Wetter Weihnachten 2019 - Schneefall ist möglich

Wetter Weihnachten 2019 aktuelle Wettervorhersage vom 10.12.2019 - Der Entwicklungsspielraum nimmt zum Weihnachtsfest zu

Nasskalt, windig und örtlich sind Schneeflocken zu bestaunen, doch so wirklich kann sich der Winter nicht durchsetzen. Ändert sich das pünktlich zu Weihnachten?

Mit viel Wohlwollen ist der nasskalte Wettercharakter der kommenden Tagen ab den mittleren Lagen teils als winterlich zu bewerten. Bei Tageswerten von +1 bis +7 Grad können bis auf tiefere Lagen Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer niedergehen und ab 500 bis 800 Meter ist die Ausbildung einer dünnen Schneedecke nicht auszuschließen (Schneeprognose).

Doch von einer Einwinterung ist Deutschland weit entfernt, denn zum 3. Advent folgt der nächste Sturm und führt aus westlichen bis südwestlichen Richtungen milde Luftmassen heran. Zum Adventssonntag können die Werte +7 bis +12 Grad erreichen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Dezember 2019.

Hat der Winter zum Weihnachten noch eine Chance?
Hat der Winter zum Weihnachten noch eine Chance?

Der Winter ist krank…

…und hat Fieber - war eine der zahlreichen Zuschriften der letzten Tage, welche uns per E-Mail erreichten. Bildlich gesprochen ist da was dran, insbesondere wenn man sich die Berechnung der Großwetterlage der beiden Vorhersage-Modelle bis zum 17. Dezember anschaut.

Schnee in der Vorweihnachtszeit? Ja, aber nicht über Deutschland

Ein imposanter Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland lässt die atlantische Tiefdruckrinne nach Süden - in Richtung der Azoren - austrogen und so gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz in eine warme Südwettwetterlage. Die Temperaturen können mit Werten von +6 bis +13 Grad vom 16. bis 19. Dezember in einem für die Jahreszeit viel zu warmen Bereich liegen. Mit winterlichen Wetterbedingungen oder gar mit Schneefall ist vor Weihnachten nicht zu rechnen.

Dem Frühling näher, als dem Winter
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Wettermodell: Dem Frühling näher, als dem Winter - Kein Schnee vor Weihnachten
© www.meteociel.fr

Der Dezember viel zu warm

Kommen wir noch einmal zum Fieber, was den Winter heimsucht. Rückblickend waren die ersten zehn Wintertage im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert um +2,3 Grad zu warm. Die kommenden Tage bringen da kaum Abkühlung und die nächste Hitzewelle kündigt sich auch schon wieder an. Wie der Dezember 2019 im Vergleich zu den letzten Jahren liegt, können Sie in der Zusammenfassung Dezember nachlesen.

Weiße Weihnachten?

Ist Schnee zum Weihnachtsfest vor diesem Hintergrund überhaupt noch zu diskutieren? Ja, weil beim Wetter eben nicht alles rund und schon gar nicht in geordneten Bahnen verläuft. Allerdings wird die Zeit knapp, denn bevor es kalt werden kann, muss es warm werden.

Das Wetter in der Vorweihnachtszeit

Die Zufuhr sehr warmer Luftmassen wird von der Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells bis zum 20. Dezember gestützt. Für Freunde der weißen Weihnacht stellt sich eine Großwetterlage ein, die das Worst Case Szenario abbildet.

Die atlantische Frontalzone versucht sich bis zum 18. Dezember bis nach Skandinavien durchzusetzen, doch liegt der Tiefdruckkern zu weit südlich. Das drückt den hohen Luftdruck nach Osten weg, der sich wiederum über Mittel- und Osteuropa nach Norden aufwölbt. Was daraus entsteht ist eine meridional ausgerichtete Grundströmung (Süd-Nord, Nord-Süd), bei der Deutschland, Österreich und die Schweiz in die sehr warme Südanströmung gelangen.

Bei einem ruhigen Wettercharakter können die Tageswerte zum 19. Dezember auf +7 bis +12 Grad ansteigen und selbst in höheren Lagen von rund 1.500 Meter wären Werte von bis +10 Grad möglich. Insofern ist für den Winter eine Bedingung erfüllt. Bevor es kalt werden kann, muss es warm werden! Blöd nur, dass es sich hierbei nicht um eine Gesetzmäßigkeit handelt.

