Wetter Weihnachten 2018 - Endlich wieder weiße Weihnachten?

Wetter Weihnachten 2018: aktuelle Wetterprognose vom 27.11.2018 - Die Großwetterlage stellt sich um - mit Auswirkungen auf das Weihnachtswetter?

Schnee zum Weihnachtsfest oder doch wieder nur grüne Landschaften? Eine spannende und auch weitreichende Entwicklung der Großwetterlage steht nun bevor - der Ausgang allerdings ist noch ungewiss und lässt den Raum für Spekulationen - auch für weiße Weihnachten 2018.

Ein frühwinterlicher Wettercharakter ist Anfang Dezember wenig wahrscheinlich geworden. Vielmehr greifen nach Monaten der Abstinenz die atlantischen Tiefdrucksysteme wieder auf Deutschland, Österreich und die Schweiz über und sorgen für einen windigen - teils stürmischen - und unbeständigen Wettercharakter. Mit einer südwestlichen Grundströmung werden für die Jahreszeit zu milde Luftmassen nach Deutschland geführt, was die Tageswerte bis zum 4. Dezember auf bis +15 Grad ansteigen lassen kann. Somit ist man den Frühling näher als dem Winter. Der 1. Advent fällt definitiv mild aus. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Dezember 2018.

Tief verschneite Landschaften sind um die Weihnachtszeit herum für viele ein Genuss
Tief verschneite Landschaften sind um die Weihnachtszeit herum für viele ein Genuss

Erneut grüne Weihnachtszeit?

Der Dezember hat noch nicht einmal begonnen und wir kommen schon heute nicht mehr hinterher die zahlreichen Anfragen wie: Weiße Weihnachten 2018?, Schnee an Weihnachten, oder Winter an Weihnachten? zu beantworten. Deshalb an dieser Stelle eine Aktualisierung der Weihnachtsprognose. Interessant ist, dass keine dieser Anfragen in die entgegengesetzte Richtung geht. Das zeigt, dass viele Menschen sich Schnee zu den Festtagen wünschen. Wie stehen Sie dazu?

Wünsche, Träume und die Realität

Leider liegen manchmal Welten zwischen dem was man gerne haben möchte und was man am Ende bekommt. Selten ist das in Einklang zu bringen und so ist der Frust schon vorprogrammiert. So ist es auch mit Schnee zum Fest. Den gibt es im Flachland so gut wie nicht mehr und selbst in den mittleren Lagen wird es zunehmend schwerer, dass eine Wetterlage für weiße Weihnachtsfeiertage sorgen kann. 2018 aber ist bislang alles anders und es braucht eben auch diese Voraussetzungen, damit etwas anderes daraus entstehen kann. Ob warm oder kalt sei einmal dahingestellt.

Was sich über das Wetter Weihnachten 2018 sagen lässt

  • Westwetterlage Anfang Dezember 2018
  • Klimatologisch wird das Wetter zunehmend wärmer, was Schnee an Heiligabend wenig wahrscheinlich macht
  • Im rechnerischen Schnitt gibt es alle 8,5 Jahre flächendeckend weiße Weihnachten - 2018/19 wäre es an der Zeit
  • Das Wetter hält sich nicht an Statistiken
  • Der Dezember ist in den letzten 20 Jahren im Schnitt um +1,3 Grad wärmer geworden
  • Die Schneefallgrenze hat sich dadurch um 100 bis 150 Meter nach oben verschoben
  • Schnee bis ins Flachland ist nur mit außergewöhnlichen Großwetterlagen zu machen
  • Wettersingularität spricht zusätzlich noch gegen Schnee im Zeitraum vom 24. bis 26. Dezember

Aktuelle Wetterentwicklung

Kommen wir zur aktuellen Wetterentwicklung. Die Zonalisierung Anfang Dezember ist nahezu gesichert. Ab dem 5. Dezember gibt es noch erhöhte Differenzen und von einer gesicherten Wetterprognose kann nicht gesprochen werden, doch zeigt sich im Wettertrend des europäischen und dem amerikanischen Vorhersage-Modells ein Trend in Richtung West- bis Südwestwetterlage, was unter bestimmten Voraussetzungen bis in die zweite Dezember-Dekade einen milden Wettercharakter zur Folge haben kann.

