Wetterprognose: Das Wetter kippt vor Weihnachten - so stehen die Chancen auf Winter, Schnee, Eis und Frost
Weiße Weihnachten mit Schnee und winterlichen Wetterverhältnissen ausgeschlossen? Die Wetterlage ist im Moment alles andere als winterlich. Der Dezember hat aktuell eine Temperaturanomalie von +4,7 Grad vorzuweisen und selbst in Lagen von 1.300 Meter erreichen die Werte bis +6 Grad. Die vergleichsweise warme Wetterlage erhält sich noch bis zum 20. Dezember. Doch dann beginnt in der Vorweihnachtszeit das Wetter zu kippen. Die Unsicherheiten und auch die winterlichen Möglichkeiten nehmen zu - reicht das noch für Schnee zu Weihnachten?
Ein Hoch dominiert das Wetter aktuell über Deutschland. Die Luftmasse ruht nahezu vollständig, was dazu führt, dass sich in den Nächten zähe Nebelfelder ausbilden und auch Tagsüber mancherorts für trübes Dezemberwetter sorgen können. Ist das der Fall, liegen die Temperaturen meist unter der +5 Grad-Marke.
Kein Winter und kein Schnee
Das Hoch dominiert das Wetter mindestens noch bis Mitte der kommenden Woche. Zwar ziehen von Norden immer wieder einmal schwache Störungen über Deutschland hinweg, doch ist nicht mit nennenswertem Niederschlag zu rechnen. Der Wind kann am 3. Advent und zum Start in die neue Woche in Küstennähe böig auffrischen und sonst setzt sich das ruhige Wetter bei einem Wechselspiel von Sonne, Wolken und Nebel weiter fort. Die Temperaturen pendeln sich auf +5 bis +10 Grad ein und können am Dienstag über dem Westen kurzzeitig bis +15 Grad möglich machen. Bei Dauernebel orientieren sich die Werte näher an der Null-Grad-Marke. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Dezember.

Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Wetterlage kippt, was Schnee und Frost zu Weihnachten möglich macht
Wir hatten in der gestrigen Winterprognose im abendlichen Update einmal die KI-Modelle und deren Weihnachtsprognose gegenübergestellt.
Auffällig war, dass das KI-Modell der Europäer ein Hoch über Skandinavien berechnet hatte, welches über Weihnachten an seinen südlichen Gradienten von einem Kaltlufttropfen unterwandert wird und so den Winter mit Schnee nach Deutschland führen konnte. Interessant ist in diesem Zusammenhang die aktuelle - numerische - Wettervorhersage des europäischen Wettermodells, was zum 21. Dezember ein Hoch über Island entstehen lässt und somit das Weihnachtswetter komplett auf den Kopf stellen kann.
Das Wetter kippt an Weihnachten
Das Hoch über Island provoziert einen negativen NAO-Index und dehnt sich als Blockadehoch bis zum 24. Dezember (Heiligabend) zwischen Island und Skandinavien aus. Dem Hoch gelingt es dabei nicht, eine Achse nach Süden aufzubauen.
Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen in eine Ostströmung, was die Temperaturen am 22. Dezember auf +3 bis +6 Grad zurückgehen lassen kann. Über die Weihnachtsfeiertage liegen die Temperaturen dann nur noch zwischen -2 bis +5 Grad. Kein Winterwetter im klassischen Sinne. Schneefall ist zwar bis auf tiefere Lagen herab möglich, doch ist in diesem Setup nicht mit viel Niederschlag zu rechnen. Ein paar Schneeflocken werden jedoch wirbeln und ab die mittleren Lagen oberhalb von 500 bis 800 Meter etwas anzuckern können.
Interessant ist diese Variante deshalb, da sich das numerische Modell der KI-Variante von gestern angepasst hat.

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Frontalzone zu stark
Der Aufbau der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells ist ähnlich. Die für die Jahreszeit viel zu warme Witterung erhält sich bis zum 20. Dezember. Nachfolgend kippt auch hier die Großwetterlage.
Im Zeitraum vom 20. bis 22. Dezember wagt sich die atlantische Frontalzone weit in Richtung Mitteleuropa vor und drückt das Hoch nach Süden und Osten weg und dehnt sich in der Vorweihnachtszeit weiter in Richtung der Alpen aus. Mit einem böigen Wind und starker Bewölkung ist mit gelegentlichem Niederschlag zu rechnen. Die Temperaturen aber bleiben mit der Atlantikbrise mit +4 bis +8 Grad und über dem Westen mit bis +11 Grad auf einem für die Jahreszeit zu hohen Niveau.
Der aktuelle Weihnachtstrend: Kein Schnee, kein Winter
Bevor sich der Trog aber über Mitteleuropa entwickeln kann, kippt von Westen der nächste Keil des Azorenhochs nach Osten ab und legt sich bis zum 26. Dezember quer über Mitteleuropa. Im Gegensatz zur Wettervorhersage des europäischen Wettermodells kann sich das Hoch nicht nach Norden ausdehnen, bleibt flach und lässt stattdessen die Frontalzone zwischen Neufundland und Island bis nach Skandinavien passieren.
Das hat über die Weihnachtsfeiertage Temperaturen von +4 bis +8 Grad und mit einer längeren Sonnenscheindauer von bis +10 Grad zur Folge.

