Weihnachtsprognose: Großwetterlage mit Störungen - Wetterumschwung kann weiße Weihnachten bringen
Die Vorhersage-Modelle machen es vor Weihnachten noch einmal richtig spannend. Zunächst aber ist in dieser Woche ungewöhnlich warmes Wetter zu erwarten. Bis zum 3. Advent gehen die Temperaturen zwar wieder etwas zurück, bleiben jedoch im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert auf einem zu hohen Niveau. Vom Winter fehlt jede Spur und vom 3. Advent sind es dann noch 10 Tage bis Weihnachten. Kommt der Wetterumschwung mit Winter, Schnee und Frost zum Weihnachtsfest und bringt die weiße Weihnacht oder bleibt der Winter im Dezember supermild?
Unbeständiges Wetter über Deutschland. Bis Mitte der Woche ziehen Ausläufer eines Tiefdrucksystems auf dem Atlantik von West nach Ost über Deutschland hinweg und bringen im Schwerpunkt nördlich einer Linie zwischen Köln und Berlin nennenswerten Niederschlag, der heute auch entlang der Alpen zu erwarten ist. Über dem Rest von Deutschland ist auch hin und wieder etwas Regen möglich, viel ist jedoch nicht zu erwarten. Und während es über der Nordhälfte meist stark bewölkt bleibt, mehren sich nach Süden die sonnigen Lücken (Wolkenradar). Die Temperaturen erreichen +10 bis +15 Grad und können regional auf bis +17 Grad ansteigen.
Kein Schnee, kein Winter
In der zweiten Wochenhälfte kippt das Wetter erneut. Ein Hochdrucksystem dehnt sich nach Mitteleuropa aus und dominiert das Wetter bis zum 3. Advent über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der zunächst noch stark böige und über den Küsten auch stürmische Wind schwächt sich ab und die Luftmasse kommt zur Ruhe, was neben Sonnenschein auch dichte und zähe Nebelfelder begünstigt. Die Temperaturen sinken bis zum 3. Advent auf +8 bis +12 Grad ab. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Dezember.

Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Starker Polarwirbel - kein Schnee bis Weihnachten
Man sieht die Unterschiede der Vorhersage-Modelle bereits auf den obenstehenden Wetterkarten zum 3. Advent. Worauf es im Hinblick auf weiße Weihnachten ankommen wird, ist der Zustand des Polarwirbels. Beide Vorhersage-Modelle berechnen einen Störimpuls, der nach dem europäischen Wettermodell deutlich schwächer ausfällt. Ein Treiber der Störung ist im Übrigen das Aleutenhoch, welches zunächst einmal nicht nach Alaska abkippt und je weiter es in den Polarwirbel hinein vordringt, desto größer die Chance, dass sich das Strömungsmuster innerhalb des Wirbels um 90 Grad drehen kann.
Geht es nach der Weihnachtsprognose des europäischen Wettermodells, so scheitert das Aleutenhoch. Eine Querverbindung zum Hoch über Europa kommt nicht zustande. Und so zieht sich das Hoch zum 17. Dezember über die Aleuten zurück und drückt polare Luftmassen in Richtung Kanada. Das hat zur Folge, dass sich der Polarwirbel stabilisiert und bis zum 22. Dezember weitere Tiefdrucksysteme vom Atlantik kommend in Richtung Deutschland führt.
Wechselhaftes, teils stürmisches und für die Jahreszeit zu warmes Wetter
Die Hochdruckzone, die sich ab Mitte der Woche über Deutschland aufbaut - erhält sich noch bei Temperaturen von +6 bis +12 Grad bis zum 17. Dezember. Nachfolgend drücken die Frontensysteme auf dem Atlantik das Hoch nach Osten und Süden weg. Bei überwiegend starker Bewölkung ist immer wieder mit Niederschlag zu rechnen, teils mit einem böigen bis stürmischen Wind. Bis zum 20. Dezember gelingt der Frontalzone sogar der Durchbruch in Richtung Mitteleuropa, was Starkwindereignisse nicht ausschließen lässt. Die Temperaturen sind mit +6 bis +12 Grad bis zum 21. Dezember ungewöhnlich hoch.
Spekulativer Temperaturrückgang zum Weihnachtsfest
Nein, die Europäer berechnen keinen Durchbruch des Winters in der Vorweihnachtszeit, dennoch ist das Potential auf den nachfolgenden Wetterkarten für Winterwetter durchaus vorhanden. Der Frontalzone gelingt es nicht, eine nachhaltig funktionierende Tiefdruckrinne bis nach Neufundland aufzubauen. Zudem wölbt sich das Azorenhoch auf dem Atlantik nach Norden auf. Unter bestimmten Voraussetzungen kann so an Weihnachten die Grundlage für eine meridional verlaufende Nordströmung geschaffen werden, was die Temperaturen nah an den Gefrierpunkt absinken lässt und weiße Weihnachten bis auf die mittleren Lagen nicht ausschließen lässt.

