Wetter Weihnachten 2019 - Schneefall ist möglich

Wetter Weihnachten 2019 - Erste Gedankenspiele zum Thema weiße Weihnachten

Schnee zum Weihnachtsfest oder doch wieder Tauwetter? Das Wetter stellt sich in den kommenden Tagen in eine frühwinterliche bis nasskalte Wetterlage um. Örtlich sind auch Schneeschauer zu erwarten und für mittleren Lagen zeigt sich eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Ausbildung einer Schneedecke.

Damit gleicht das Wetter in etwa dem vom letzten Jahr und letzten Endes waren weiße Weihnachten in tieferen Lagen ausgeschlossen. Schnee an Weihnachten liegt nun schon neun Jahre zurück und gemäß Statistik sind weiße Weihnachten längst überfällig. Das Problem: Das Wetter hält nichts von Statistiken - und erst recht nicht in Zeiten des Klimawandels.

Doch wer jetzt schon eine detaillierte Wettervorhersage für das Weihnachtswetter macht, ist zu früh dran - schließlich sind es noch knapp vier Wochen bis zum Fest und das ist definitiv zu lang. Details sind aufgrund unsicherer Großwetterlagen häufig noch nicht einmal ein bis zwei Tage vor Heiligabend möglich.

Was aber geht, sind erste Gedankenspiele und Thesen rund um das Weihnachtwetter aufzustellen. Diese ersten Gedankenspiele werden in den kommenden Tagen und Wochen bis zum 24. Dezember durch Wettertrends, Wetterprognosen und letztlich von Wettervorhersagen ergänzt, bzw. fortgeführt. Die Fragestellung lautet: Weiße Weihnachten 2019 - ja oder nein - was lässt sich zum heutigen Stand erkennen?

Ein Traum vieler Menschen - Weiße Weihnachten 2019
Ein Traum vieler Menschen - Weiße Weihnachten 2019
© Martin Bloch

Statistik: Schnee ist selten

Geht es nach der Wahrscheinlichkeit, so ist in den Niederungen eine geschlossene Schneedecke über die Weihnachtsfeiertage in nur rund 12 Prozent der Fälle möglich. Anders formuliert sind nur alle 8,5 Jahre weiße Weihnachten zu erwarten. Letztmalig war das 2010 der Fall. Anders sieht es in den mittleren Lagen (400 bis 800 Meter) aus, da liegt die Wahrscheinlichkeit bei rund 15 bis 50 Prozent (etwa alle 2 bis 7 Jahre, je nach Höhenlage) und üb er den südlichen und östlichen Regionen ist etwa alle 3 Jahre Schneefall an Weihnachten möglich. Wer mehr über die Statistik wissen will, kann dies in der Rubrik - Wetter Weihnachten - nachlesen.

Parallelen 2010 und 2018

Dieses Thema greifen wir - aufgrund zahlreicher Anfragen und Hinweise gerne mal auf, da die Parallelen auffällig sind. 2010 gab es an Heiligabend eine geschlossene Schneedecke in fast ganz Deutschland zu bestaunen. Örtlich mit 30 cm und mehr. Vorausgegangen war eine Entwicklung der Großwetterlage, welche der aktuellen sehr ähnlich ist. Ganz wie letztes Jahr, doch war Weihnachten 2018 alles andere als weiß und kalt!

In beiden Jahren war der November sehr warm, bevor in der letzten November-Dekade ein Kälteeinbruch erfolgte. Verantwortlich hierfür war eine ausgeprägte Erhaltungsneigung, ausgehend von einem Hochdrucksystem zwischen Island und Grönland. Nachfolgend die Prognose-Karte des amerikanischen Vorhersage-Modells von heute:

Meridional verlaufendes Strömungsmuster Anfang Dezember 2019
Berechnung Wetterlage nach dem amerikanischen Wettermodell: Meridional verlaufendes Strömungsmuster Anfang Dezember 2019
© www.meteociel.fr

Auch hier gleich vorweg - das Wetter hält sich nicht an Parallelen. Anders formuliert: war das Wetter schon einmal sehr ähnlich, so ist der weitere Ablauf alles andere als gleich. Sowohl 2010, wie auch 2018 und 2019 verläuft das Strömungsmuster meridional mit einem Hochdruckkeil auf dem Atlantik. Doch in 2018 kippte der Hochdruckkeil rasch nach Osten ab und nachfolgend setzte sich ein Westdrift durch, der sich im wahrsten Sinne des Wortes gewaschen hatte und das Wetter bis Weihnachten dominierte.

