Kontrollläufen bestätigt.
Erreichen die Temperaturen in 1.400 Meter Höhe bis zum 20. Dezember noch bis +7 Grad, so sinken diese über Weihnachten auf -2 bis -3 Grad und bis Silvester auf -3 bis -4 Grad ab. Damit weiße Weihnachten bis auf das Flachland herab möglich sind, müssen die Höhentemperaturen zwischen -5 und -7 Grad betragen, während für mittlere Lagen -3 bis -5 Grad ausreichend sind. Die Wahrscheinlichkeit für Höhenwerte unter -3 Grad liegt nach der Auswertung aller Kontrollläufe aktuell bei rund 57 Prozent (vor 4 Tagen noch bei 37 Prozent). Der Trend ist klar - nasskaltes Wetter über tieferen Lagen mit optionalem Winter ab den mittleren Lagen. Und wenn die Wetterlage passt, gelingt auch der Durchbruch des Winters mit Schnee, Eis und Frost noch pünktlich zu den Festtagen bis auf das Flachland herab. Das bleibt also spannend und schaun mer mal, was sich im Hinblick auf die unsichere Positionierung des Hochdrucksystems bis heute Abend noch so alles ändert.

| Tag | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 21. Dezember | +2 bis +9 Grad | +5 bis +7 Grad |
| 25. Dezember | -2 bis +8 Grad | +2 bis +4 Grad |
| 30. Dezember | -6 bis +9 Grad | +1 bis +3 Grad |

Nächste Aktualisierung
- 20:15 Uhr: Aktualisierung Weihnachtsprognose an dieser Stelle
Update der Wetterprognose von 20:22 Uhr
Die Weihnachtsprognose des amerikanischen Wettermodells war im Tagesverlauf dem Winter mit Schnee und Frost nicht abgeneigt und hat die Vorhersage von heute Morgen weitgehend bestätigt. Winterwetter aber ist noch lange nicht gesichert. Es sind erste Signale für einen Durchbruch des Winters und bis dahin kann noch vieles aus Sicht der Freunde des Winterwetters
schief laufen.
Entscheidend wird die Position eines Hochdrucksystems sein, welches sich in der Vorweihnachtszeit zu einem Blocking über Europa aufbaut. Liegt es über Skandinavien, kommt es zu einer gestörten Zirkulation und der Winter bekommt seine Chance. Lässt sich das Blocking jedoch nach Süden drücken, ändert sich - auch über Weihnachten - an der aktuellen Wetterlage wenig.

Wie wahrscheinlich sind weiße Weihnachten?
Eigentlich ist es noch zu früh für eine detaillierte Schneeprognose. Der Winter ist auf einem guten Weg, ob er es aber rechtzeitig zu den Feiertagen schafft, bleibt abzuwarten. Einerlei, wir machen das jetzt trotzdem, um den Weihnachtstrend der vergangenen Tage zu untermauern. Nimmt man den aktuellen Stand der Berechnungen, so ergibt sich für den Norden, Westen und entlang des Rheingrabens am 24. Dezember eine Wahrscheinlichkeit für Schneefall von 0 bis 10 Prozent. Entlang der Mittelgebirge sowie über Teilen von Baden-Württemberg und Bayern liegt die Wahrscheinlichkeit zwischen 30 und 40 Prozent und über den Alpen bei 70 Prozent.
Bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag (26. Dezember) erhöht sich die Wahrscheinlichkeit über dem Norden und Westen auf bis 15 Prozent, sonst auf 20 bis 40 Prozent und über Lagen oberhalb etwa 500 Meter auf 40 bis 60 Prozent. In Summe - und das war auch der Wettertrend der vergangenen Tage - ergibt sich für die tieferen Lagen eine nasskalte Witterung, während ab den mittleren Lagen oberhalb etwa 400 bis 800 Meter der Winter optional wird.
Kommt der Winter nach Weihnachten?
Auch das gilt abzuwarten, doch mehren sich die winterlichen Signale. Nachfolgend nochmals die Gegenüberstellung des amerikanischen Wettermodells von heute Mittag und heute Abend.

Fazit: Das Wetter kippt vor Weihnachten
Drei Merkmale werden heute bestätigt. Zum einen der Wetterwechsel zum 4. Advent zum anderen der weiterhin instabile - oder schwache - Zustand des Polarwirbels und zu guter Letzt die gestörte Zirkulation, welche den Winter bringen aber auch verhindern kann.
Wie es um den Winter über den mittleren und tieferen Lagen bestellt ist, lässt sich am besten mit der Temperaturentwicklung in 1.400 Meter Höhe bestimmen. Ab Höhenwerten von -5 bis -7 Grad rückt der Flachlandwinter in Reichweite, während für mittlere Lagen -3 bis -5 Grad ausreichend sind. In den abendlichen Prognosen liegt die Wahrscheinlichkeit von Höhenwerten unter -3 Grad am 26. Dezember bei 56 Prozent und am 28. Dezember bei 76 Prozent.
Der Winter ist also auf einem guten Weg, was sich auch in der Temperaturprognose bemerkbar macht. So liegt der Temperaturmittelwert am 26. Dezember über tieferen Lagen zwischen +0 bis +3 Grad und am 29. Dezember zwischen -1 und +2 Grad. Die nasskalte Wetterentwicklung, bei der Winterwetter ab den tieferen mittleren Lagen optional wird, festigt sich allmählich.
Nachfolgend noch die Prognose für das Weihnachtswetter des europäischen Wettermodells von heute Abend. Deutlich tritt darin hervor, woran der Winter noch scheitern kann.