Auf den Punkt gebracht: Ganz ohne Chance ist der Winter zu Weihnachten nicht
So ist es, so bleibt es. Das Wetter bleibt bis mindestens zum 20. Dezember im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert erheblich bis extrem zu warm, was den Dezember bis dahin mit einer Anomalie von +3,7 Grad zu warm ausfallen lassen wird. Kurz vor Weihnachten aber bestätigen die Vorhersage-Modelle heute einen mehr oder minder erfolgreichen Wechsel der Großwetterlage, was das Wetter nach dieser Betonhochwetterlage wieder spannender machen wird.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Die Kontrollläufe bestätigen heute das Kippmuster vor Weihnachten erneut. Das zeigt sich zum einen an dem breiten Spektrum der Temperaturen in 1.400 Meter Höhe, welche an Heiligabend zwischen -14 und +5 Grad liegen können. Zum anderen am Mittelwert, welcher aktuell bei +7 Grad liegt und an Weihnachten auf -2 bis -3 Grad absinkt. Die Temperaturkurve geht also nach unten.
Damit aber Schneefall an Weihnachten bis auf das Flachland herab möglich ist, müssten die Höhenwerte zwischen -5 und -7 Grad liegen, während für mittlere Lagen -3 bis -5 Grad ausreichend sind.
Im direkten Vergleich zu den Kontrollläufen bilden die Amerikaner die mit Abstand wärmste Variante ab, während die Europäer gut im Mittel liegen. Kontrollläufe, welche in der Höhe unter -4 Grad liegen, haben einen Anteil von rund 43 Prozent. Es bleibt spannend und wird - wie zu Beginn der Weihnachtsprognose vom 26. Oktober bereits geäußert - wohl auf ein Showdown hinauslaufen. Was sich im Tagesverlauf alles geändert hat und wie es mit dem Winter zu Weihnachten doch noch klappen kann, klären wir heute Abend in einem Update der Weihnachtsprognose gegen 20:15 Uhr.

| Tag | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 18. Dezember | +4 bis +11 Grad | +7 bis +9 Grad |
| 22. Dezember | -1 bis +9 Grad | +4 bis +6 Grad |
| 26. Dezember (2. Weihnachtsfeiertag) | -8 bis +8 Grad | +2 bis +4 Grad |

Nächste Aktualisierung
- 20:15 Uhr: Aktualisierung der Wetterprognose Weihnachten an dieser Stelle
Update der Wetterprognose von 20:22 Uhr
Mit einer gewissen Spannung werden die Wetterkarten erwartet. Schwenken die numerischen Modelle auf die KI-Version mit einem Kaltlufttropfen, Schnee und Frost zu Weihnachten um, oder bleibt es auch über die Festtage ungewöhnlich warm?
Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells von heute Nachmittag hatte die Variante mit einem Hoch über Skandinavien und einem Kaltlufttropfen über Mitteleuropa plötzlich drin, schwenkt heute Abend jedoch wieder auf die Version von heute Morgen ein. Sollte sich die aktuelle Variante durchsetzen, so wäre an Weihnachten mit Temperaturen von +4 bis +8 Grad und mit einer längeren Sonnenscheindauer von bis +12 Grad zu rechnen. Bei Dauernebel würden sich die Temperaturen zwischen +0 und +5 Grad einpendeln können.

Die Hochdruckposition ist richtungsweisend
Dehnt sich das Hoch bis über Skandinavien aus oder flacht es über Mitteleuropa ab? Das sind mit einer hohen Wahrscheinlichkeit die Szenarien, auf welche das Weihnachtswetter hinauslaufen wird. Kaltlufttropfen mit Chancen auf Schnee oder anhaltende Wärme.
Der AO- und auch der NAO- Index sind über die Weihnachtsfeiertage jeweils in leicht positiver Ausprägung, jedoch mit einer hohen Differenz der Einzelberechnungen. Nachfolgend einmal - zum besseren Verständnis - welche der Varianten das Wetter in welche Richtung kippen lassen kann. Um das auf den Punkt zu bringen - Blockade Atlantik oder Mitteleuropa.

Fazit: Das Wetter kippt vor Weihnachten
Die Signale, dass das Wetter in der Zeit vom 18. bis 24. Dezember kippt, sind nach wie vor hoch. Der Normalisierungstrend der Temperaturprognose der Kontrollläufe hält an und bring mit Temperaturen von +2 bis +4 Grad zwar nicht den Flachlandwinter, doch werden Schnee und Frost ab den mittleren Lagen optional.
Die Prognose des europäischen Wettermodells unterstützt heute Abend eine Wetterentwicklung, welche den KI-Modellen und auch der numerischen Variante von heute Morgen sehr ähnlich ist. Die Hochdruckblase positioniert sich vor Weihnachten auf dem Atlantik zunächst als Blockadehoch und kippt über Weihnachten nach Osten ab, was den Schneefall und die daraus folgende Schneedecke ab den mittleren Lagen über die Festtage konservieren kann.
Bewertet man die Kontrollläufe, die heute Abend in der Höhe von 1.400 Meter unter der -4-Grad-Marke liegen, so haben diese einen Anteil von 47 Prozent. Weiße Weihnachten bis auf das Flachland herab bleiben wenig wahrscheinlich, während der Winter mit Schnee ab den mittleren Lagen (600 bis 800 Meter) allmählich optional wird. In diesem Sinne Ihnen einen wunderbaren Abend.