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Weiße Weihnachten nicht auszuschließen
Wie bereits weiter oben erwähnt, greift das Aleutenhoch nach der Prognose des amerikanischen Wettermodells tiefer in den Polarwirbel hinein aus und erzwingt eine kräftige Störung. Der Polarwirbel wehrt sich gegen die um 90 Grad verschobene Achse, doch gelingt es ihm nicht mehr, den alten - stabilen - Zustand herzustellen. Zwar kommt es nicht zu einem Polarwirbelsplit, doch reicht die Störung aus, um die Polarfront in Schwingung zu versetzen.
Der Polarwirbel läuft nicht mehr rund
Die Störung wirkt bereits vollständig zum 15. Dezember. Deutschland, Österreich und die Schweiz verbleiben jedoch noch bis zum 18. Dezember im Einflussbereich der vergleichsweise warmen Vorderseitenanströmung der Luftmassen, was die Temperaturen vom 12. bis 17. Dezember auf +5 bis +10 Grad einpendeln lässt. Da die Wetterlage über Deutschland bis dahin hochdruckdominiert ist, bilden sich in den Nächten zähe Nebelfelder aus, die sich am Tage nur zögerlich auflösen. Lösen sich die Nebelfelder jedoch auf, lässt sich der Sonnenschein genießen. Nennenswerter Niederschlag wird bis dahin nicht simuliert.
Das Wetter kippt vor Heiligabend
Im Zeitraum vom 18. bis 24. Dezember (Heiligabend) kippt die Großwetterlage vollständig. Die Hochdruckzone über Mitteleuropa wird vollständig abgebaut. Ein Tiefdruckausläufer setzt sich vom Atlantik kommend über Mitteleuropa durch und lässt rückseitig das Azorenhoch nach Norden aufkeilen. Infolge dessen entsteht bis zum 20. Dezember auf dem Atlantik ein Blockadehoch, welches versucht, eine Querverbindung zum Aleutenhoch aufzubauen. Das triggert die Polarfront zusätzlich und lässt den Tiefdruckausläufer über Mitteleuropa nach Süden austrogen.
Erreichen die Temperaturen am 22. Dezember noch +4 bis +8 Grad, so werden für den 24. Dezember (Heiligabend) +2 bis +6 Grad simuliert. Nasskaltes Wetter mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen. Spielt man die nachfolgenden Wetterkarten bis zum 2. Weihnachtsfeiertag durch, so ist mit einer nördlichen Grundströmung ein weiterer Temperaturrückgang möglich und lassen regional weiße Weihnachten nicht ausschließen.
Eine ganz ähnliche Wetterentwicklung hatten die Amerikaner heute Nacht berechnet, jedoch war das Tief über Mitteleuropa kräftiger und hätte zwischen dem 23. und 24. Dezember (Heiligabend) kräftigen Schneefall teils bis auf tiefere Lagen zur Folge gehabt. Wir haben die unterschiedlichen Schneeprognosen einmal gegenübergestellt.

Auf den Punkt gebracht: Kein leichtes Spiel für den Winter, doch auszuschließen lassen sich weiße Weihnachten (noch) nicht
So ist es. Der Wettertrend der vergangenen Tage bestätigt sich heute. Bis Mitte Dezember stellt sich eine für die Jahreszeit viel zu warme Wetterentwicklung ein, darüber hinaus werden die Prognosen unschärfer. Die obenstehende Prognosen dienen in diesem Fall nicht als Detailprognosen - das wird sich in den kommenden Tagen noch in mehrfacher Hinsicht verändern. Sie zeigen lediglich ein Spektrum, bei der weiße Weihnachten mit Schnee, Eis und Frost möglich sein können.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Die Kontrollläufe ziehen mit. Bis zum 18. Dezember stellt sich eine Temperaturanomalie von +2 bis +4 Grad und phasenweise von bis +10 Grad ein. Der Temperaturtrend ist jedoch vom 10. bis 18. Dezember rückläufig und vom 18. bis 24. Dezember normalisieren sich die Temperaturen allmählich.
In 1.400 Meter Höhe liegt das Temperaturspektrum zwischen +6 und -10 Grad bei einem Mittelwert von -3 Grad. Zum Vergleich: Für Schneefall an Weihnachten bis auf das Flachland herab müssten die Höhenwerte zwischen -5 und -7 Grad liegen, während für mittlere Lagen -3 bis -5 Grad ausreichend sind. Der Winter rückt näher und macht das Weihnachtswetter wieder ein Stück weit spannender.
Was sich im Tagesverlauf alles geändert hat und ob sich die Störung innerhalb des Polarwirbels auch von den Europäern aufgenommen wird, klären wir heute Abend in einem Update der Weihnachtsprognose gegen 20:15 Uhr.

