Wetter Weihnachten 2019 - Schneefall ist möglich

Wetter Weihnachten 2019 aktuelle Wettervorhersage vom 06.12.2019 - Welche Chancen haben weiße Weihnachten noch?

Welche Chancen haben weiße Weihnachten? Sind die mit der aktuellen Westwetterlage überhaupt zu diskutieren, oder berechnen die Prognose-Modelle Auswege aus der wenig winterlichen Wetterentwicklung?

Es geht zur Sache. Die Zonalisierung setzt sich - mit allem was dazugehört - durch und sorgt in den kommenden Tagen für reichlich Wind. Örtlich sind schwere Sturmböen zu erwarten und der vorläufige Höhepunkt der Sturmaktivität wird für den 2. Advent berechnet. Der Schwerpunkt der stürmischen Winde liegt über Norddeutschland. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Dezember 2019.

Der Wind treibt immer wieder Wolken- und Niederschlagsfelder über Deutschland hinweg. Zudem wird es mit Temperaturen von +7 bis +12 Grad kurzzeitig richtig mild, bevor zum Dienstag und Mittwoch die Werte mit +0 bis +5 Grad erneut in den nasskalten Bereich absinken können. Unter bestimmten Voraussetzungen wären Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis auf tiefere Lagen herab möglich. Daran hat sich in den aktuellen Wetterprognosen nichts verändert.

Weiße Weihnachten 2019 vom Tisch?
Sind weiße Weihnachten 2019 vom Tisch?

Zonales Strömungsmuster

Doch von langer Dauer ist der Zustrom kühlerer Luftmassen nicht. Zu strukturiert zeigt sich das zonale Strömungsmuster - vor allem nach den Berechnungen der Amerikaner. Winterliche Wetterverhältnisse sind nach beiden Vorhersage-Modellen bis zum 3. Advent nicht zu erwarten. Sind damit weiße Weihnachten schon jetzt erledigt?

Bis zum 3. Advent hat der Winter keine Chance - die Westwetterlage dominiert das Wettergeschehen
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Wettermodell: Bis zum 3. Advent hat der Winter keine Chance - die Westwetterlage dominiert das Wettergeschehen
© www.meteociel.fr

Wie wahrscheinlich ist die Zonalisierung (Westwetterlage)?

Wichtig ist zunächst einmal die Struktur des Polarwirbels. Ein Indikator für den Stabilitätszustand des Polarwirbels ist der AO-Index. Zum aktuellen Stand wird dieser bis zum 3. Advent im positiven Bereich berechnet und weist darüber hinaus neutrale Entwicklungstendenzen auf. Anders formuliert ist der Polarwirbel zunächst einmal als intakt zu bewerten.

Der Zweite Indikator ist der NAO-Index. Ist der NAO und der AO-Index positiv, so ist das ein klarer Indikator für die Westwetterlage. Ist einer der beiden negativ, so ergeben sich andere Wetterentwicklungen. Zum derzeitigen Stand wird der NAO-Index bis zum 15. Dezember deutlich positiv bewertet. Das ist zwar im weiteren Verlauf auch noch der Fall, doch geht der Trend in Richtung neutrale Verhältnisse. Zusammengefasst: Die Westwetterlage wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bis zum 3. Advent austoben können.

Um das deutlicher zu visualisieren, werfen wir einen Blick auf die Druckanomalien. So lange das System sich in einem solchen Zustand befindet, ist nicht mit einer großartigen Veränderung der Großwetterlage zu rechnen. Gezeigt wird in der untenstehende Wetterkarte der Zeitraum bis zum 16. Dezember. Das Tiefdruckzentrum erhält sich quasi von selbst. Die Kaltluftmassen strömen innerhalb des Wirbels in Richtung Kanada und strömen über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland ab. Explosionsartig entstehen auf dem Atlantik weitere Tiefdruckausläufer und ziehen in Richtung Deutschland. Das Spiel wiederholt sich so lange, bis ein Störimpuls erfolgt.

Druckanomalie bis 16. Dezember
Druckanomalie bis 16. Dezember - Eine enorme Tiefdruckaktivität lässt erst einmal kein Winterwetter zu © climatereanalyzer.org

Was muss passieren, damit weiße Weihnachten möglich sind?

