Wetter Weihnachten 2021: Ein grünes oder ein weißes Weihnachtsfest?

| M. Hoffmann
Grüne oder weiße Weihnachten - es gibt noch einen Spielraum © Martin Bloch

Polarwirbelsplit, Luftmassengrenze und kräftiger Schneefall oder doch der Durchbruch milder Luftmassen vom Atlantik kommend. Das Weihnachtswetter wird in diesem Jahr von einer ganz speziellen Wetterlage geprägt sein.

Nördlich der Linie vom Saarland und Regensburg zeigt sich der Himmel heute stark bewölkt bis neblig-trüb und über Berlin und Brandenburg ist mit leichtem Sprühregen zu rechnen. Über dem Norden von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, sowie über dem Süden kommt - sofern sich die Nebeldecke auflöst - häufiger die Sonne zum Vorschein. Der Wind frischt nördlich der Linie von Niedersachsen und Sachsen stark böig aus nordwestlichen Richtungen kommend auf und über den Küstenregionen der Nordsee sind stürmische Windböen nicht ausgeschlossen. Weiter nach Süden bekommt man vom Wind nicht allzu viel mit. Die Temperaturen erreichen milde +4 bis +8 Grad.

Es wird kälter und sonniger

Wolken und Nebel werden am Montag und Dienstag weiterhin eine Rolle spielen, doch nehmen die sonnigen Momente zum Dienstag zu, sodass die Sonne für einen längeren Zeitraum zum Vorschein kommen kann. Mit Niederschlag ist nicht zu rechnen und wenn doch, dann kann das über dem Bayerischen Wald in Form von Sprüh- oder Nieselregen sein. Der Wind schwächt sich aus unterschiedlichen Richtungen kommend ab und die Temperaturen gehen bis zum Dienstag auf +0 bis +5 Grad zurück. In den Nächten kann wieder mit Frost gerechnet werden.

Das Wetter in der Vorweihnachtszeit

Die Wolken werden vom Mittwoch bis Donnerstag zahlreicher und nördlich der Linie von Münster und Dresden kann mit leichtem Niederschlag gerechnet werden, der bei Temperaturen von +0 bis +4 Grad über Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern teils als Regen, Schneeregen oder Schnee niedergehen kann. Weiter nach Osten - über Brandenburg, Berlin und Sachsen - wird überwiegend leichter Schneefall zu erwarten sein. Über dem restlichen Land bleibt es bei einem Mix aus Wolken, Nebel und Hochnebel weitgehend trocken. Der Wind kommt schwach bis mäßig aus südwestlichen Richtungen und die Temperaturen erreichen +0 bis +4 Grad. Oberhalb etwa 400 bis 600 Meter stellt sich Dauerfrost ein. Am späten Donnerstagnachmittag setzt von Südwesten kräftiger Niederschlag ein, der sich in der ersten Nachthälfte südlich einer Linie von Köln und Nürnberg ausdehnen kann. Teils gehen die Niederschläge als Schnee nieder, können aber über dem Westen und Südwesten bis auf die mittleren Lagen in Regen übergehen.

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Die Großwetterlage an Weihnachten

Die Vorhersage-Modelle berechnen die Entwicklung der Großwetterlage über Weihnachten weiterhin unterschiedlich. Die Gemeinsamkeiten liegen in einem Hoch über Grönland und Island, dass als Störimpuls gegenüber dem Polarwirbel in Erscheinung tritt. Ebenfalls klar sind sich die Vorhersage-Modelle darüber, dass der Störimpuls mit einer Querverbindung zum Hoch über die Karasee zu einem Polarwirbelsplit führen wird.

Uneins sind die Prognose-Modelle darüber, ob die Blockadeachse auf dem Atlantik erhalten bleibt, oder nicht. Während die Europäer den Erhalt der Blockadeachse über die Weihnachtsfeiertage simulieren, lassen ihn die Amerikaner zusammenbrechen. Entsprechend unterschiedlich fällt die Weihnachtsprognose aus.

Rechts die Europäer, links die Amerikaner - Über Weihnachten ist klar, dass noch nichts klar ist - entscheidend für eine möglich weiße Weihnacht ist der Erhalt der Blockadeachse auf dem Atlantik
Rechts die Europäer, links die Amerikaner - Über Weihnachten ist klar, dass noch nichts klar ist - entscheidend für eine möglich weiße Weihnacht ist der Erhalt der Blockadeachse auf dem Atlantik
© www.meteociel.fr

Das Weihnachtswetter nach den Amerikanern

Der 24. Dezember beginnt stark bewölkt und mit zeitweiligem Niederschlag, der sich bis zum Nachmittag nach Nordosten ausdehnt und dort auf kalte Luftmassen stößt. Der Niederschlag kann anfangs noch als Schnee niedergehen. Im Tagesverlauf wird es von Südwesten rasch milder und bis zum Heiligabend steigen die Temperaturen auf +4 bis +8 Grad an. Über dem Nordosten kann es mit +0 bis +4 Grad kühler bleiben. Dazu gibt es leichten Niederschlag, der im Schwerpunkt entlang der Alpen und Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern niedergehen kann.

