Wettertrend: So wahrscheinlich sind weiße Weihnachten 2025
Schnee zu Weihnachten oder doch wieder mildes Wetter? Das Wetter stellt sich in den kommenden Tagen um und wird Anfang Dezember eine deutlich zu warme Wetterlage zur Folge haben. Das klingt wenig winterlich und ist es auch. Mit entscheidend für das Wetter in der Vorweihnachtszeit ist jedoch der Polarwirbel. Dieser stabilisiert sich im Moment, doch kommt es auf die Nachhaltigkeit der Stabilisierung an und da gibt es im Moment noch ein paar offene Fragen. Bleibt der Polarwirbel stabil, so wird es mit einer hohen Wahrscheinlich auch im 15. Jahr in Folge keine weißen Weihnachten geben. Zudem gibt es noch das Phänomen namens QBO, welches den Wetterablauf vollständig auf den Kopf stellen kann. Fraglich ist, ob dieses Phänomen noch vor Weihnachten eintreffen kann.
Wir schreiben den 26. November 2025 und der frühe Winter hat mit einer nasskalten Witterung und Schneefall ab den mittleren Lagen erste Akzente setzen können. Und ja, es sind noch knapp 4 Wochen bis Heiligabend! Kippt das Wetter noch in der Vorweihnachtszeit in Richtung Winter oder legt die Frontalzone jetzt mit einem starken Polarwirbel und ungewöhnlich hohen Temperaturen erst richtig los?
Gleich vorweg: wer jetzt schon eine detaillierte Wettervorhersage für das Weihnachtswetter erwartet, macht oder sich gar darauf verlässt, ist zu früh dran - schließlich sind es noch knapp vier Wochen bis zum Fest und das ist definitiv zu lang für eine verlässliche Wettervorhersage. Details sind aufgrund unsicherer Großwetterlagen häufig nicht einmal ein bis zwei Tage vor Heiligabend möglich.
Erste Gedankenspiele
Was aber geht, sind erste Thesen - die sich aus bestimmten Großwetterlagen und Randfaktoren ableiten lassen. Diese ersten Gedankenspiele zum Weihnachtswetter werden in den kommenden Tagen und Wochen bis zum 24. Dezember durch Wettertrends, Wetterprognosen und letztlich von Wettervorhersagen ergänzt und fortgeführt. Die Frage lautet: Weiße Weihnachten 2025 - ja oder nein - was lässt sich zum heutigen Stand erkennen?
Statistik: Schnee ist selten
Geht es nach der Wahrscheinlichkeit, so war in Zeiten vor der Klimaerhitzung in den Niederungen eine geschlossene Schneedecke vom 24. bis 26. Dezember in nur rund 12 Prozent der Fälle möglich. Anders formuliert waren damals nur alle 8,5 Jahre weiße Weihnachten zu erwarten. Letztmalig war das 2010 der Fall. Anders sieht es in den mittleren Lagen (400 bis 800 Meter) aus, da lag die Wahrscheinlichkeit bei rund 15 bis 50 Prozent (etwa alle 2 bis 7 Jahre je nach Höhenlage) und über den südlichen und östlichen Regionen ist etwa alle drei Jahre Schneefall an Weihnachten möglich. Wer mehr über die Statistik wissen will, kann dies in der Rubrik - Wetter Weihnachten - nachlesen.

Weiße Weihnachten - früher und heute in der Differenz © Deutscher Wetterdienst ©: Deutscher Wetterdienst
Hochdruckzone zwischen Alaska und Sibirien entscheidend für das Weihnachtswetter
Das ist die Entwicklung, auf die es ankommen wird. Sollte sich die Hochdruckzone tatsächlich in dieser Region ausbilden können, so wird sich - wie aktuell - der aktive Teil des Polarwirbels in Richtung Kanada und Grönland verlagern und zwischen dem östlichen Kanada und Neufundland für eine aktiv-dynamische Entwicklung der atlantischen Frontalzone sorgen können.
Ein Tief nach dem anderen zieht auf diese Weise in Richtung Mitteleuropa und trifft entweder mit voller Wucht auf Deutschland (turbulentes bis chaotisches Westwindwetter) oder aber die Frontalzone läuft voll auf ein Hochdrucksystem über Mitteleuropa auf und sorgt für eine ungewöhnlich warme Südwestwetterlage. Diese Zonaliserungsphase dauert in der Regel zwischen 7 und 14 Tagen und in manchen Fällen bis zu 21 Tagen an. Das ist einfach zu lang, als dass sich noch in der Vorweihnachtszeit eine nennenswerte Frostperiode einstellen könnte. Also ja, mit einer West- oder Südwestwetterlage wären mit hoher Wahrscheinlichkeit grüne Weihnachten
zu erwarten.