Das Hochdrucksystem ist zu nahe an Mitteleuropa dran, als dass der Winter eine Chance hätte. So wird das jedenfalls nichts mit dem Winter zur zweiten Dezember-Dekade. Grundsätzlich aber sind das gute Voraussetzungen für das Wetter Weihnachten

Das Hoch ist zu nah an Mitteleuropa - Kaltlufttropfen über der Mittelmeerregion. Grundsätzlich interessant, aber wenig winterlich
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell von heute Nachmittag: Das Hoch ist zu nah an Mitteleuropa - Kaltlufttropfen über der Mittelmeerregion. Grundsätzlich interessant, aber wenig winterlich © www.meteociel.fr

Warm, warm kalt?

Gute Voraussetzungen? Ja, zumindest wenn man in Zyklen denkt. Einmal angenommen, das Strömungsmuster normalisiert sich. Häufiger wer die erste Dezember-Dekade mild/nasskalt, bevor sich in der zweiten schon häufiger ein Wintereinbruch zeigt und das Weihnachtstauwetter weiße Weihnachten zunichte macht.

Anzeige

Fällt der erste Zyklus zu warm aus (noch normal), der zweite aber auch (zu warm), so steigen die Wahrscheinlichkeiten für ein anderes Muster im dritten Zyklus (normal/zu kalt). Anders formuliert ist für das Wetter an Weihnachten entscheidend, wie das zweite Dezember-Drittel verlaufen wird. Ein Wintereinbruch ist da nicht immer förderlich.

Wettertrend für die zweite Dezember-Dekade noch völlig offen

Auf das amerikanische Prognose-Modell kann man derzeit nicht viel geben. Zu extrem sind die Schwankungen und zu gering ist die Kontinuität. Was hilft, sind die Kontrollläufe und die zeigen im Mittelwert im Zeitraum vom 6. bis 13. Dezember so gut wie keine Abweichungen gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert. Das Spektrum aber bewegt sich zwischen frühlingshaft milden und winterlich kalten Werten. Wie so oft in der Vorweihnachtszeit.

Niederschlagsleistung leicht erhöht

Die erste Dezember-Dekade fällt nach der Wetterprognose der Kontrollläufe zu nass aus. Ab dem zweiten Drittel aber lässt die Niederschlagsneigung nach. Das spricht für eine Wetterberuhigung und einer nachlassenden Tiefdruckaktivität. Rein theoretisch könnte sich daraus ein Wetterumschwung entwickeln, welcher hochdruckdominiert ausfallen kann.

Großwetterlagen in der Vorweihnachtszeit

Schaut man sich die gängigsten Großwetterlagen der Kontrollläufe an, so sind drei Entwicklungen erwähnenswert.

Kräftiges Kontinentalhoch

Immer wieder taucht es in den Berechnungen der Vorhersage-Modelle auf. Der Kerndruck kann bis zu 1065 hPa betragen und reicht stellenweise weit in den Polarwirbel hinein. Unter diesen Voraussetzungen werden über dem Kontinent sehr kalte Luftmassen produziert, was für den Hochwinter im Januar 2019 gute Voraussetzungen wären. Für Deutschland kommt es aber entscheidend darauf an, wie weit sich das Kontinentalhoch nach Westen ausdehnen kann. Gelingt das nur halbherzig - bis über das östliche Europa - so ist eine milde Grundströmung wahrscheinlicher. Dehnt es sich bis nach Skandinavien aus, so sind winterliche Temperaturen mit Schneefall zu erwarten. Bleibt es weit östlich, so haben Trogwetterlagen ihre Berechtigung.

Ein gut ausgebautes Kontinentalhoch könnte für den Hochwinter interessant werden.
Berechnung der Großwetterlage nach Kontrolllauf von heute Nachmittag: Ein gut ausgebautes Kontinentalhoch könnte für den Hochwinter interessant werden. © www.meteociel.fr

Hochdruckzone Mitteleuropa

Für alle die den Schnee und den Winter lieben, ist das das Worst Case Szenario. Kaum Windbewegungen in einer gradientenschwachen Wetterzone. Inversionswetterlagen mit Nebel und Hochnebel haben Hochkonjunktur mit viel Sonnenschein über den Bergen und den Alpen. Niederschlag ist Mangelware und so bleibt auch der vorweihnachtliche Schneefall für die Alpen aus. Zudem stabilisiert sich so ein Hoch auch gerne, wenn die Tiefdrucksysteme links und rechts davon abtropfen (Omegastruktur). Das bedeutet tagelang anhaltendes Sumpfwetter. Aber es ist eine Variante, welche häufiger kurz vor Weihnachten berechnet wird und auch nicht unüblich wäre.