Am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag ändert sich wenig. Bei einem kräftigen Wind aus südwestlichen Richtungen kommen, pendeln sich die Temperaturen auf +5 bis +10 Grad ein und bleiben für die Jahreszeit zu mild. Bei einem stark böigen und örtlich stürmischen Wind ist mit zeitweiligem Niederschlag zu rechnen. Tauwetter setzt sich bis auf die höheren Lagen durch und mit einer grünen Weihnacht ist vorliebzunehmen.

Das Weihnachtswetter nach den Europäern

Von Süden zieht Niederschlag auf, der anfangs als Schnee und bis zum Nachmittag in Regen übergeht. Nördlich der Linie von Köln und Regensburg kann sich mit -2 bis +3 Grad die kalte Luftmasse behaupten und die Niederschläge können teils als Schnee, Schneeregen oder Regen niedergehen. Bis zum Heiligabend kann sich so eine Schneedecke von 1 bis 5 cm ausbilden. Über dem Mittelgebirgsraum können bis 20 cm zusammenkommen. Weiße Weihnachten sind möglich.

Am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag dehnt sich die kalte Luftmasse nach Süden aus und die Temperaturen gehen auf -4 bis +1 Grad zurück. Zeitweiliger Niederschlag geht als Schnee nieder, doch viel ist nicht mehr zu erwarten. Es könnte aber über dem Süden für eine angezuckerte Landschaft reichen.

Die Schneeprognose an Heiligabend

Deutlicher werden die Unterschiede der beiden Vorhersage-Modelle in der Schneeprognose bis einschließlich dem 24. Dezember. Das wird eine ganz knappe Kiste.

Links die Schneeprognose der Europäer und rechts die der Amerikaner bis zum 24. Dezember
Links die Schneeprognose der Europäer und rechts die der Amerikaner bis zum 24. Dezember
© www.windy.com

Auf den Punkt gebracht: Spannend wie schon lange nicht mehr

Wobei Spannung auch immer wieder relativ ist. Geht man nach den Kontrollläufen, so ist nur ein geringes Maß an Spannung erhalten geblieben. Das Erreichen der +10 Grad-Marke ist wahrscheinlicher als Dauerfrost! Erst nach Weihnachten sinken die Temperaturen wieder signifikant ab. Und ja, die Milderung betrifft auch den Norden und Osten. Deutlicher zeigt sich das im Mittelwert aller Kontrollläufe. Soweit zu dem, was wahrscheinlich ist.

Doch auch die Wetterprognose der Europäer ist plausibel und Erfahrungsgemäß kommen die Europäer mit einer gestörten Zirkulation besser zurecht, als die Amerikaner, die gerne - zu schnell und voreilig - eine Westwetterlage hervorzaubern. Es hilft also alles nichts - Abwarten ist angesagt.

Links der Mittelwert aller Kontrollläufe am 24. Dezember und rechts am 26. Dezember - Der Spielraum, der dem Winter bleibt ist erkennbar
Links der Mittelwert aller Kontrollläufe am 24. Dezember und rechts am 26. Dezember - Der Spielraum, der dem Winter bleibt, ist erkennbar
© www.meteociel.fr

Die Weihnachtsprognose der Wettermodelle
Tag Spektrum Temperatur Wetter
24. Dezember - Heiligabend -2 bis
+12 Grad
+4 bis
+6 Grad
Mäßiger Niederschlag
25. Dezember - Erster Weihnachtsfeiertag -2 bis
+12 Grad
+5 bis
+7 Grad
Leichter Niederschlag
26. Dezember - Zweiter Weihnachtsfeiertag -4 bis
+10 Grad
+3 bis
+6 Grad
Leichter Niederschlag

Was der Winter zwischen Weihnachten und Silvester zu bieten hat, erläutern wir gegen 13:00 Uhr in einer Aktualisierung der Wetterprognose zum Wetter Winter 2021/2022. Heute Abend schauen wir gegen 20:15 Uhr einmal, wie sich das Wetter im Januar entwickeln kann.

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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2022 +14,4 +2,3 +1,3 46 l/m² - erheblich zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2022 +20,22 +3,7 +2,3 48,5 l/m² - extrem trocken
September 2022 +13,4 +0,1 -0,4 98,9 l/m² - zu nass
Oktober 2022 +12,53 +3,53 +3,13 49,5 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2022 +11,7 +2,3 +1,3 546,5 l/m² - zu trocken
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