| Tag | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 14. Dezember | +3 bis +11 Grad | +7 bis +9 Grad |
| 18. Dezember | +1 bis +12 Grad | +6 bis +8 Grad |
| 23. Dezember | -3 bis +10 Grad | +3 bis +5 Grad |

Nächste Aktualisierung
- 20:15 Uhr: Aktualisierung der Wetterprognose Weihnachten an dieser Stelle
Update der Wetterprognose von 20:17 Uhr
Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells bleibt sich in zwei grundlegenden Entwicklungen treu. Zum einen wurden heute Nachmittag und auch heute Abend die Störung des Polarwirbels durch weitere Hochdruckeinschübe bestätigt.
Bestätigt wurde aber auch eine nur nasskalte Wetterentwicklung vor und über Weihnachten, welche den mittleren und höheren Lagen Schnee bringen kann. Details spielen bei dieser Wetterentwicklung jedoch im Moment eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist die Zustandsentwicklung des Polarwirbels. Erst wenn die klar ist, folgen die Details. Und ja, für den Moment sieht es so aus, als dass sich das für die Jahreszeit zu warme Wetter noch bis zum 19. Dezember erhalten kann. Nachfolgend ist mit einer deutlichen Abschwächung des Polarwirbels wieder so gut wie jede Wetterentwicklung möglich.

Kontrollläufe werden vor Weihnachten kühler
Am dem 10. Dezember erreicht die Temperaturanomalie ihren vorläufigen Höhepunkt und sinkt bis zum 24. Dezember fast linear in den Bereich ab, welcher für die Jahreszeit als normal
zu bewerten ist. Die Prognose des amerikanischen Wettermodells befindet sich in der Nähe des Mittelwertes und ist kein deutlich zu kalter Ausreißer mehr.
Was sind normale
Temperaturen an Weihnachten? Das sind meist nasskalte Werte, welche sich über dem Süden und Osten zwischen +2 und +4 Grad und über dem Westen und Norden zwischen +4 und +6 Grad bewegen können.
Nachfolgend ein paar Auszüge aus den Kontrollläufen, was mit dem Polarwirbel über Weihnachten alles passieren kann. Wir hatten diese Thematik bereits in der gestrigen Sonntagsanalyse einmal näher beschrieben, bei der ein QBO-Ost bereits Ende Dezember auf den Polarwirbel in beiden Schichten Einfluss nehmen könnte.

Fazit: Für die Jahreszeit zu warm, die Unschärfe bleibt erhalten
Ob an der These mit dem QBO in der letzten Dezember-Dekade etwas dran ist, bleibt abzuwarten. Warum? Die obere Schicht - also die Stratosphäre - ist zwar schwacher, jedoch stabiler Struktur. Jedenfalls kein Zustand, welcher einen solch desolaten Polarwirbel in den unteren Schichten hervorrufen würde. Und ja, es ist ja auch keine ausgemachte Sache, dass der Polarwirbel sich über Weihnachten derart abschwächt. Es ist vielmehr als Trend zu verstehen - bis zum 18. Dezember bleibt es mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu warm. Darüber hinaus nimmt die Unschärfe zu, und neben weiterhin zu warmen sind eben auch winterliche über Weihnachten möglich geworden.
In der Höhe von 1.400 Metern liegen nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe die Temperaturen am 24. Dezember zwischen -3 und -4 Grad. Für weiße Weihnachten bis auf das Flachland herab sind Höhenwerte von -5 bis -7 Grad eine Grundvoraussetzung, während für die mittleren Lagen -3 bis -5 Grad ausreichend sind. Für den Moment also weiterhin nasskalt mit winterlichen Optionen ab mittleren Lagen.
Aber nicht nur das, auch die Weihnachtsprognose des europäischen Wettermodells schwenkt heute Abend auf den nasskalten Wettertrend mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen ein. In diesem Sinne, Ihnen einen wunderbaren Montagabend.