Die Westwetterlage kann ein frühzeitiger Hinweis auf grüne Weihnachten sein © www.meteociel.fr
Störimpulse
Doch das Wetter verläuft in diesem Jahr anders als in den Jahren zuvor. Auffällig sind die seit Mai 2023 vermehrt auftretenden Störimpulse, welche eine stabile Wetterentwicklung vereiteln und so zu teils unwetterartigen Regensummen führen konnten. Das Muster setzte sich auch im Herbst fort und erst im November konnte sich eine längere - und damit stabile - Hochdruckphase durchsetzen, wobei in den letzten Tagen der Wettercharakter mit dem ersten Vorstoß polarer Luftmassen turbulenter wurde und der ungewöhnlich warmen ersten November-Hälfte ein Ende bereitete. Dennoch - kumuliert man die Temperaturen der kommenden Tage, so wird der November im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 am Ende um +0,7 bis +1,0 zu warm ausfallen können (91/20: -0,2 bis +0,1 Grad). Der Grund für das frühwinterliche Spektakel war im Übrigen ein schwacher Polarwirbel und ein wetteraktives Hoch über Grönland. Jetzt aber stabilisiert sich der Polarwirbel.
Instabiler Polarwirbel, hohe Wellenbewegung entlang der Polarfront
Sollte sich die Stabilität des Polarwirbels nur als eine Phase ohne Substanz erweisen, so werden weitere Hochdruckeinschübe in den Polarwirbel hinein für Unruhe sorgen können. Infolge daraus meridionalisiert das Strömungsmuster, was neben einer Süd- oder Südwestwetterlage auch eine Nord- oder Nordwestwetterlage möglich machen kann.
Zwar ist bei einer meridionalen Wetterlage Winterwetter oder gar Schnee zum Weihnachtsfest keineswegs gesichert, doch verbessern sich die Grundlagen hierfür maßgeblich, als es bei einer stringent verlaufenden Westwetterlage der Fall wäre.

Die meridional verlaufende Großwetterlage verbessert die Chancen auf Winterwetter © www.meteociel.fr
Der QBO-Ost sprengt
den Polarwirbel von oben herab
Der QBO befindet sich aktuell bereits in seiner Ostphase und steht im Verdacht, den Polarwirbel in Stratosphärenhöhe bereits früh in seiner Entwicklung gestört zu haben. Wer sich näher dafür interessiert, dem sei folgende Analyse einmal empfohlen: Analyse des Polarwirbels - Anhaltende Schwäche als mögliche Grundlage für den Winter. Einerlei - wann die Ostphase tatsächlich auch wetterwirksam wird lässt sich im Vorfeld schlecht abschätzen und wird meist rückblickend bewertet. Sollte sich das Phänomen des QBO in der frühen bis mittleren Phase des Winters verstärken so wird das den Polarwirbel von oben herab schwächen. Ob das aber noch vor Weihnachten oder erst zum Ende des Winters eintreten wird, bleibt abzuwarten.
Der Stratosphärenwirbel
Anzeichen einer QBO-Ost-Phase gehen meist mit einer Abschwächung der Winde in Stratosphärenhöhe einher, ohne zwingend ein Major-Warming in Stratosphärenhöhe auszulösen. Ein Major-Warming ist also nicht immer eine zwingende Folge, häufig ist das aber der Fall. Jedenfalls löst dieser Prozess eine Kettenreaktion aus, bei der sich die oberen Schichten des Polarwirbels in eine entgegengesetzte Richtung drehen als es die unteren Schichten tun. Erkennbar wird die Drehung durch ein negatives Vorzeichen der Windgeschwindigkeiten in Stratosphärenhöhe.
Die aktuelle Windgeschwindigkeit in Stratosphärenhöhe beträgt +1,4 km/h und steigt bis zum 12. Dezember auf +108 km/h an. Zwar stabilisiert sich der Stratosphärenwirbel bleibt jedoch weit hinter dem zurück, was in der Vorweihnachtszeit üblich ist. Letztes Jahr betrugen die Windgeschwindigkeiten Ende November +112 km/h und brachten es in der Vorweihnachtszeit auf +170 km/h.