Es muss also ein Störimpuls her. Der kann vom Azorenhoch, oder aber auch vom Kontinentalhoch ausgehen. Letztere Variante wäre für alle, die sich weiße Weihnachten wünschen, eine suboptimale Entwicklung. Warum? Meist weitet das Kontinentalhoch seinen Einflussbereich nur bis über das westliche Russland aus. Anstatt die Tiefdruckgebiete rasch weiter nach Osten ziehen, laufen diese auf das Hoch auf und über Deutschland, Österreich und der Schweiz würde eine Südwestwetterlage entstehen, die durchaus bis Weihnachten anhalten könnte. Zu einer ähnlichen Situation würde ein Hochdruckkeil des Azorenhochs führen, der nach Osten abkippt und sich über dem östlichen Europa positioniert. Diese Variante berechnet im Übrigen das amerikanische Wettermodell heute Abend.

So haben Schneeflocken an Weihnachten 2019 keine Chance
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Wettermodell: So haben Schneeflocken an Weihnachten 2019 keine Chance
© www.meteociel.fr

Schwächelnder Polarwirbel

Wie bereits weiter oben beschrieben, werden der NAO- und AO-Index ab der Monatsmitte zunehmend neutral berechnet. Das lässt den Rückschluss auf höhere Wellenbewegungen entlang der Polarfront zu, den eine ganze Reihe von Kontrollläufen auch berücksichtigen. Dazu gehören sehr warme, als auch winterlich kalte Varianten. Zwar stehen die Chancen auf weiße Weihnachten im allgemeinen nicht sonderlich gut (12,5 Prozent über dem Flachland), doch abzuschreiben ist Schneefall zum Weihnachtsfest (noch) nicht.

Auffällig ist, dass zum 20. Dezember - also in der Vorweihnachtszeit - häufiger ein Hoch im Bereich von Skandinavien simuliert wird. Mal weiter westlich, mal östlicher positioniert. Da ist er also, der Störimpuls - zumindest in der Theorie.

Ganz abzuschreiben sind weiße Weihnachten 2019 noch nicht
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Ganz abzuschreiben sind weiße Weihnachten 2019 noch nicht
© www.meteociel.fr

Wettertrend bis Weihnachten nach den Kontrollläufen

Den Begriff weder Fisch noch Fleisch haben wir heute in der Winterprognose schon einmal benutzt. Heute Abend hat sich daran nichts geändert.

Die Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe liegen vom 18. bis 22. Dezember bei rund -3 Grad über dem Norden und bei +1 bis -3 Grad über dem Süden. Das ist gerade einmal für nasskalte Werte gut - mehr auch nicht. Und Tageswerte um die +5 Grad reichen eben nicht für Schneefall bis auf tiefere Lagen herab. Weiße Weihnachten aber sind in höheren Lagen - so ab ca. 1.000 Meter - schon jetzt sehr wahrscheinlich und mit einer ausreichenden Niederschlagsaktivität ist zunächst einmal mit viel Neuschnee zu rechnen. Wenn das Ganze jetzt nicht auf eine Südwestwetterlage abkippt, kann sich der Schnee bis Weihnachten halten.

Strömungsmuster in Stratosphärenhöhe zu Weihnachten

Von dieser Seite ist zum Weihnachtsfest keine Unterstützung zu erwarten. Zwar ist aktuell ein Minor-Warming in Stratosphärenhöhe im Gang, doch entwickelt sich dieses nicht zu einem Major-Warming weiter. Damit können die unteren Luftschichten nicht beeinflusst werden. Die zonalen Winde werden mit +72 km/h zum 22. Dezember entlang des 65. Breitengrades positiv berechnet. Damit es aus dieser Richtung spannend werden kann, müsste sich die Windgeschwindigkeit negativ entwickeln.

Die Weihnachtsprognose auf den Punkt gebracht

Es gibt im Moment nur sehr wenige Impulse, die die Zonalisierung bis zum 3. Advent unterbinden können. Anders formuliert ist bis dahin mit einer stürmischen und turbulenten Westwetterphase zu rechnen, die von den Temperaturen überwiegend im nasskalten Bereich liegt. Wirklich warm wird es immer nur für kurze Phasen. Ab dem 15. Dezember nimmt die Anzahl weiterer Varianten zu und ermöglichen andere Wetterentwicklungen.

Wir wurden die letzten Tage gefragt, was wir glauben, wie sich das Wetter zu Weihnachten wird entwickeln können. Unsere Theorie: Erfahrungsgemäß tobt sich eine zonal verlaufende Wetterlage 7 bis 14 Tage aus. Anschließend kann sich zwar weiterhin eine westliche Grundströmung behaupten, wie das bspw. letztes Weihnachten der Fall war, doch die aktuelle Zonalisierungsphase ist enorm energiegeladen und man hat Rückblickend schon häufiger erleben dürfen, dass anschließend das gesamte Strömungsmuster anfängt zu mäandrieren. Dabei sind sowohl sehr warme, als auch kalte Varianten möglich. Soweit der Stand.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken


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