Parallelen zu 2010 und 2018?
Berechnung Wetterlage Anfang Dezember nach dem amerikanischen Wettermodell: Parallelen zu 2010 (li) und 2018 (re)?
© www.meteociel.fr

Worauf es ankommen wird

Wer also frühzeitig wissen will, ob es in 2019 für Schnee an Weihnachten reichen wird, der muss beobachten, ob sich auf dem Atlantik die Zonalisierung durchsetzen, oder ob die Erhaltungsneigung für ein weiterhin meridionales Strömungsmuster sorgen wird.

Die aktuelle Wetterprognose

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells hatte dazu heute Nachmittag und in Ansätzen heute Abend eine klare Aussage dazu. Die Zonalisierung wird sich mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit durchsetzen können. Teils turbulentes und ein zu Unwettern neigender Wettercharakter wird simuliert. Dabei festigt sich die atlantische Frontalzone über dem skandinavischen Raum, während über dem östlichen Kanada kalte Luftmassen nach Süden auf den Atlantik strömen.

Das sind nahezu perfekte Bedingungen für den sog. Westdrift mit einem milden, windigen und unbeständigen Wettercharakter. Ob nun aber weiße Weihnachten 2019 ausgeschlossen sind, lässt sich daraus nicht ableiten. Lediglich die Wahrscheinlichkeiten für das eh schon seltene Ereignis stehen nicht sonderlich gut.

AO- und NAO-Index deutlich positiv

Dass sich eine Westwetterlage zur zweiten Dezember-Dekade durchsetzen könnte, stützen derzeit die beiden Index Werte. Der positive AO-Index spricht für einen intakten Polarwirbel, der positive NAO-Index spricht für ein Islandtief und Azorenhoch. Perfekte Voraussetzungen für den Westdrift.

Doch Vorsicht mit dem Westdrift

Das Wetter im Jahr 2019 war meridional geprägt. Mal mit einer sehr warmen Vorderseitenanströmung, mal mit kälteren Wetterlagen. Sehr oft wurde dabei die Zonalisierung berechnet und dann doch wieder verworfen. Ähnlich wie das nun in den ersten Dezember-Tagen der Fall ist. Und das ist im Wesentlichen der Hoffnungsschimmer für alle, die sich weiße Weihnachten wünschen. Das Hoch auf dem Atlantik ist in 2019 prädestiniert für Störeinflüsse und immer wieder gut für meridional verlaufende Strömungsmuster.

Das Hoch strebt immer wieder nach Norden auf und kippt nachfolgend nach Osten weg
Berechnung Wetterlage nach dem amerikanischen Wettermodell: Das Hoch strebt immer wieder nach Norden auf und kippt nachfolgend nach Osten weg
© www.meteociel.fr

Langfristprognose: Dezember deutlich zu warm

Kaum Chancen hat der Winter im Dezember 2019. Zumindest, wenn es nach der Wetterprognose des Langfristmodells geht. Mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad ist im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert ein deutlich zu warmer Dezember-Monat zu erwarten. Aber selbst wenn - auch das schließt Schnee zum Weihnachtsfest nicht aus. Es ist lediglich ein Indikator für eine zu milde Wetterentwicklung, was in Zeiten des Klimawandels nun wirklich keinen mehr überraschen sollte.

Viel Niederschlag

Viele Wolken sorgen für reichlich Niederschlag. Zusammen mit den milden Temperaturen lässt dass den Rückschluss zu, dass der Langfristtrend eine Westwetterlage (Zonalisierung) favorisiert. Ob es so kommt, bleibt abzuwarten.

Weiße Weihnachten 2019?

Was zudem noch gegen Schnee an Weihnachten spricht, ist die Wettersingularität des sog. Weihnachtstauwetters. Egal wie viel Schnee vorher lag, sehr häufig schmilzt die Schneedecke bis zum 24. Dezember auf die höheren mittleren Lagen komplett ab. Sehr zum Frust der Freunde des gepflegten Winterwetters.

Was lautet unsere Wetterprognose? Bislang ist das nicht mehr als ein Bauchgefühl und mehr ist aktuell auch nicht möglich. Doch das Wetter hat uns seit Februar 2019 immer wieder überrascht. Grund war die Dominanz der meridional verlaufenden Großwetterlagen. Es wird nun stark darauf ankommen, ob sich eine Erhaltungsneigung (kaltes Wetter, weniger Niederschlag), oder ein Ausgleichsverhalten (nass und milder) einstellen wird. Je nachdem was kommt, sind weiße Weihnachten 2019 möglich oder auch nicht. Wir tendieren dazu, dass es eine knappe Kiste wird. Jedenfalls sind die Voraussetzungen - auch aufgrund der geringen Sonnenaktivität - in diesem Jahr deutlich besser wie in den letzten Jahren.

In den kommenden Tagen aktualisieren wir unseren Wettertrend für Weihnachten in zunächst unregelmäßigen Abständen. Anfang Dezember erfolgen in regelmäßigen Abständen aktuelle Wettervorhersagen zum Wetter Weihnachten 2019.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken


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