Wetter Weihnachten 2018 - Endlich wieder weiße Weihnachten?

Wetter Weihnachten 2018: aktuelle Wetterprognose vom 07.12.2018 - So stehen die Chancen auf weiße Weihnachten

Erst kommt der Sturm, dann wird es kälter, doch in der Vorweihnachtszeit zeichnet sich eine nasskalte bis milde Wetterentwicklung ab. Bleibt das so bis zum Fest, wie stehen die Chancen auf weiße Weihnachten 2018?

Keine Frage, die kommenden Tage werden aus Sicht aller Wetterinteressierten sicherlich spannend werden. Die atlantische Frontalzone intensiviert sich über Skandinavien, während auf dem Atlantik ein Hochdruckkeil nach Norden strebt. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen somit in eine kühlere Nordströmung, was die Temperaturen in den nasskalten Bereich absinken lassen kann. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer wären bis in tiefere Lagen und die Ausbreitung einer dünnen Schneedecke oberhalb etwa 600 bis 800 Meter möglich. Bis es aber soweit ist, zeigt sich das Wetter mit viel Regen und kräftigen Wind von seiner ruppigen Seite. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Dezember 2018.

Schnee in der Vorweihnachtszeit?

Geht es nach der Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells, so ist diese Frage mit einem klaren Nein zu beantworten. Denn auch in der Vorhersage von heute Nachmittag kommt zum 15. Dezember der Westdrift wieder in Gang und sorgt in der Zeit vor Weihnachten für einen ungemütlichen, nassen und windigen Wettercharakter. Schnee in der Vorweihnachtszeit hat demnach keine Chancen.

Anders aber die Berechnungen des europäischen Vorhersage-Modells. Das Hoch lässt sich nicht so schnell vertreiben und die Tiefdrucksysteme schlagen eine südlichere Zugbahn ein. So ist auch nach dieser Prognose mit einem eher ungemütlichen Wettercharakter kurz vor den Feiertagen zu rechnen. Doch anders wie nach dem amerikanischen Modell verbleiben Deutschland, Österreich und die Schweiz im Einflussbereich der nasskalten Temperaturen, was bei Werten von +0 bis +6 Grad in den höheren Lagen für reichlich Neuschnee sorgen kann. Aber auch in den tieferen Lagen wären unter bestimmten Voraussetzungen Schneefälle möglich. Mehr dazu im aktuellen Wettertrend für den Winter 2018/19.

Weiße Weihnachten, oder doch nur eine Wintermöhre?
Weiße Weihnachten 2018, oder doch nur eine Wintermöhre?

Dezember bislang zu warm

Der starke Westdrift hat bislang dafür gesorgt, dass die bereits vergangenen Dezember-Tage gegenüber dem langjährigen Mittelwert um rund +5,5 Grad zu warm ausgefallen sind. Die kommenden Tage werden es bis zum Montag nicht besser machen. Anders formuliert fällt die erste Dezember-Dekade deutlich zu warm aus. Geht es nach dem aktuellen Wettertrend der Kontrollläufe, so kann die zweite Dezember-Dekade - und damit die Vorweihnachtszeit - weitgehend normal ausfallen (etwas zu kalter Start, dann Normalisierung mit einem etwas zu warmen Trend am Ende). Die Entscheidung über weiße Weihnachten oder nicht fällt zum aktuellen Stand in der letzten Dezember-Dekade.

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Sehr viel Niederschlag

Lange hat man auf den Regen warten müssen, jetzt ist er da - sehr zum Leidwesen der Winterfreunde und alle, die sich Schnee wünschen. Schaut man sich die Niederschlagsentwicklung der bereits vergangenen Dezember-Tage an, so sind bereits 41 Prozent des Sollwertes des gesamten Dezembers erfüllt. Die Wetterprognosen berechnen in den kommenden Tagen weitere kräftige Niederschläge, welche im Zeitraum vom 11. bis 14. Dezember kurz mal nachlassen, dann aber wieder aufleben. Das kann - und die Betonung liegt hier auf kann - unter bestimmten Voraussetzungen für die höher gelegenen Regionen einiges an Neuschnee bedeuten, was weiße Weihnachten in diesen Regionen schon frühzeitig sichern könnte.

Die Ausbildung einer Schneedecke bleibt in der Zeit vor Weihnachten möglich
Die Ausbildung einer Schneedecke bleibt in der Vorweihnachtszeit möglich Schneeprognose © windy.tv

Ausgleichsverhalten und die Erhaltungsneigung

Eine Wetterprognose kann manchmal recht einfach sein und sollten sich die Wettervorhersagen der Prognose-Modelle bewahrheiten, so befinden wir uns momentan in einem sich festigenden Ausgleichsverhalten. Waren die Monate zuvor deutlich zu trocken, so beginnt nun eine Wetterentwicklung, welche für reichlich Niederschlag sorgen kann.

