Wetter Weihnachten 2018 - Endlich wieder weiße Weihnachten?

Wetter Weihnachten 2018: aktuelle Wetterprognose vom 10.12.2018 - Polarwirbelsplit zum Weihnachtsfest?

Zwar besteht in dieser Woche die Möglichkeit auf Dauerfrost und etwas Schneefall, doch ein so richtiges Wintergefühl wird sich nicht einstellen können. Und die atlantischen Tiefdrucksysteme stehen auch schon in den Startlöchern. Ist damit der Wettertrend für das Wetter Weihnachten 2018 besiegelt?

Vor allem in den mittleren und höheren Lagen können die Schneeschauer für die Ausbildung einer Schneedecke sorgen. Viel Neuschnee ist auch über den Skigebieten der Alpenregionen zu erwarten. Kräftige Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer können auch in tieferen Lagen kurzzeitig für etwas weiß sorgen, doch der Wettercharakter selbst ist als nasskalt zu bewerten. In den Nächten ist mit leichten bis mäßigen Frost zu rechnen Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Dezember 2018.

Turbulente Vorweihnachtszeit

Ist die Zonalisierung erst einmal entfacht, hält sie sich auch eine Zeit lang. Eine Pause gibt es in dieser Woche, bevor zum 3. Advent die atlantischen Tiefdrucksysteme wieder an Dynamik gewinnen und das Wetter über Deutschland, Österreich beeinflussen können. So ist im Zeitraum vom 16. bis 20. Dezember mit stürmischen Winden und reichlich Niederschlag zu rechnen. Die Schneefallgrenze steigt bis in die höheren Lagen an. Weihnachtstauwetter auf die andere Art? Mehr dazu in der Wetterprognose zum Wetter Winter 2018/19.

Mildes Westwindwetter zu Weihnachten?
Mildes Westwindwetter zu Weihnachten?

Wetterprognose amerikanisches Vorhersage-Modell: Zwischen nasskaltem und mildem Weihnachtswetter

Die Zonalisierung gewinnt nach den Wetterprognosen von heute Nachmittag im Zeitraum vom 19. bis 21. Dezember an Fahrt und sorgt für reichlich Niederschlag und milde Temperaturen - zu mild für Winterwetter. Im Zeitraum vom 21. bis 23. Dezember aber kippt das Strömungsmuster kurzzeitig auf nordwestliche Richtungen und führt etwas kühlere Luftmassen nach Deutschland.

In der Vorweihnachtszeit Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer möglich

Die Temperaturen würden bis zum 23. Dezember auf +0 bis +5 Grad in den nasskalten Bereich absinken können und mit Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen herab für einen nasskalten Wettercharakter in der Zeit kurz vor Weihnachten sorgen können.

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Auf dem Atlantik brodelt es

Durch einen kräftigen Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland wird die Wetterküche auf dem Atlantik regelrecht angeheizt. Bis zum 24. Dezember positioniert sich über Island ein kräftiger Tiefdruckwirbel und dehnt seinen Einflussbereich im Zeitraum vom 24. bis 26. Dezember über Deutschland, Österreich und die Schweiz aus. Sollte sich diese Wetterprognose durchsetzen können, so wären an Heiligabend Temperaturen von +1 bis +6 Grad und etwas Niederschlag zu erwarten.

Die Chancen auf weiße Weihnachten 2018

Kurz vorweg: Die Wettervorhersage der amerikanischen Prognose-Modells ist nur eine Momentaufnahme. Bis Weihnachten ist es noch eine Zeit lang hin und gerade bei einer so aktiv-dynamischen Wetterentwicklung kann noch viel passieren. Aber einmal angenommen, das kommt so - wie stehen die Chancen auf Schnee über die Weihnachtsfeiertage? Die Temperaturen sind nicht sonderlich mild und eher im nasskalten Bereich angesiedelt. So sind Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer ab den mittleren Lagen möglich, doch mit der Ausbreitung einer Schneedecke wäre erst in höheren Lagen (ab 800 bis 1.200 Meter) zu rechnen.