Der Stratosphärenwirbel stabilisiert sich bis Weihnachten und ist - trotz seiner Schwäche - zunächst frei von Störungen © www.meteociel.fr
Was lässt sich über das Wetter an Weihnachten sagen?
Noch nicht sonderlich viel. Abgewartet werden muss die Stabilisierungsphase des Polarwirbels, ob diese auch wirklich nachhaltig sein wird. Ist das der Fall, stehen die Chancen auf weiße Weihnachten nicht sonderlich gut.
Die Prognosen der Vorhersage-Modelle aber stützen seit heute auch wieder schwächere Phasen des Polarwirbels, was entlang der Polarfront zu hohen Wellenbewegungen führen kann. Das amerikanische Vorhersage-Modell zeigt, wie es mit dem Winter in der zweiten Dezember-Dekade klappen kann.

Die Schwäche des Polarwirbels mit einer hohen Wellenbewegung entlang der Polarfront und winterlichen Wetterereignissen über Deutschland © www.meteociel.fr || wxcharts.com
Bewertet man die Temperaturanomalie, so hat der Winter in der Vorweihnachtszeit durchaus eine Relevanz. Der Zeitraum vom 8. bis 15. Dezember soll zu warm, der Zeitraum vom 15. bis 22. Dezember über dem Norden zu warm und über dem Süden normal
und vom 22. bis 29. Dezember weitgehend normal
ausfallen können. Diese Prognosen aber sind mit einem hohen Maß an Skepsis zu bewerten. Also ja, die kommende Wetterentwicklung wird zunächst alles andere als winterlich sein, doch mehren sich die Signale einer Umstellung zur zweiten Dezemberdekade. Und nochmals ja - es sind noch rund vier Wochen bis zur Bescherung - Schaun mer mal, was bis dahin noch so alles passiert..

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Top 5 Wetterstationen – Minimale Temperatur (Tmin) Temperatur (°C) Wetterstation -5,7 Kempten (Bayern) -5,6 Zwiesel (Bayern) -5,2 Meßstetten-Appental (Baden-Württemberg) -5,0 Oberstdorf (Bayern) -4,8 Attenkam (Bayern) -
Top 5 Wetterstationen – Höchster Niederschlag Niederschlag (mm) Wetterstation 0,1 Hohenleimbach (Rheinland-Pfalz) 0,0 Rülzheim (Rheinland-Pfalz) 0,0 Tholey (Saarland) 0,0 Römhild-Sülzdorf (Thüringen) 0,0 Creußen-Bühl (Bayern) -
Top 5 Wetterstationen – Stärkste Windböen Windböe (km/h) Wetterstation 68,4 Brocken (Sachsen-Anhalt) 63,7 List auf Sylt (Schleswig-Holstein) 63,4 Föhr (Schleswig-Holstein) 58,7 Hallig Hooge (Schleswig-Holstein) 55,4 Feldberg - Schwarzwald (Baden-Württemberg) -
Top 5 Wetterstationen – Längste Sonnenscheindauer Sonnenscheindauer (h) Wetterstation 0,0 Großenkneten (Niedersachsen) 0,0 Arkona (Mecklenburg-Vorpommern) 0,0 Augsburg (Bayern) 0,0 Belm (Niedersachsen) 0,0 Berus (Saarland)