Das Dumme ist - aus Sicht von allen Schneeliebhabern - nur, dass ein aktiv-dynamischer Westdrift im Winter selten für winterliche Großwetterlagen sorgt - ein sog. Downstream Development wäre noch nach höchste der Gefühle, welches der aktuellen Wetterentwicklung sehr ähnlich ist (kurzzeitig mal kälter).

Setzt man auf diese Theorie des Ausgleichsverhaltens, so sind weiße Weihnachten wenig bis gar nicht wahrscheinlich.

Die Erhaltungsneigung

Nicht selten ist man schon der gefestigten Meinung, dass sich das Ausgleichsverhalten durchsetzt, was gerade im Jahr 2018 häufiger der Fall war und sich Rückblickend dann doch die Erhaltungsneigung durchsetzte. Die Erhaltungsneigung würde sich in diesem Fall in einem gestörten Zirkulationsmuster bemerkbar machen. Also entweder in Form eines Hochdrucksystems zwischen Skandinavien und Island, oder einem Blockadehoch auf dem Atlantik.

Schaut man sich die Kontrollläufe genauer an, so ergibt sich zum heutigen Stand eine Wahrscheinlichkeit von etwa 35 Prozent für eine Erhaltungsneigung mit winterlichen Aussichten für das Weihnachtswetter. Diese Zahl war mit rund 70 Prozent schon einmal höher und stützt mehr oder minder eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein mildes und wenig winterliches Weihnachtswetter.

Langfristmodell: Wetter im Dezember 2018 deutlich zu warm

Und vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass das Langfristmodell das Wetter im Dezember 2018 mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm und auch deutlich zu nass simuliert. Das Ausgleichsverhalten setzt sich mit einem Westdrift voll durch - zumindest nach diesem Wettertrend. Schnee an den Weihnachtstagen wäre demnach wenig von Relevanz.

Struktur des Polarwirbels

Dass das Wetter über die Festtage 17 Tage vorher noch nicht vorhersagbar ist, geschweige denn schon feststeht, sollte jedem klar sein. Der Wettertrend weist zwar in eine eindeutige Richtung, doch wer das Wetter lange genug beobachtet, weiß, dass da noch vieles passieren kann und wohl auch wird.

Die Veränderungen sind vielfältig und gehen meist vom Polarwirbel aus. Schaut man sich den Zustand an, so sind weiterhin erhebliche Zweifel gegeben, dass dieser sich nachhaltig stabilisiert. Die zonalen Winde in Stratosphärenhöhe entlang des 65. Breitengrades werden von aktuell 93 km/h bis zum Heiligabend auf 36 km/h abgebremst. Normalerweise betragen die Windgeschwindigkeiten kurz vor dem Weihnachtsfest 136 km/h.

Ein weiteres Indiz dafür, dass der Polarwirbel seine Schwächen hat, ist der AO-Index. Was sagt der aus? Kurzum und stark vereinfacht:

Die "Arktische Oszillation" ist durch drei Grundcharaktere (Aktionszentren) beschrieben, welche sich zwischen den Aleuten, Island und der Biskaya befinden. Ist der AO-Index positiv, befindet sich über der Biskaya und den Aleuten hoher Luftdruck, während über Island tiefer Luftdruck vorherrschend ist.
Ist der AO-Index Wert negativ, so liegt tiefer Luftdruck über der Biskaya und den Aleuten und hoher Luftdruck über Island (vereinf. Beschreibung). Anders formuliert: ist der AO-Index positiv, so ist der Polarwirbel als intakt zu bewerten - Mitteleuropa liegt dann häufiger in einer milden West-, bis Südwestströmungskomponente. Ist der AO-Index Wert negativ, so deutet das auf eine Schwächung des Polarwirbels hin. Stürme und teils kühlere Luftmassen sind dann über Mitteleuropa wahrscheinlicher.

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Zum aktuellen Stand ist der AO-Index positiv und wird seinen Höhepunkt zum 14. Dezember erreichen. Anschließend rutscht er in der Zeit vor Weihnachten in den negativen Bereich ab.

Entscheidend wird auch sein, wie sich der NAO-Index entwickeln wird. Er beschreibt das Verhältnis von Islandtief und Azorenhoch. Ist der NAO-Index negativ, so verstärkt das den Trend zu Winterwetter. Ist er Positiv, so sind West- bis Südwestwetterlagen wahrscheinlicher. Ist er Neutral, sind nasskalte Nordwestwetterlagen wahrscheinlicher. Aktuell wird der NAO-Index deutlich positiv simuliert und erreicht seinen Höhepunkt an diesem Wochenende (voller Westdrift mit Sturm und Regen). Anschließend geht der Trend in Richtung neutrale Bedingungen.