Nasskaltes Weihnachtswetter
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Nasskaltes Weihnachtswetter © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Amerikanisches Vorhersage-Modell zu warm

Ob das alles so kommen wird, bleibt infrage zu stellen und es bestätigt sich auch mit dem Blick auf die Kontrollläufe, dass deutlich zu warme Varianten mit einer gewissen Skepsis zu bewerten sind. Im Vergleich zu den Kontrollläufen gehört das amerikanische Prognose-Modell in der Weihnachtszeit zu den wärmsten Varianten und Veränderungen sind zu erwarten.

Große Unsicherheiten bereits ab dem 20. Dezember

Betrachtet man die Temperaturentwicklung in rund 1.400 Meter Höhe, so liegen die Werte kurz vor Weihnachten im Bereich von -9 bis +10 Grad bei einem Mittelwert von -0,5 Grad. Die Differenz liegt bei rund 19 Grad und das ist zum aktuellen Stand eine zu hohe Differenz für eine halbwegs seriöse Wettervorhersage oder einer Wetterprognose.

Diagramm Temperaturen Dezember 2018 vom 10.12.2018
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Weihnachten 2018 von zu kalt, normal, zu warm

75 Prozent: Der Zustand des Polarwirbels ist wenig stabil

Zu schnellen und gravierenden Veränderungen kann beim Wetter der Polarwirbel führen. Gerät dieser in einen instabilen Zustand, so ist binnen weniger Tage ein Wetterwechsel möglich. Und wie spannend das Wetter an Weihnachten noch sein kann, zeigen die Berechnungen des Polarwirbels der Kontrollläufe zum 24. Dezember. In 75 Prozent der Fälle zeigt sich ein wenig stabiler Polarwirbel. In 50 Prozent der Fälle zeigt sich auch ein mehr oder minder gut ausgeprägter Polarwirbelsplit. Da ist noch einiges an Wetterentwicklungen möglich.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist zu Weihnachten ein Polarwirbelsplit möglich
Berechnung Polarwirbel nach Kontrolllauf: Unter bestimmten Voraussetzungen ist zu Weihnachten ein Polarwirbelsplit möglich © www.meteociel.fr

Der AO- und NAO-Index

Der AO-Index reagiert mit einer negativen Entwicklung auf den Trend eines gestörten Polarwirbels. Der NAO-Index bleibt neutral bis positiv.

Druckanomalie bis 20. Dezember
Druckanomalie bis 20. Dezember © climatereanalyzer.org

Strenger Winter mit einem Major-Warming?

Wer hier regelmäßig mit liest, dem ist der Begriff eines Major-Warming bereits bekannt und auch zu welchen Ergebnissen er führen kann. Nicht immer ist dabei eisig kaltes Winterwetter zu erwarten, doch erhöht es grundsätzlich die Wahrscheinlichkeiten hierfür. Gestörte Zirkulationsmuster finden bei einem Major-Warming in Stratosphärenhöhe grundsätzlich bessere Bedingungen.

Nun berechnet das amerikanische Vorhersage-Modell seit Tagen ein kräftiges Minor-Warming mit Trend zu einem Major-Warming. Diese Berechnungen werden heute - passend um die Weihnachtszeit - erneut bestätigt. Der Temperatursprung erfolgt binnen weniger Stunden von -80 auf +4 Grad. Ob es zu einem Major-Warming reichen wird, bleibt noch abzuwarten. Jedenfalls bedeutet das für Freunde des Winterwetters eine spannende Zeit vor und auch nach Weihnachten.

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Dramatischer Einbruch der zonalen Winde?