Selbst in höheren Lagen geraten weiße Weihnachten in Gefahr
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Selbst in höheren Lagen geraten weiße Weihnachten in Gefahr
© www.meteociel.fr

Wird es wirklich so warm?

Zugegeben, die Wettervorhersage der Europäer ist extrem warm. Aber so eine Entwicklung ist durchaus plausibel, wenn der Störimpuls in Form eines Hochdrucksystems an der falschen Stelle hochgeht. Zumindest bestätigen die Europäer das Ende der zonal ausgerichteten Westwetterlage zum 17. Dezember.

Ein nasskaltes Weihnachtsfest

Die Weihnachtsprognose des amerikanischen Wettermodells zeigt, was noch möglich ist, wenn sich das Wellenmuster entlang der Polarfront etwas verschiebt. Zwar reicht das zum aktuellen Stand nicht für weiße Weihnachten und allenfalls nur für nasskalte Werte mit Optionen auf Schnee ab den mittleren Lagen, es zeigt aber auch, dass die Wellenbewegung - und damit der Spielraum der möglichen Wetterentwicklungen - bis Weihnachten zunimmt.

Eine hohe Wellenbewegung entlang der Polarfront ist über Weihnachten immer für Überraschungen gut
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Eine hohe Wellenbewegung entlang der Polarfront ist über Weihnachten immer für Überraschungen gut
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Bis Weihnachten ist noch viel möglich

Klar, die Chancen für weiße Weihnachten stehen nicht sonderlich gut, doch die Kontrollläufe offerieren eine ganze Reihe an interessanten Wetterlagen, die das Wetter über Weihnachten dominieren können. Auffällig dabei ist heute eine zunehmende Anzahl an Varianten, welche einen instabilen Polarwirbel berechnen. Das geht zum Teil soweit, dass der Polarwirbel über die Weihnachtsfeiertage einen Polarwirbelsplit erfährt. Noch ist es zu früh um so eine Wetterentwicklung ernsthaft in Erwägung zu ziehen, es bestätigt lediglich, dass die Großwetterlage an Weihnachten alles andere als gesichert ist.

Die Varianten werden zu Weihnachten zahlreicher - ob es aber zu einem Polarwirbelsplit zu Weihnachten kommt, ist mit vielen Fragezeichen zu versehen
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Die Varianten werden zu Weihnachten zahlreicher - ob es aber zu einem Polarwirbelsplit zu Weihnachten kommt, ist mit vielen Fragezeichen zu versehen
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Weihnachtsprognose der Kontrollläufe: Kältere Varianten nehmen zu

Das noch vieles möglich ist, zeigen nicht nur einzelne Varianten der Kontrollläufe, sondern auch deren Mittelwert, der bis zum 20. Dezember in einem deutlich zu warmen Bereich liegt, aber in der Vorweihnachtszeit zunächst in den nasskalten Bereich absinkt und zwischen dem 24. und 26. Dezember im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert leicht zu kühl ausfallen kann.

Temperatur-Spektrum der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
16. Dezember +4 bis
+10 Grad
+6 bis
+8 Grad
20. Dezember +1 bis
+10 Grad
+5 bis
+7 Grad
Erster Weihnachts­feiertag -4 bis
+10 Grad
+2 bis
+4 Grad
Diagramm Temperaturen Dezember 2019 vom 10.12.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Dezember 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Die Erkenntnis

Nasskalt, stürmisch, mild und warm. So ist der wahrscheinliche Ablauf des Wetters bis zum 20. Dezember. Darüber hinaus bleiben die Chancen auf Schnee zum Weihnachtsfest gering, doch es zeigt sich ein größer werdender Spielraum, der sowohl für winterliche, als auch für sehr warme Wetterlagen sorgen kann. Soweit der Stand.

Was sich im Tagesverlauf verändert hat und wie die Winterprognose der unterschiedlichen Langfristmodelle aussieht, erläutern wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einer neuen Wettervorhersage zum Wetter Winter 2019/2020.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken


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