Zusammengefasst kein eindeutiges Ergebnis - weder für eine zu warme, noch für eine winterliche Zeit vor Weihnachten.

Druckanomalie bis 17. Dezember
Druckanomalie bis 17. Dezember © climatereanalyzer.org

Zusammenfassung: Was sich über das Wetter Weihnachten 2018 sagen lässt

  • Eine zu warme und zu nasse Westwetterlage in der ersten Dezember-Dekade 2018
  • Ab dem 10. Dezember meridionalisiert die Großwetterlage
  • Kältere Temperaturen bekommen bis zum 15. Dezember ihre Chance
  • Nachtfrost, sowie Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer sind bis in tiefere Lagen möglich
  • Die Schneedecke kann in den höheren Lagen ordentlich anwachsen
  • Entscheidend wird sein, ob sich nach dem 15. Dezember das Ausgleichsverhalten oder die Erhaltungsneigung durchsetzen wird
  • Der Wettertrend für den Zeitraum vom 24. bis 26. Dezember zeigt zum aktuellen Stand eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein Ausgleichsverhalten
  • Langfristmodell berechnet den Dezember 2018 deutlich zu warm
  • Klimatologisch wird das Wetter zunehmend wärmer, was Schnee zum Fest wenig wahrscheinlich macht
  • Im rechnerischen Schnitt gibt es alle 8,5 Jahre flächendeckend weiße Weihnachten - 2018/19 wäre es an der Zeit
  • Das entspricht einer Wahrscheinlichkeit von rund 12 Prozent
  • Das Wetter hält sich nicht an Statistiken
  • Der Dezember ist in den letzten 20 Jahren im Schnitt um +1,1 Grad wärmer geworden
  • Die Schneefallgrenze hat sich dadurch um 100 bis 150 Meter nach oben verschoben
  • Schnee bis ins Flachland ist nur mit außergewöhnlichen Großwetterlagen zu machen
  • Wettersingularität spricht zusätzlich noch gegen weiße Weihnachten

Wie war das Wetter in den letzten Jahren?

Die nachfolgende Tabelle zeigt, was für Wetter an den Feiertagen typisch ist. Häufig war es stürmisch, seltener winterlich. Rein statistisch aber wäre es mal wieder an der Zeit.

So war das Weihnachtswetter in den letzten Jahren
Jahr Tem­peratur Weiß oder grün?
2017 +4 bis +8 Grad Stürmisch und grün
2016 +4 bis +8 Grad Stürmisch und grün
2015 +7 bis +13 Grad Stürmisch und grün
2014 +5 bis +11 Grad Stürmisch und grün
2013 +7 bis +13 Grad Abziehender Sturm und grün
2012 +7 bis +13 Grad Windig und grün
2011 +3 bis +7 Grad Nasskalt und größtenteils grün
2010 Dauerfrost Dauerschneefall und weiße Weihnachten

Eine vage Weihnachts-Prognose

Es gibt ein paar Wettermodelle, welche schon so weit in die Zukunft rechnen, dass auch das Wetter an Weihnachten erfasst wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies auch so eintritt, ist zum aktuellen Stand sehr unwahrscheinlich.

Rechnet man die aktuelle Datenerfassung einfach bis zum 24. Dezember weiter, so wäre über die Weihnachtsfeiertage bis zum 26. Dezember immer wieder mit Niederschlägen zu rechnen und die Temperaturen wären mit Werten von +5 bis +11 Grad zu warm für Schneefall zum Fest.

Umfrageergebnis: Gibt es weiße Weihnachten 2018?

Wir hatten das letzte Mal gefragt, wie wahrscheinlich halten Sie Schneefall über die Weihnachtsfeiertage. Das Ergebnis ist relativ eindeutig. 48 Prozent sind der Meinung, dass Schnee zum Fest keine Chancen hat, 21 Prozent finden, dass es die Möglichkeit in Betracht zu ziehen ist und 28 Prozent denken, dass es eine knappe Kiste wird.


Umfrage: gibt es weiße Weihnachten 2018?
Umfrage: gibt es weiße Weihnachten 2018?


Zusammenfassung

Ein milder bis nasskalter Wettertrend zeichnet sich in der zweiten Dezember-Dekade und somit in der Vorweihnachtszeit ab. Reichlich Niederschläge sind zu erwarten, welche in höheren Lagen durchaus als Schnee niedergehen und somit eine gute Grundlage für ein weißes Weihnachtsfest bilden. Für tiefere Lagen stehen die Chancen für Schnee zu Fest nicht so gut, wenngleich noch lange nichts gesichert ist.

Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr in einem Update der Wetterprognose Winter 2018/19.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken


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