Ein untrügliches Indiz für ein Major-Warming sind die zonalen Winde entlang des 65. Breitengrades in Stratosphärenhöhe. Normalerweise betragen die Windgeschwindigkeiten an den Weihnachtsfeiertagen um die 140 km/h. Aktuell liegen diese bei 108 km/h und brechen mit 0 km/h bis zum 26. Dezember in sich zusammen. Ein Major-Warming mit Windumkehr auf OST-WEST erscheint möglich, bzw. ist in den kommenden Tagen zu diskutieren. Das letzte Major-Warming gab es im Februar 2018 und normalerweise treten diese im Abstand von 1 bis 3 Jahren auf. Gut möglich, dass der QBO-OST da ein entscheidenden Impuls setzen kann.

Ein kräftiges Minor-Warming in Stratosphärenhöhe mit Übergang zum Major-Warming
Polarwirbel in der Stratosphärenhöhe: Ein kräftiges Minor-Warming mit Übergang zum Major-Warming © www.meteociel.fr

Zusammenfassung: Was sich über das Wetter Weihnachten 2018 sagen lässt

  • Die erste Dezember-Dekade war gegenüber dem langjährigen Mittelwert um +5,7 Grad zu warm
  • Vom 10. bis 15. Dezember steht eine kältere Wetterlage bevor
  • Nachtfrost, sowie Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer sind bis in tiefere Lagen möglich
  • Die Schneedecke kann in den höheren Lagen ordentlich anwachsen
  • Ab dem 16. Dezember setzt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Zonalisierung durch
  • Ein kräftiges Minor-Warming in Stratosphärenhöhe sorgt für große Unsicherheiten
  • Polarwirbel wenig stabil - Polarwirbelsplit kurz vor den Weihnachtsfeiertagen bleibt möglich
  • An Weihnachten könnte das Strömungsmuster kippen
  • Langfristmodell berechnet den Dezember 2018 deutlich zu warm
  • Klimatologisch wird das Wetter zunehmend wärmer, was Schnee zum Fest wenig wahrscheinlich macht
  • Im rechnerischen Schnitt gibt es alle 8,5 Jahre flächendeckend weiße Weihnachten - 2018/19 wäre es an der Zeit
  • Das entspricht einer Wahrscheinlichkeit von rund 12 Prozent
  • Das Wetter hält sich nicht an Statistiken
  • Der Dezember ist in den letzten 20 Jahren im Schnitt um +1,1 Grad wärmer geworden
  • Die Schneefallgrenze hat sich dadurch um 100 bis 150 Meter nach oben verschoben
  • Schnee bis ins Flachland ist nur mit außergewöhnlichen Großwetterlagen zu machen
  • Wettersingularität spricht zusätzlich noch gegen weiße Weihnachten

Wie war das Wetter in den letzten Jahren?

Die nachfolgende Tabelle zeigt, was für Wetter an den Feiertagen typisch ist. Häufig war es stürmisch, seltener winterlich. Rein statistisch aber wäre es mal wieder an der Zeit.

So war das Weihnachtswetter in den letzten Jahren
Jahr Tem­peratur Weiß oder grün?
2017 +4 bis +8 Grad Stürmisch und grün
2016 +4 bis +8 Grad Stürmisch und grün
2015 +7 bis +13 Grad Stürmisch und grün
2014 +5 bis +11 Grad Stürmisch und grün
2013 +7 bis +13 Grad Abziehender Sturm und grün
2012 +7 bis +13 Grad Windig und grün
2011 +3 bis +7 Grad Nasskalt und größtenteils grün
2010 Dauerfrost Dauerschneefall und weiße Weihnachten

Zusammenfassung

Mildes und niederschlagsreiches Wetter ist vor Weihnachten relativ gesichert. Das kräftige Minor-Warming und der Zustand des Polarwirbels lassen die Entwicklungen zum Wetter an Weihnachten grundsätzlich offen. Von einem eisigen Weihnachtsfest bis hin zu frühlingshaft milden Temperaturen erstreckt sich momentan noch das Spektrum. Spannende Zeiten stehen bevor.

Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr in einem Update der Wetterprognose Winter 2018/19.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken


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