Eine Hochdruckzone Mitteleuropa wäre für Winterwetter wenig zuträglich
Berechnung der Großwetterlage nach Kontrolllauf von heute Nachmittag: Eine Hochdruckzone Mitteleuropa wäre für Winterwetter wenig zuträglich © www.meteociel.fr

Gestörte Zirkulation kann auch das Weihnachtswetter mit bestimmen

Die letzte der Varianten ist in einem Erhalt der gestörten Zirkulation begründet. In der nachfolgenden Wetterkarte zeigt sich das in Form eines Blockadehochs auf dem Atlantik und von einem Kontinentalhoch über dem westlichen Russland. Dazwischen geht ein Trog über Mitteleuropa nieder. Das kann so kommen, muss es aber nicht zwingend. Verschiebungen entlang der Polarfront können auch dazu führen, dass Deutschland im warmen Sektor des Troges liegen kann.

Die gestörte Zirkulation mit Blockadehoch auf dem Atlantik
Berechnung der Großwetterlage nach Kontrolllauf von heute Nachmittag: Die gestörte Zirkulation mit Blockadehoch auf dem Atlantik © www.meteociel.fr

Welches Wetter an Weihnachten ist zu erwarten?

Das lässt sich zum aktuellen Stand leider (noch) nicht sagen. Geht es nach dem langjährigen Schnitt, so wären an Heiligabend und über die Weihnachtsfeiertage Tageswerte von +4 bis +8 Grad bei einem leicht unbeständigen Wettercharakter zu erwarten. Mit entscheidend wird sein, wie sich das Wetter in der zweiten Dezember-Dekade entwickeln wird.

Langfristmodell: Ein leicht zu milder Dezember

Das Langfristmodell hatte den Dezember vor Wochen lange Zeit über mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad deutlich zu warm simuliert. Zwischenzeitlich wurde das Korrigiert und die Abweichung beträgt nun +0,5 bis +1 Grad bei einer weitgehend normalen Niederschlagsentwicklung.

Möchte man Rückschlüsse für Weihnachten ziehen, so muss der Blick auf Europa erweitert werden. Weite Teile von West-, Mittel- und Nordeuropa werden leicht zu mild berechnet. Das östliche und südliche Europa werden normal berechnet. Weiter nach Osten liegt die Abweichung mit -1 bis -2 Grad im zu kalten Bereich. Das sind gänzlich andere Voraussetzungen wie letztes Jahr.

In der Niederschlagsentwicklung wird West- und Nordeuropa zu nass und der Mittelmeerraum deutlich zu trocken berechnet. Das spricht mehrheitlich für eine West- bis Nordwestwetterlage. Normales Dezemberwetter eben. Winterliche Einschübe sind grundsätzlich nicht auszuschließen.

In den kommenden Tagen aktualisieren wir unseren Wettertrend in zunächst unregelmäßigen Abständen. Anfang Dezember erfolgen in regelmäßigen Abständen aktuelle Wettervorhersagen zum Wetter Weihnachten 2018. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr in einem Update der Wetterprognose Winter 2018/19.

Anzeige

 

Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken


Unterstützen Sie uns!

Ihnen gefallen unsere Wettervorhersagen? Dann unterstützen Sie uns mit einem freiwilligen Geldbetrag in einer von Ihnen gewünschten Höhe.

Betrag auswählen
Weitere Informationen

Mach mit!

Wetter ist Ihre Leidenschaft und Sie schreiben gerne? Für unsere Rubrik der Wettermeldungen aus aller Welt suchen wir Verstärkung. Falls Sie Lust haben, ein Teil des Teams von Wetterprognose-wettervorhersage.de zu werden, melden Sie sich einfach und unverbindlich über das Kontaktformular.

Kontakt zu uns